Privathaftpflicht

Privathaftpflicht – ein sicherer Schutz für den Alltag

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch muss jeder, der einen Schaden anrichtet, auch für diesen Schaden haften. Ein solcher Schaden ist schnell angerichtet, ein unachtsamer Augenblick, eine leichtsinnige Aktion oder auch eine Pflicht, die vergessen wird, können dafür sorgen, dass man in den finanziellen Ruin getrieben wird. Wer einen Schaden verursacht, der muss auch dafür geradestehen und bezahlen. Damit es nicht so weit kommt, gibt es die Privathaftpflicht, eine Versicherung, die davor schützt, dass auf einen unbedachten Moment ein Leben in Armut folgt.
Vier von fünf Deutschen haben eine Privathaftpflicht und damit für ein sicheres Leben gesorgt, aber was ist eigentlich in einer Privathaftpflicht alles versichert und wie funktioniert diese Versicherung?

Darum ist eine Privathaftpflicht so sinnvoll

Es ist schnell passiert, man fährt mit dem Rad und übersieht dabei eine rote Ampel. Der Autofahrer, der von rechts kommt, muss deshalb eine Vollbremsung machen, kracht dabei in einen Gartenzaun und schlägt mit dem Kopf auf das Lenkrad, was wiederum zu einer stark blutenden Kopfwunde führt. Der Radfahrer ist in diesem Fall der Verursacher des Schadens und muss mit einem saftigen Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Das lässt sich vielleicht noch finanziell verkraften, aber das Auto hat durch den Zusammenprall mit dem Gartenzaun arg gelitten, die Verletzung des Autofahrers muss behandelt werden und er wird zudem Schmerzensgeld fordern.

Ein solcher Unfall kann sehr schnell in die Tausende gehen und wer keine Privathaftpflicht hat, der muss diese Summe aus der eigenen Tasche bezahlen und kommt so in kurzer Zeit an seine finanzielle Grenze. Ein solcher Unfall ohne eine Privathaftpflicht kann die ganze Existenz gefährden. Mit einer Privathaftpflicht hingegen, muss es nicht so weit nicht kommen.

Welche Schäden deckt die Privathaftpflicht ab?

Besonders bei Personenschäden kann es sehr teuer werden und wer Pech hat, der zahlt sein Leben lang für einen einzigen unbedachten Augenblick. Wer jedoch eine Privathaftpflicht hat, der muss sich keine Sorgen machen, denn die Versicherung übernimmt folgende Leistungen:

  • Kosten für die Folgeschäden.
  • Kosten für die Rettung und die Bergung von verletzten Personen.
  • Kosten für den Verdienstausfall, das Schmerzensgeld sowie für lebenslange Renten, wenn es bleibende Schäden kommt.
  • Kosten für die Wiederherstellung von beschädigten Dingen oder für einen gleichwertigen Ersatz, wenn eine Wiederherstellung nicht möglich ist.

Sinnvoll ist auch ein passiver Rechtsschutz, den eine Privathaftpflicht gewährt. Wenn es zu einem unberechtigten Anspruch kommen sollte und eine Person Schadensersatz oder Schmerzensgeld fordert, was ihr eigentlich nicht zusteht, dann muss nicht der Versicherte diesen Rechtsstreit austragen, sondern die Versicherung, die natürlich auch die Kosten für das Verfahren trägt.

Eine Versicherung für die ganze Familie

Bei einer Privathaftpflicht ist die ganze Familie geschützt, was besonders für Familien mit Kindern ein großer Vorteil ist. Aber hier gilt es auf die Klauseln zu achten, denn einige Versicherungen gewähren den Familienschutz nur unter bestimmten Voraussetzungen. So dürfen unter anderem die Kinder nicht älter als 18 Jahre alt sein, sie dürfen noch nicht im Berufsleben stehen und müssen noch bei den Eltern wohnen. Bei anderen Versicherungen dürfen die mitversicherten Kinder schon 18 Jahre alt sein, aber wenn sie sich noch in der ersten Ausbildung befinden und ledig sind, dann gilt auch hier der Schutz der Privathaftpflicht für die ganze Familie.

