Betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge – finanzielle Sicherheit im Alter

Wer im Alter nicht unbedingt auf die gesetzliche Rente angewiesen sein möchte, der muss zusätzlich vorsorgen und das kann unter anderem auch durch eine betriebliche Altersvorsorge geschehen. Millionen Deutschen haben bereits eine betriebliche Altersvorsorge und profitieren vom Staat, der diese Form der Rente bezuschusst. Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf diese besondere Rente, aber nicht für jeden lohnt sie sich auch wirklich.

Was genau ist eine betriebliche Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersvorsorge ist ein echter Klassiker und eine freiwillige Leistung der Arbeitgeber. Sie wurde unter anderem dazu geschaffen, um Arbeitnehmer fester an ein Unternehmen zu binden, heute hingegen werden die betrieblichen Renten oftmals nur vom Arbeitnehmer alleine bezahlt. Wenn das der Fall ist, dann handelt es sich um eine sogenannte Entgeltumwandlung, aber es gibt auch Mischformen, an denen sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber beteiligt sind.

Wer hat alles Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge?

Wie bereits erwähnt, hat jeder Arbeitnehmer seit 15 Jahren einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Entgeltumwandlung. In der Praxis sieht es so aus, dass jeder Arbeitnehmer einen Teil seines Gehaltes oder auch Sonderzahlungen, wie zum Beispiel das Weihnachtsgeld oder das Urlaubsgeld, in Beträge zur betrieblichen Altersvorsorge umwandeln kann. Auf diese Weise lässt sich im Laufe der Jahre eine zusätzliche Rente neben der gesetzlichen Rente aufbauen. Der Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge besteht aber nur für diejenigen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind.

Was passiert bei der Entgeltumwandlung?

Bei der Entgeltumwandlung werden vereinfacht ausgedrückt, ein Teil des Bruttolohns sowie die möglichen Sonderzahlungen des Arbeitgebers in eine Rentenversicherung verwandelt. Im Unterschied zu einer privaten Altersvorsorge zahlt der Arbeitnehmer seine Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge nicht selbst ein, der überträgt diese Aufgabe seinem Chef. Es ist der Chef, der dann entscheidet, wie das Geld angelegt wird. Er kann es zum Beispiel intern anlegen, aber auch extern bei einer Direktversicherung oder in einem rentablen Pensionsfonds.

Welche Vorteile bietet die Entgeltumwandlung?

Die Entgeltumwandlung hat einen entscheidenden Vorteil, denn die Arbeitnehmer sparen auf diese Weise eine Menge an Steuern und Sozialabgaben. Die Beträge müssen nicht mehr aus dem Netto-Einkommen aufgebracht werden, denn das ist ja bereits versteuert, sie gehen vielmehr vom Bruttoverdienst ab. Durch diese Praxis finanziert der Staat die betriebliche Altersvorsorge praktisch mit. Bei einem Betrag von beispielsweise 100,- Euro muss der Arbeitnehmer rund 60,- Euro netto aufbringen, die restlichen 40,- Euro bezahlt dann der Staat. Aber nicht nur Arbeitnehmer, auch Arbeitgeber profitieren von der betrieblichen Altersvorsorge, denn sie sparen vielfach die Lohnnebenkosten. In einigen Fällen werden die so eingesparten Lohnnebenkosten zusätzlich in die betriebliche Rente eingezahlt.

Gibt es auch Nachteile bei der Entgeltumwandlung?

Wo es Vorteile gibt, da gibt es bekanntlich auch Nachteile und die betriebliche Altersvorsorge macht da leider keine Ausnahme. Da das Bruttogehalt niedrig ist, zahlt der Arbeitnehmer auch weniger Steuern und weniger Sozialabgaben an den Staat. In der Folge sinken dann natürlich auch die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung und es gibt am Ende eine kleinere Rente. Daher ist es für jeden Arbeitnehmer sehr wichtig, dass er ausrechnet, ob er die Einbußen, die durch die betriebliche Altersvorsorge entstehen, zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgleichen kann. Die Einzahlungen der Betriebsrente während des Erwerbslebens müssen zwar nicht versteuert werden, aber wenn der Arbeitnehmer dann in Rente geht, dann fallen sehr wohl Steuern an. Auch nicht zu vergessen sind die vollen Beträge für die Kranken- und Pflegeversicherung, die ebenfalls bezahlt werden müssen.

