Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung sollte jeder haben

Laut Statistik passieren die meisten Unfälle in Deutschland im Haushalt. Eine wackelige Leiter beim Fensterputzen, ein falscher Schritt auf den frisch gereinigten Hochglanzfliesen oder ein zu lässiger Umgang mit heißen Töpfen kann schwerwiegende Folgen haben, vor allem für diejenigen, die keine Unfallversicherung haben. In Deutschland wird zwischen der privaten und der gesetzlichen Unfallversicherung unterschieden. Die gesetzliche Unfallversicherung ist ein fester Bestandteil der staatlichen Sozialversicherung, aber wenn der Ernstfall eintritt, dann reicht die Unfallrente in der Regel nicht aus, um den Lebensunterhalt zu sichern. Ganz anders ist das bei der privaten Unfallversicherung, denn mit dieser Versicherung ist es durchaus möglich, die finanziellen Folgen eines Unfalls abzusichern.

Was umfasst die gesetzliche Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung wird vom Sozialgesetzbuch VII geregelt und sie springt unter anderem dann ein, wenn es zu Unfällen am Arbeitsplatz kommt, aber sie ist auch bei Berufskrankheiten und bei Unfällen zuständig, die auf dem Weg zur Arbeit oder von der Arbeit zurück nach Hause passieren. Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung sind recht umfangreich. So gehören das Verletztengeld und die Verletztenrente zum Leistungskatalog der gesetzlichen Unfallversicherung, aber auch Heilbehandlungen, berufsfördernde Maßnahmen und Leistungen für die soziale Rehabilitation sind Leistungen, die von dieser Versicherung übernommen werden. Dazu kommen noch das Pflegegeld, die Rente für Waisen und Hinterbliebenen sowie das Sterbegeld.

Die gesetzliche Versicherung schützt Arbeitnehmer ebenso wie Kinder im Kindergarten, Schüler, Auszubildende und Studenten. Landwirte sind durch diese Versicherung abgesichert, aber auch alle Helfer, die im Katastrophenschutz arbeiten sowie Organ- und Blutspender. Beamte sind durch die Unfallfürsorge abgesichert, alle die freiberuflich oder selbstständig arbeiten, müssen sich jedoch selbst versichern. Eine Ausnahme gibt es für Friseurbetriebe, denn diese sind pflichtversichert. Da die meisten Unfälle entweder in der Freizeit oder wie schon erwähnt, im Haushalt passieren, haben sie mit der gesetzlichen Unfallversicherung nichts zu tun, in diesen Fällen ist die private Versicherung für Unfälle zuständig.

Warum ist es sinnvoll, eine private Unfallversicherung zu haben?

Ein Unfall kann das ganze Leben von heute auf morgen verändern. Was passiert, wenn man plötzlich nicht mehr für den Lebensunterhalt sorgen kann? Wer eine private Unfallversicherung hat, der kann durchatmen, denn für alle Unfälle, die bei Freizeitaktivitäten oder eben im Haushalt passieren, zahlt die Versicherung für die entstandenen Schäden. Jedoch ist nicht jeder im gleichen Maße betroffen, das Risiko richtet sich immer nach dem jeweiligen Lebensstil und der Lebenssituation. Wer der alleinige Versorger der Familie ist und in seiner Freizeit vielleicht gerne mit dem Rad fährt, der sollte auf jeden Fall eine Versicherung abschließen, die bei Unfällen für Schäden aufkommt. Ein Sturz vom Rad kann selbst mit Fahrradhelm dramatische Folgen haben und durch die private Unfallversicherung wird sicher gestellt, dass die Familie nicht in finanzielle Nöte kommt.

Welche Leistungen sind in der Unfallversicherung enthalten?