Wer sollte eine Privathaftpflicht haben?

Im Grunde lohnt sich eine Privathaftpflicht für jeden, denn keiner ist davor gefeit, einen Unfall zu haben, bei dem Dritte beteiligt sind. Besonders lohnt sich eine Privathaftpflicht hingegen für alle, die gerne Radfahren, skaten oder viel zu Fuß gehen. Wer minderjährige Kinder hat, sollte ebenfalls über eine solche Versicherung nachdenken, denn wenn beim Fußballspielen die Scheibe des Nachbarn vom Ball getroffen wird, dann übernimmt die Privathaftpflicht alle anfallenden Kosten. Für Mieter und Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses lohnt sich die Versicherung und wer viel Sport treibt, der sollte unbedingt eine Haftpflichtversicherung abschließen. Das Gleiche gilt für alle, die viel Urlaub im Ausland machen, auch wer als Mieter für die Räumung des Bürgersteigs von Schnee und Eis zuständig ist, der sollte sich mit einer Privathaftpflicht absichern.

Welche Schäden sind nicht abgedeckt?

Es gibt bestimmte Schäden, die durch die private Haftpflichtversicherung nicht abgesichert sind. Nicht versichert sind Schäden, die der Verursacher selbst erleidet. Wenn sich der Versicherte und eine Person, die mitversichert ist, gegenseitig einen Schaden zufügen, dann fällt das ebenfalls nicht mehr unter den Versicherungsschutz. Nicht versichert sind zudem alle Schäden, die vom Versicherten mit Vorsatz herbeigeführt wurden, auch Geldstrafen oder Bußgelder, die im Zusammenhang mit einem Schaden entstehen, werden von der Versicherung nicht bezahlt.

Wie viel kostet eine private Haftpflichtversicherung?

Gemessen an den möglichen Forderungen, die bei einem Unfall oder einer Unachtsamkeit entstehen können, sind die Kosten für eine private Haftpflichtversicherung ausgesprochen gering. So kostet eine Privathaftpflicht für Singles im Schnitt 25,- Euro und eine Versicherung für die ganze Familie rund 30,- Euro im Jahr. Bevor aber die Wahl auf einen bestimmten Anbieter fällt, sollte man Vergleiche machen, denn viele Versicherer haben ihre Leistungen in den letzten Jahren verbessert.

Wenn gegen spezielle Risiken versichert wird, auch dann halten sich die Kosten in überschaubaren Grenzen. So kostet eine Diensthaftpflicht ab 60,- Euro im Jahr und wer ein Pferd hat und sich absichern möchte, der zahlt ab 90,- Euro pro Jahr. Auch für Hundehalter gibt es eine spezielle Privathaftpflicht, die ab 70,- Euro im Jahr kostet, ausgenommen davon sind nur Blindenhunde, denn diese Hunde sind über die private Haftpflichtversicherung ihres Besitzers abgesichert. Auch Bauherren sollten eine Haftpflichtversicherung abschließen, die einmalig ab 50,- Euro kostet und die für alle Schäden aufkommt, die auf der Baustelle passieren.

Die Versicherung für ein ganzes Leben

Eine private Haftpflichtversicherung sollte durch das ganze Leben begleiten, denn es gibt immer Situationen, in denen es zu Unfällen, Missgeschicken und Schäden kommen kann. Wer als Single bereits versichert ist, der muss diese Versicherung bei einer Heirat nur anpassen und wenn Kinder geboren werden, dann sind die bei den Eltern mitversichert. Eine Tierhaftpflichtversicherung wird erst dann notwendig, wenn die Familie sich einen Hund zulegt oder wenn die Tochter vielleicht ein Pferd bekommt.

Wer sich und seine Familie schützen möchte und verhindern will, dass ein kleiner Fehler ein Vermögen kostet, der braucht eine private Haftpflichtversicherung.

Bild: © Depositphotos.com / StockCube

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