Rechtsschutzversicherung – die Versicherung für das gute Recht

Streitigkeiten wird es immer geben, zum Beispiel unter Nachbarn, wenn die Zweige des Apfelbaums auf das Nachbargrundstück ragen und es keine Einigung darüber gibt, wer die Äpfel bekommt und auch ein Streit am Arbeitsplatz ist keine Seltenheit. Die meisten Streitigkeiten werden gütlich beigelegt, aber es gibt auch Streitigkeiten, die werden verbissen geführt und landen nicht selten vor einem Richter. Immer wenn das der Fall ist, wird es meist teuer, aber wer eine Rechtsschutzversicherung hat, der kann entspannt bleiben, weil die Rechtsschutzversicherung sich um alle anfallenden Kosten kümmert.

Ob am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft oder auch beim Verlust des Führerscheins, eine Rechtsschutzversicherung kann effektiv dabei helfen, viel Geld zu sparen, wenn es vor Gericht geht.

Wann wird eine Rechtsschutzversicherung gebraucht?

Die Einsatzgebiete einer Rechtsschutzversicherung sind vielfältig, denn es gibt sehr viele Bereiche im täglichen Leben, die für Streit sorgen können. Wenn es zum Beispiel Streit mit einem Kaufvertrag oder Ärger mit der Kfz-Versicherung gibt und sich diese Probleme nicht mehr mit einem Gespräch lösen lassen, dann kann derjenige, der eine Rechtsschutzversicherung hat, vor Gericht ziehen, ohne dafür ein Vermögen ausgeben zu müssen. Vor Gericht kann auch der Autofahrer ziehen, der von einem anderen Autofahrer verbal oder mit den entsprechenden Gesten beleidigt wurde und wenn es um strittige Punkte bei der Rentenversicherung geht, dann kommt die Rechtsschutzversicherung ebenfalls für alle Gerichts- und Anwaltskosten auf.

Streit mit dem Vermieter ist heute keine Seltenheit mehr, vor allem wenn es um Ruhestörung oder die Nebenkostenabrechnung geht. Man kann die Wohnung wechseln, um diese Streitigkeiten beizulegen, jedoch das kann natürlich nicht die beste Lösung sein. Bei Streitigkeiten, für die es keine gütliche Lösung gibt, lohnt es sich auch, einen Anwalt zu nehmen und vor Gericht zu gehen, denn die Rechtsschutzversicherung bezahlt den Rechtsstreit.

Was wird von der Rechtsschutzversicherung abgedeckt?

Die Leistungen einer Rechtsschutzversicherung sind breit gefächert. So kümmert sich die Versicherung um Schadensersatzforderungen und wird auch beim Arbeitsrecht aktiv. Wer vor einem Sozialgericht klagen will, zum Beispiel bei einem Streit mit der Arbeitsagentur, der kann das über seine Rechtsschutzversicherung tun. Die Versicherung kümmert sich um die Kosten, wenn vor Gericht mit dem Finanzamt gestritten wird oder wenn der Chef sich weigert, eine Lohnerhöhung zu zahlen, die dem Arbeitnehmer tariflich zusteht. Die Rechtsschutzversicherung zahlt den Anwalt, die Gerichtskosten, die Kosten für einen Sachverständigen oder einen Gutachter und auch den Anwalt der gegnerischen Partei, falls der Versicherte den Prozess verlieren sollte.

Die Versicherung anpassen

Anders als früher werden die meisten Rechtsschutzversicherungen heute nicht mehr als Paket, sondern in einzelnen Modulen angeboten. So wird es möglich, die Versicherung den jeweiligen Lebensbedingungen anzupassen. Besonders häufig wird die Verkehrsrechtsschutzversicherung gewählt, denn mit dieser Variante der Rechtsschutzversicherung haben die Versicherten die Möglichkeit, Schadenersatzansprüche geltend zu machen, die sich aus Unfällen im Straßenverkehr ergeben. Auch die Familienrechtsschutzversicherung erfreut sich großer Beliebtheit, denn sie ist für nahezu alle Bereiche im täglichen Leben zuständig. Wer bereits eine Rechtsschutzversicherung hat, der kann die passenden Module, wie zum Beispiel den Mieterrechtsschutz, zu einem späteren Zeitpunkt dazu buchen.