Kommt es während der Hausarbeit oder in der Freizeit zu einem Unfall, der Invalidität zur Folge hat, dann können der Versicherte oder im Todesfall auch seine Angehörigen, Ansprüche aus der Unfallversicherung geltend machen. Die wohl wichtigste Leistung dieser Versicherung ist jedoch die Invaliditätsleistung, die nach Möglichkeit sehr hoch angesetzt werden sollte. Folgende Leistungen sind in der Versicherung enthalten:

  • Ausgleichszahlungen bei Lohnausfall
  • Eine Haushaltshilfe oder eine Betreuung für die Kinder, um die Eltern zu entlasten
  • Zusätzliche Medikamente und Therapien, die weder von der Rentenversicherung noch von der Krankenkasse übernommen werden
  • Der behindertengerechte Umbau des Hauses, der Wohnung oder auch des Autos

Allerdings wird nicht bei jedem Unfall auch die maximale Versicherungssumme ausgezahlt, wie viel Geld jeder Versicherte im Einzelnen bekommt, das richtet sich nach der sogenannten Gliedertaxe.

Was versteht man unter Gliedertaxe?

Der Name Gliedertaxe mag vielleicht ein wenig befremdlich klingen, die Gliedertaxe ist aber ein fester Bestandteil der privaten Unfallversicherung. Mit der Gliedertaxe wird entweder die Beeinträchtigung oder der Verlust eines Körperteils in Relation zur vereinbarten Versicherungssumme ermittelt. Grundsätzlich gilt: Je wichtiger ein Körperteil ist, umso höher ist auch der Prozentsatz, der veranschlagt wird. In der Praxis heißt das, der Verlust eines Fußes wird höher bewertet als der Verlust des Zeigefingers. Dieser Wert wird auch bei einer durch einen Unfall bedingten, sogenannten Gebrauchsunfähigkeit von der Versicherung ausgezahlt.

Wer durch einen Unfall einen Arm verliert, der hat einen Invaliditätsgrad von 70 %, 55 % sind es beim Verlust der Hand und nur 20 %, wenn der Daumen abgetrennt wird. Für den Zeigefinger gelten zehn Prozent und für die anderen Finger jeweils fünf Prozent. Wird das Bein über der Mitte des Oberschenkels abgetrennt, dann werden auch hier 70 % veranschlagt, 60 % sind es, wenn das Bein bis zur Mitte des Oberschenkels verloren geht. 50 % beträgt der Invaliditätsgrad, wenn das Bein unterhalb des Knies amputiert werden muss und beim Verlust eines Fußes sind es 40 %.

Geht die Sehkraft auf einem Auge verloren, dann bedeutet das einen Grad von 50 %, 30 % sind es beim Hörverlust auf einem Ohr. Geht der Geruchssinn verloren, dann sind es fünf Prozent und 20 %, wenn der Geschmackssinn nicht mehr funktioniert.

Wie wichtig ist die Progression?

Wer eine Unfallversicherung abschließt, der sollte auf jeden Fall auch eine Progression mit einschließen, denn so lässt sich die Versicherungssumme um ein Vielfaches erhöhen. Es ist aber wichtig, darauf zu achten, dass diese Progression erst ab einem bestimmten Grad der Invalidität greift.

Wenn es zum Beispiel um einen Invaliditätsgrad von 50 % geht, dann liegt die Leistung vielleicht bei 50.000 Euro. Kommt dann eine Progression von 225 % dazu, dann zahlt die Unfallversicherung 75.000 Euro, bei 350 % und 500 % sind es dann 100.000 Euro, die die Unfallversicherung zahlt, wenn es zu einem Schaden kommt. Die Versicherungssumme und die Progression gehören zusammen, und bei einer Vollinvaliditätsleistung ist das Zwei- oder Dreifache des jeweiligen Brutto-Jahreseinkommens zu empfehlen, mindestens sollten es jedoch 150.000 Euro sein.

Eine gute Unfallversicherung sollte mit Bedacht gewählt werden, denn sie sollte sowohl die lebenslange Rente wie auch das Krankenhaus- und Genesungsgeld zahlen. Eine gute Unfallversicherung übernimmt die Kosten, wenn es nach dem Unfall zu einer Bergung kommt, zum Beispiel im Gebirge, und auch kosmetische Operationen sollten von der Versicherungen übernommen werden, denn die Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese oftmals so notwendigen Operationen leider nicht.

Bild: © Depositphotos.com / BrianAJackson

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