Gesetzliche Krankenkasse

Die gesetzliche Krankenkasse – die Krankenversicherung für viele Deutsche

Die gesetzliche Krankenkasse ist die Krankenversicherung, in der die meisten Deutschen versichert sind. Preislich unterscheiden sich die Versicherungen oft deutlich, aber wenn es um die Leistungen geht, dann ist eine gesetzliche Krankenkasse weitgehend wie die andere gesetzliche Krankenkasse. Allerdings setzt jede gesetzliche Krankenkasse andere Schwerpunkte, denn es gibt Krankenversicherungen, die bieten ihren Kunden zum Beispiel alternative Heilmethoden an, während eine andere gesetzliche Krankenkasse ein attraktives Bonusprogramm hat.

Da es in Deutschland eine Versicherungspflicht gibt, darf keine gesetzliche Krankenkasse eine Mitgliedschaft verweigern, aber es gibt bestimmte Personengruppen, die gesetzlich krankenversichert sein müssen und zu diesen Personen gehören:

  • Alle Arbeitnehmer, die jährlich maximal nicht mehr als 57.600 Euro verdienen
  • Alle Rentner
  • Alle Auszubildende und Studenten
  • Alle Personen, die Arbeitslosengeld beziehen

Wer freiberuflich tätig ist oder in einer selbstständigen Tätigkeit arbeitet, kann sich freiwillig gesetzlich krankenversichern, aber auch in einer der privaten Krankenkassen Mitglied werden.

Die gesetzliche Krankenkasse kennt keine Tarife

Tarife wie in der privaten Krankenversicherung gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht, da jede gesetzliche Krankenkasse bestimmte Leistungen erbringen muss. Diese Leistungen sind im Paragrafen 12 des Fünften Sozialgesetzbuches vorgeschrieben und sie sollen „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein“, jedoch dürfen diese Leistungen das Maß der Notwendigkeit nicht überschreiten. Was das im Einzelnen heißt, das wissen viele Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, die schon mal beim Zahnarzt waren.

Die gesetzliche Krankenkasse sieht hier nur eine sogenannte Regelversorgung vor, mit der zwar die Schmerzen beseitigt werden, aus ästhetischer Sicht ist allerdings nichts zu erwarten. Alle, die statt der von der Kasse bezahlten Amalgam-Füllung lieber eine Keramik-Füllung für den hohlen Zahn möchten, müssen die zusätzlichen Kosten selbst bezahlen.

Die gesetzliche Krankenkasse – es gibt Unterschiede

Selbst wenn die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen gleich sind, es gibt doch einige Unterschiede. So kann jede gesetzliche Krankenkasse selbst bestimmen, welche Behandlungen sie zusätzlich anbieten möchte. Einige Kassen sprechen mit ihren Angeboten besonders Rentner an, andere sind für alle diejenigen von Interesse, die auf natürliche, alternative Heilmethoden schwören. Wer auf der Suche nach einer bestimmten Leistung ist, wie vielleicht einem Zuschuss zu einer professionellen Zahnreinigung, der sollte einen sehr gründlichen Leistungsvergleich machen, um herauszufinden, welche gesetzliche Krankenkasse welche Leistungen im Angebot hat.

Einige Kassen bieten sogenannte Wahltarife für einen vorher festgelegten Zeitraum an. In diesem Zeitraum, zum Beispiel von drei Jahren, kommen die Mitglieder in den Genuss eines Bonusprogramms oder erhalten spezielle Leistungen, die normalerweise nicht vorgesehen sind. Eine dieser Möglichkeiten ist der Hausarzttarif, bei dem die Versicherten von den Zuzahlungen befreit sind, wenn sie im Falle einer Erkrankung nicht sofort zu einem Facharzt, sondern zu ihrem Hausarzt gehen. Diese Tarife, die von den Mitgliedern bezahlt werden, dürfen eine Grenze von 20 % des jährlichen Gesamtbeitrags nicht übersteigen.

Wie setzen sich die Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse zusammen?