Wie sicher ist eine betriebliche Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersvorsorge gilt als sehr sicher, auch dann, wenn der Arbeitgeber zum Beispiel pleite ist und Insolvenz anmelden muss. Im Unterschied zu anderen Vorsorgemaßnahmen für das Leben im Alter ist es bei einer betrieblichen Altersvorsorge nicht möglich, sich die Rente vor dem Ruhestand auszahlen zu lassen. In diesem Punkt werden nur sehr selten Ausnahmen gemacht und auch nur dann, wenn es sich um geringe Ansprüche aus der betrieblichen Rente handelt.

Die fünf Möglichkeiten für die betriebliche Rente

Es gibt mehrere Möglichkeiten für die betriebliche Rente. Welche dieser Möglichkeiten infrage kommt, das richtet sich unter anderem auch nach der Größe des Unternehmens:

  • Die Pensionskasse

Eher konservativ, dafür aber sehr sicher ist die betriebliche Altersvorsorge in Form einer Pensionskasse. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Versorgungseinrichtung, die nicht nur von einem Unternehmen, sondern von mehreren Unternehmen getragen wird. In ihrer Form erinnert die Pensionskasse an eine Direktversicherung.

  • Die Pensionsfonds

Wie die Pensionskassen, so sind auch die Pensionsfonds nach dem Gesetz selbstständige Einrichtungen, aber im Gegensatz zu den Pensionskassen wird das Geld in diesem Fall am Aktienmarkt angelegt. Das ist natürlich ein wenig riskanter, es kann aber auch eine höhere Rendite bedeuten. Entscheidend ist dabei immer, wie sich der Aktienmarkt entwickelt, denn eine Garantie gibt es nur auf das eingezahlte Geld.

  • Die Unterstützungskasse

Auch bei dieser betrieblichen Altersvorsorge handelt es sich um eine Versorgungseinrichtung, in der mehrere Firmen organisiert sind. Was die Anlageform für das Geld angeht, können die Firmen frei entscheiden, meist bleibt ein Teil des Geldes in den beteiligten Unternehmen.

  • Die Direktversicherung

In diesem Fall der betrieblichen Altersvorsorge schließt der Arbeitgeber entweder mit jedem Einzelnen seiner Angestellten oder auch mit einer Gruppe eine Renten- oder Lebensversicherung ab. Dabei wird eine Mindestverzinsung garantiert, was diese Anlage sehr sicher macht. Diese betriebliche Altersvorsorge erfreut sich vor allem in kleinen und mittleren Betrieben einer großen Beliebtheit und sie kann wahlweise mit oder auch ohne eine Berufsunfähigkeitsversicherung und einer Absicherung für die Hinterbliebenen abgeschlossen werden.

  • Die Direktzusage

Die wohl einfachste Form für die betriebliche Altersvorsorge ist die sogenannte Direktzusage. Hier zahlt der Arbeitgeber seinen Angestellten die betriebliche Rente, ohne vorher den Umweg über eine Versorgungseinrichtung zu nehmen. Damit das gelingt, muss der Arbeitgeber Rücklagen bilden. Diese betriebliche Altersvorsorge ist besonders oft bei großen Unternehmen zu finden, die sie für ihre leitenden Angestellten anbietet. Viele kennen die betriebliche Altersvorsorge auch unter ihrem anderen Namen als unmittelbare Versorgungszusage und sie zahlt sich immer dann aus, wenn viel verdient wird.

Aus der Sicht von Finanzexperten ist die betriebliche Altersvorsorge ein Muss, denn wer als Arbeitnehmer keine Betriebsrente hat, der verschenkt im Grunde über viele Jahre sehr viel Geld.

Bild: © Depositphotos.com / olly18

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