Riester Rente Vergleich

Riester Rente – eine Rente und viele Möglichkeiten

Die Menschen in Deutschland werden immer älter und beziehen daher auch immer länger Rente, als das in früheren Zeiten der Fall war. Auf der anderen Seite werden immer weniger Kinder geboren und damit sinkt auch die Zahl derjenigen, die in die gesetzliche Rente einzahlen. Das sind die Gründe, warum die Politik eine Rentenreform nach der anderen ins Leben gerufen hat, aber gebracht haben diese Reformen nicht allzu viel. Der Ruf nach einer zwar privaten, aber doch vom Staat bezuschussten Rente wurde immer lauter und das war letztendlich die Geburtsstunde der Riester Rente.

In der heutigen Zeit stehen drei junge Menschen einem älteren Menschen über 60 Jahre gegenüber, aber in 30 Jahren wird dieses Verhältnis 2:1 lauten, und das ist ebenfalls ein Argument für die Riester Rente, eine private Rente, die ihren Versicherten viele Möglichkeiten bietet.

Was genau ist die Riester Rente?

Die große Herausforderung für die gesetzliche Rentenversicherung ist kaum zu schaffen und es wird sehr wahrscheinlich nicht mehr möglich sein, dass jeder in Zukunft eine ausreichende Rente bekommt. Der Gesetzgeber hat die Riester Rente entwickelt, um eine sogenannte umlagefinanzierte gesetzliche Rente zu haben, die es ermöglichen soll, im Alter nicht zum Sozialfall zu werden. Wer mit einem Riester-Vertrag spart, der bekommt vom Staat Zuschüsse und steuerliche Vorteile, aber die Rente ist mit Vorsicht zu genießen, denn ganz so einfach, wie es sich vielleicht anhört, ist es nicht, mit Riester eine komfortable Rente aufzubauen.

Wer darf alles riestern?

Im Grunde können alle riestern, aber es gibt einen feinen Unterschied zwischen denen, die unmittelbar förderberechtigt sind und denen, die nicht unmittelbar förderberechtigt sind. Zur ersten Gruppe gehören unter anderem:

  • Alle Arbeitnehmer und Auszubildende, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
  • Alle Selbstständigen, die rentenversicherungspflichtig sind.
  • Beamte und Empfänger von Amtsbezügen.
  • Eltern während der Erziehungszeit oder Elternzeit.
  • Empfänger von Arbeitslosengeld I und II.
  • Empfänger von Vorruhestandsgeld.
  • Alle, die geringfügig beschäftigt sind.

Zur zweiten Gruppe der nicht unmittelbar Förderberechtigten gehören unter anderem:

  • Alle, die freiwillig versichert sind.
  • Selbstständige, die nicht in die Rentenversicherung einzahlen.
  • Die Empfänger von Sozialhilfe.
  • Geringfügig Beschäftigte, die versicherungsfrei sind.
  • Rentner, die eine Rente aufgrund von Erwerbsminderung erhalten.
  • Die Bezieher von gesetzlichen Renten und Erwerbsminderungsrenten durch Dienstunfähigkeit.

Was kostet die Riester Rente?

Wer sich für eine Riester Rente entscheidet, der kann von der staatlichen Förderung in zweifacher Hinsicht profitieren, zum einen über die Zulagen, zum anderen über steuerliche Vergünstigungen. Alle, die in den Genuss der staatlichen Förderung kommen wollen, müssen eine bestimmte Sparleistung immer selbst erbringen. Der Staat überlässt es dabei den Sparern, ob sie das Maximum an Zulagen oder lieber die Steuerbegünstigung möchten.