Eine Versicherung für alle

Die Frage, wer eine Rechtsschutzversicherung braucht, kann einfach beantwortet werden, denn die Antwort lautet: Alle können von dieser Versicherung profitieren. Selbst wenn die Rechtsschutzversicherung überwiegend von Privatpersonen abgeschlossen wird, gibt es spezielle Versicherungen nur für Unternehmen und für Selbstständige. Zu diesen Versicherungen gehören die Berufsrechtsschutzversicherung und die Verkehrsrechtsschutzversicherung nur für Selbstständige. In der Berufsrechtsschutzversicherung sind auch alle Angestellten des Versicherten mitversichert.

Es gibt allerdings auch Streitfälle, bei denen die Versicherung nicht zuständig ist. Dazu gehört unter anderem das Baurecht, das bei den meisten Anbietern nicht im Leistungskatalog zu finden ist. Auch die Abwehr von Schadenersatzansprüchen, wenn es sich um eine aktive Strafverfolgung handelt, wird nicht übernommen und falls es um einen Streit mit der eigenen Versicherung geht, dann gibt es auch keinen Versicherungsschutz.

Lohnt sich eine Rechtsschutzversicherung für die ganze Familie?

In Deutschland wird mittlerweile jede zweite Ehe geschieden und nicht immer verläuft die Trennung der Ehepartner friedlich. Streit gibt es auch gerne, wenn es ums Erbe geht und nicht selten enden die zerstrittenen Parteien vor einem Nachlassgericht. In beiden Fällen, sowohl bei der Ehescheidung als auch bei Erbstreitigkeiten, bietet die Rechtsschutzversicherung Leistungen an, allerdings nur in einem sehr begrenzten Umfang. So übernehmen die meisten Versicherungen nur eine Erstberatung durch einen Anwalt und diese Beratung muss auch tatsächlich notwendig sein, um Fragen rund um die Scheidung oder das Erbe zu klären. Nur wenige Versicherungen zahlen auch, wenn der Kunde über die Erstberatung hinaus anwaltliche Hilfe braucht.

Um Ärger von vorneherein zu begrenzen, werden Streitigkeiten um den Unterhalt oder ums Erbe ausgeklammert und es werden direkt maximale Erstattungssummen festgelegt. So gibt es Versicherungen, die sind bereits bei 500,- Euro an ihrer Obergrenze angekommen.

Was kostet die Versicherung?

Ein Streit, der vor Gericht ausgetragen wird, kann sehr schnell Tausende von Euro kosten, mit einer Rechtsschutzversicherung muss man sich um die Kosten keine Sorge machen. Aber was kostet eine Rechtsschutzversicherung eigentlich? Wie bei allen anderen Versicherungen, so gilt auch hier, die Anbieter sollten sehr genau miteinander verglichen werden. Bei einer Rechtsschutzversicherung ist es wichtig, jedes Detail zu vergleichen, was im Einzelnen versichert ist und was nicht. Eine günstige Versicherung ist bereits ab 150,- Euro Selbstbeteiligung für 350,-Euro im Jahr zu haben. Für Singles ist die Versicherung noch günstiger und wird bei einigen Anbietern schon mit der gleichen Selbstbeteiligung für 280,- Euro im Jahr angeboten.

Noch günstiger wird es, wenn die Summe der Selbstbeteiligung steigt. Bei 250,- Euro Selbstbeteiligung können sich Singles für durchschnittlich 240,- Euro und Familien für 280,- Euro im Jahr versichern. Bei einem Vergleich ist es wichtig, auf Punkte wie Erb- und Familienrecht, Kapitalanlagestreitigkeiten und auch auf den angebotenen Strafrechtsschutz zu achten, denn hier sind unter den Anbietern die meisten Unterschiede zu finden. Einige Versicherungen bieten zudem nur Kombipakete an, wer sich aber nur für bestimmte Versicherungsmodule interessiert, der sollte eine Versicherung wählen, die die Möglichkeit der Bausteine im Programm hat. Es gibt Versicherer, die bieten ihren Kunden bei Vertragsabschluss die Mitgliedschaft in einem Automobilclub an. Versicherte, die dann eine Panne haben, bekommen einen Zuschuss von der Versicherung oder eine Reparatur des Wagens, zum Beispiel nach einem Wildunfall.

Bild: © Depositphotos.com / ginasanders

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