Die Krankenversicherung in Deutschland ruht auf zwei Säulen, der gesetzlichen und der privaten Krankenkasse. Beide Systeme sind sehr unterschiedlich und beide haben ihre Vorteile, aber auch ihre Nachteile. Die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenkasse ist vom Einkommen abhängig und wer Mitglied werden möchte, der muss sich zuvor einer Gesundheitsprüfung unterziehen. Die Gesundheit und auch der Geldbeutel spielen für die gesetzliche Krankenkasse keine Rolle, sie muss jeden aufnehmen, der Mitglied werden möchte.

Die Leistungen der 100 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland sind zu 95 % gleich, was aber nicht bedeutet, dass jede gesetzliche Krankenkasse auch den gleichen Beitrag verlangt. Aktuell setzt sich der Beitrag für die gesetzliche Krankenkasse aus einem Grund- und einem Zusatzbeitrag zusammen. Der Grundbetrag liegt heute bei 14,6 % und von diesem Betrag zahlt der Arbeitgeber 7,3 %. Zusätzlich können die Kassen noch einen weiteren Betrag erheben und es bleibt jeder gesetzlichen Krankenkasse selbst überlassen, wie hoch dieser zusätzliche Beitrag ausfällt. Im vergangenen Jahr variierte der Betrag zwischen 0,0 und 1,7 %. Auf diese Weise ergeben sich sehr deutliche Preisunterschiede zwischen den einzelnen Kassen, was bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3000 Euro eine Differenz von 600,- Euro ausmachen kann.

Allerdings müssen nicht alle gesetzlich krankenversicherten zusätzliche Beiträge in unbegrenzter Höhe zahlen, denn wer mehr als 4350 Euro brutto im Monat oder 52.200 Euro im Jahr verdient, muss keinen Versicherungsbeitrag mehr zahlen. Diese Beschränkung nennt sich Beitragsbemessungsgrenze, diese Grenze wird jedes Jahr neu festgelegt und richtet sich dabei immer nach der Entwicklung der Gehälter in Deutschland.

Die Fakten zur gesetzlichen Krankenversicherung

In Deutschland sind 70 Millionen Menschen gesetzlich krankenversichert, aber nicht jeder muss seinen Beitrag für die gesetzliche Krankenkasse zahlen. So sind zum Beispiel Kinder kostenlos bei den Eltern mitversichert und es gibt 17 Millionen gesetzlich Versicherte, die keine Beiträge zahlen. Nur 53 Millionen Deutsche zahlen jeden Monat in die gesetzliche Krankenkasse ein. Die Kassen unterscheiden sich in verschiedene Arten, wie zum Beispiel in die Allgemeine Ortskrankenkasse, die AOK, in die Betriebskrankenkasse, die BKK, die Ersatzkassen wie die Barmer GEK oder die Innungskrankenkasse, die IKK. Einige der Betriebskrankenkassen sind nur für Angestellte und Angehörige des jeweiligen Unternehmens zugänglich und nicht in jedem Bundesland ist auch jede gesetzliche Krankenkasse vertreten. Aktuell sind nur etwa 40 der über 100 Krankenkassen bundesweit für alle offen.

Die größte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland ist die Techniker Krankenkassen (TK) mit sieben Millionen Mitgliedern. Die TK liefert sich jedes Jahr ein Rennen mit der Barmer GEK, die etwa 6,7 Mitglieder hat. Auf dem dritten Platz des Rankings der größten deutschen Krankenkassen ist die DAK-Gesundheit mit 4,9 Millionen Versicherten zu finden und auf dem vierten Rang steht zur Zeit die AOK Bayern mit 3,3 Millionen Mitgliedern. Komplettiert wird die Rangliste von der AOK Baden-Württemberg, der drei Millionen Versicherte angehören.

Kann man von der gesetzlichen Krankenkasse in eine private Kasse wechseln?

Wer von der gesetzlichen in eine private Krankenkasse wechseln möchte, der muss ein Mindesteinkommen mitbringen, denn nur wenn dieses Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt, dann ist ein Wechsel überhaupt möglich. Die Grenze ist an die Entwicklung des Einkommens gekoppelt und in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Aktuell liegt diese Grenze bei 57.600 Euro. Von der privaten wieder in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln, ist nicht ganz so einfach und auch nur dann möglich, wenn das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze fällt. Für ältere Privatversicherte hingegen gibt es kaum einen Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung.

Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

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