Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung unverzichtbar ist

Aufgrund von körperlichen oder psychischen Leiden scheidet heute jeder vierte Arbeitnehmer vorzeitig aus dem Berufsleben aus. Leider ist das staatliche Sicherheitsnetz aber ein wenig löcherig geworden, wenn es um die Berufsunfähigkeit in jungen Jahren geht. Die Arbeitnehmer können sich entweder auf den Staat und seine sozialen Leistungen verlassen, was wenig empfehlenswert ist, oder sie können privat vorsorgen und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Aber was genau ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt und welche Leistungen bietet sie im Einzelnen? Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den sogenannten existenziellen Absicherungen, denn sie schließt die große Lücke, die der Staat leider nicht schließen kann oder will.

Die Leistungen reichen nicht aus

Für alle, die ab dem 2. Januar 1961 geboren wurden, gibt es von staatlicher Seite eine Erwerbsminderungsrente, aber diese Rente beträgt lediglich 30 bis 34 % des letzten Bruttogehalts. Sie wird zudem nur dann gezahlt, wenn man nur weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Dabei handelt es sich um die reine Arbeitsfähigkeit und das auch in den Berufen, in denen manche komplett überqualifiziert sind. Alle, die drei bis sechs Stunden pro Tag einer Tätigkeit nachgehen können, bekommen nur die Hälfte des Satzes.

Ein weiterer Nachteil der Erwerbsminderungsrente besteht darin, dass sie erst nach einer Wartezeit von fünf Jahren gewährt wird. Berufsanfänger sowie alle, die noch in der Ausbildung sind und auch Studenten haben daher in der Regel überhaupt keinen Anspruch auf diese Rente. Privat mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorzusorgen, ist also eine Pflicht, denn mit der Berufsunfähigkeitsversicherung werden Arbeitnehmer gegen die finanziellen Folgen abgesichert, die entstehen, wenn es plötzlich zu einem Verlust des Einkommens kommt.

Ab wann gilt man als berufsunfähig?

Der Paragraf 172 sagt: „Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.“ Auf die Praxis bezogen heißt das, dass eine private Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel immer dann zahlt, wenn der Arbeitnehmer zu 50 % berufsunfähig ist. Um das zu beweisen, muss der Versicherung innerhalb einer festgesetzten Frist ein Gutachten des Arztes vorgelegt werden.

Es kommen aber nicht nur Krankheiten als Ursache in Betracht, auch Unfälle und ein Verschleiß, der durch das Alter bedingt ist, werden durch die Berufsunfähigkeitsversicherung abgedeckt. Auch die Feststellung einer Pflegestufe kann bereits als arbeitsunfähig gelten.

Welchem Zweck dient die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt vor den finanziellen Folgen, wenn es zu einer Berufsunfähigkeit kommt. Es werden Einbußen beim Einkommen verhindert, die immer dann zwangsläufig entstehen, wenn man keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen kann, die den tatsächlichen Qualifikationen und Erfahrungen entspricht. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt aber auch die Familie davor, zu einem Sozialfall zu werden und im Vordergrund dieser besonderen Versicherungen steht immer der Schutz- und der Vorsorgegedanke. Die Berufsunfähigkeitsversicherung hat im Grunde sechs Aufgaben:

  1. Die Sicherung der Existenz
  2. Die Sicherung des Einkommens
  3. Den Schutz vor Invalidität
  4. Eine Absicherung der Arbeitskraft
  5. Eine Risikovorsorge
  6. Eine Absicherung für die ganze Familie

Die Aufgaben der Berufsunfähigkeitsversicherung im Einzelnen

Berufsunfähig zu sein heißt oftmals, dass man keinem Beruf mehr nachgehen kann. Auf alle, die ab 1961 geboren wurden, wartet in diesem Fall die Erwerbsminderungsrente, aber diese liegt noch unter dem Niveau der Grundsicherung. Wer selbstständig oder freiberuflich tätig war, der bekommt überhaupt nichts. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist dann dafür zuständig, dass der Lebensunterhalt und damit auch die Sicherung der Existenz erhalten bleibt.

Alle, die nicht mehr in ihrem gelernten Beruf arbeiten oder die gar keiner Tätigkeit mehr nachgehen können, die verlieren auch ihr Einkommen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung schließt in diesem Fall eine Lücke, die durch den Wegfall des Einkommens entsteht und sie sichert den gewohnten Lebensstandard.

Statistisch gesehen geht jede zehnte Berufsunfähigkeit auf einen Unfall zurück und viele Betroffene haben so große körperliche Beeinträchtigungen, dass sie keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen können. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert ebenfalls den Lebensunterhalt, aber nicht nur das, sie kommt auch für den behindertengerechten Umbau des Hauses und für Therapieleistungen auf. Zusammen mit der privaten Unfallversicherung sichert die Berufsunfähigkeitsversicherung den Lebensstandard.

Fast alle Menschen erzielen ihr monatliches Einkommen, indem sie regelmäßig arbeiten gehen. Geht die Arbeitskraft verloren, dann stehen die Betroffenen vor dem finanziellen Aus. Die Absicherung durch die gesetzliche Krankenversicherung, also das Krankentagegeld ist nur auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, die Hürden für die Erwerbsminderungsrente hingegen sind sehr hoch, dafür sind die Leistungen niedrig. Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet hier den einzigen Schutz vor dem sozialen Absturz.

Keiner kann mithilfe von Kaffeesatz oder Kristallkugel in die Zukunft sehen und es ist die Berufsunfähigkeit, die zu den Gefahren gehört, mit denen kaum jemand rechnet. Vor allem junge Menschen denken nicht darüber nach, was passiert, wenn sie von einem auf den anderen Tag nicht mehr arbeiten können. Die BU sichert gegen dieses unterschätzte Risiko ab. Je jünger die Versicherung abgeschlossen wird, umso günstiger wird die Police.

Wer Kinder hat, der trägt auch eine große Verantwortung, vor allem in finanzieller Hinsicht. Wenn ein Einkommen komplett wegbricht, dann ist davon die ganze Familie betroffen und die Pläne für die Zukunft sind hinfällig. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird die Familie abgesichert und durch eine sogenannte Nachversicherungsgarantie wird es möglich, die Police bei der Geburt eines Kindes flexibel anzugleichen.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung übernimmt praktisch die Rolle einer Rente, sie sichert Monat für Monat den Lebensunterhalt, und zwar so lange, bis die gesetzliche Rente bezahlt wird. Wie teuer eine BU wird, das ist von mehreren Faktoren abhängig, zu denen unter anderem das Alter und der Beruf des Versicherten gehören. So muss ein 30 Jahre alter Lehrer oder Büroangestellter weniger bezahlen als ein Zimmermann oder Dachdecker, der schon über 40 Jahre alt ist. Wer Geld sparen will, der sollte sich schon zum Anfang des Berufslebens versichern, denn dann ist die gesundheitliche Vorbelastung noch gering, was die Tarife günstig macht. Wer sich erst später für eine BU entscheidet, vielleicht erst nach einem Bandscheibenvorfall, der muss bedingt durch einen Risikozuschlag etwas tiefer in die Tasche greifen.

Eine BU ist für jeden Arbeitnehmer eine unverzichtbare Versicherung, denn berufsunfähig zu werden, das kann jedem passieren, da niemand vor Krankheit oder einem Unfall gefeit ist.

Bild: © Depositphotos.com / 5seconds

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