Die Zulagen-Förderung

Riester Sparer, die sich für die Zulagen-Förderung entscheiden, bekommen eine Grundlage und wenn Kinder im Haushalt leben, auch eine Kinderzulage. Je mehr Zulagen es gibt, desto mehr lohnt sich auch die Riester Rente. Als Grundlage gilt seit 2008 ein Betrag bis zu 154,- Euro und für Kinder bis zu 185,- Euro im Jahr. Für alle Kinder, die nach 2008 geboren wurden, gibt es sogar eine Zulage von 300,- Euro pro Jahr. Wer noch mehr Zulagen haben möchte, der muss einen Zulagenantrag stellen, und zwar bis spätestens zwei Jahre nach dem Abschluss des Riester Vertrags. Diese Zulagen fließen dann aber nicht mehr auf das Girokonto, sie fließen stattdessen direkt in den Vertrag und erhöhen damit die spätere Riester Rente. Von dieser Zulagen-Förderung können vor allem Geringverdiener und auch Familien mit mehreren Kindern profitieren. Der Eigenbetrag für den Erhalt der vollen Zulagen beträgt seit 2008 vier Prozent des beitragspflichtigen Einkommens im vorangegangenen Jahr.

Die Steuer-Förderung

Alle, die gut verdienen und alle Sparer, die nur die Grundlage für die Rente erhalten, können von einer Sparstrategie profitieren, die auf Steuern basiert. Bis zu einer Grenze von 2100 Euro lassen sich die Einlagen in die Riester Rente als sogenannter Sonderausgabenabzug direkt von der Steuer absetzen. Wenn beide Ehepartner förderungsberechtigt sind, dann können auch beide „steuerschonend“ einzahlen. Ist nur einer der beiden Eheleute direkt förderberechtigt, dann können seit 2012 maximal 2160 Euro bei der Steuer geltend gemacht werden. Ob ein Sparer seine Einzahlungen nach der Steuer- oder nach der Zulagenförderung ausrichtet, das hängt immer vom jeweiligen Grenzsteuersatz ab. Je höher dieser ist, desto mehr kann sich das Steuermodell rentieren, und die spätere Riester Rente fällt deutlich höher aus.

Welche Produkte der Riester Rente gibt es?

Wenn die Entscheidung für die Riester Rente gefallen ist, dann stellt sich nur noch die Frage, welches Produkt das Passende ist. Es gibt den Riester-Bausparplan, den Riester-Fondssparplan, den Riester-Banksparplan und die Riester-Rentenversicherung. Alle Riester Produkte sind zertifiziert, das heißt, sie müssen den Anforderungen des Gesetzgebers genügen. Dazu gehört unter anderem eine Mindestanforderung an Informationen und auch eine Garantie, dass der Vertragspartner beim Eintritt ins Rentenalter auch die lebenslange Rente ausgezahlt bekommt. Selbst wenn ein Unternehmen pleite gehen sollte, dann muss das Vermögen der Sparer immer sicher sein. Alle Abschlusskosten, zum Beispiel für den Vertrieb oder für die Verwaltung, muss der Anbieter auf fünf Jahre verteilen.

Die Riester-Banksparpläne

Der Vorteil bei dieser Form der Riester Rente sind die geringen Abschlusskosten, die Flexibilität und dass die Sparer vom ersten Jahr an direkt ins Plus gehen. Diese Riester Rente ist besonders für ältere Sparer geeignet, die maximal zehn Jahre riestern wollen.

Die Riester-Fondssparpläne

Hohe Renditen bei einer langen Anlagezeit, das zeichnet diese Variante der Riester Rente aus, auch die große Transparenz macht die Sparpläne interessant. Leider gibt es nicht allzu viele Anbieter und da es zu Kursschwankungen kommen kann, gilt diese Art der Riester Rente als sehr riskant.

Die Riester-Rentenversicherung

Unter den vielen Produkten der Riester Rente ist die Riester-Rentenversicherung die einzige Variante, die eine feste Rentenzahlung garantiert. In diesem Fall ist das Angebot sehr breit gefächert. Aber es gibt auch Nachteile, wie die sehr geringe Flexibilität und die hohen Abschlusskosten. Diese klassische Riester Rente ist vor allem bei Sparern im mittleren Alter zu empfehlen, die großen Wert auf Sicherheit legen und die ihre Altersvorsorge sehr gründlich und sorgfältig planen. Kritisiert wird dieses Produkt der Riester Rente aufgrund seiner hohen Kosten, die Sparer jedoch können sich entspannt zurücklehnen, denn sie können sich immer darauf verlassen, dass sie im Alter eine gute Rente bekommen.

Bild: © Depositphotos.com / stadtratte

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