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Alle Eltern möchten ihr Bestes tun, um ihre Kinder umfassend zu beschützen und sie vor Gefahren aller Art zu bewahren. Ein Komplettschutz ist leider nicht möglich, aber es gibt Möglichkeiten, den Nachwuchs im Bezug auf finanzielle Gefahren abzusichern. Zum Beispiel mit den richtigen Versicherungen. Aber welche Versicherungen für Kinder sind wirklich sinnvoll und welche sind völlig überflüssig? Bevor es an die Wahl der richtigen Versicherung für Kinder geht, sollten die Eltern jedoch zunächst einmal ihre eigenen Versicherungen durchsehen.

Die Eltern müssen richtig versichert sein

Es nützt einem Kind wenig, gut versichert zu sein, wenn die Eltern nicht perfekt abgesichert sind. Was ist, wenn die Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen? Gibt es keine gute Absicherung, dann stehen die Kinder vor dem finanziellen Nichts. Was passiert, wenn die Eltern durch den Unfall invalide sind? Nicht selten müssen dann die Kinder für die finanzielle Unterstützung sorgen, weil es keine passende Versicherung gibt. Eltern, die überlegen, eine Versicherung für ihre Kinder abzuschließen, sind gut beraten, zunächst einmal Ordnung in die eigenen Versicherungen zu bringen. Lebensversicherung, Haftpflichtversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind die Versicherungen, mit denen Eltern ihre Kinder vor Risiken effektiv schützen können.

Lohnt sich eine Kinderunfallversicherung?

Private Unfallversicherungen sind grundsätzlich dann zuständig, wenn es um die Folgen eines Unfalls geht. Passiert privat ein Unfall, dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung. Geschieht ein Unfall in der Schule, im Kindergarten oder auf dem Weg dorthin und wieder nach Hause, dann ist die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Was nicht abgedeckt ist, das sind die Unfälle, die in der Freizeit passieren. Hier zahlt die Versicherung aber auch nur, wenn es zu bleibenden Schäden kommt und das Kind schwerbehindert bleibt. Das ist allerdings sehr selten der Fall, wahrscheinlicher ist, dass ein Kind durch eine Krankheit wie Krebs oder eine Gehirnhautentzündung auf Dauer beeinträchtigt ist. Gemessen an den Kosten zwischen 60,- und 250,- Euro im Jahr, ist es eine Überlegung wert, ob Eltern diese Versicherung für Kinder abschließen sollten.

Wie sinnvoll ist die Invaliditätsversicherung für Kinder?

Anders als die Unfallversicherung sichert die Invaliditätsversicherung die Folgeschäden von Krankheiten ab. Das macht sie zu einer wichtigen Versicherung für Kinder. Je nach Tarif bekommt das Kind im Falle eines gesundheitlichen Schadens eine sehr hohe Einmalzahlung, die bei mindestens 350.000 Euro liegt. Möglich sind auch monatliche Rentenzahlungen von mindestens 500,- Euro. Grundsätzlich gilt: Je höher die Versicherungssumme, umso höher sind im Ernstfall auch die Einmalzahlungen und die monatlichen Renten. Die Eltern sollten sich jedoch genau überlegen, welche Variante sie wählen. Eine hohe Einmalzahlung macht einen behindertengerechten Umbau des Hauses möglich, eine monatliche Rente lohnt sich aufgrund des aktuell niedrigen Zinsniveaus nicht wirklich. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die Versicherung auch dann zahlt, wenn das Kind eine Vergiftung erlitten oder sich nach einem Zeckenbiss infiziert hat.

Die private Krankenzusatzversicherung

Die private Krankenzusatzversicherung für Kinder gehört in die Rubrik „nice to have“, es ist nett, sie zu haben, aber besonders sinnvoll ist diese Versicherung für Kinder nicht. In der Regel müssen die Eltern mehr in die Versicherung einzahlen, als sie an Leistungen erhalten. Eine Behandlung durch den Chefarzt und die freie Arztwahl sind nicht sonderlich sinnvoll, kieferorthopädische Behandlungen und Sehhilfen hingegen schon. Da die Kosten und Leistungen für eine private Krankenzusatzversicherung sehr unterschiedlich sind, sollten die Eltern gut abwägen und vergleichen, bevor sie eine solche Versicherung für ihre Kinder abschließen.

Die Ausbildungs- oder Aussteuerversicherung

Hinter der Ausbildungs- und Aussteuerversicherung verbirgt sich meist eine Kapitallebensversicherung. Der Auszahlungstermin ist meist der 18. Geburtstag und dem Kind steht dann ein nicht unerheblicher Betrag zur Verfügung. Leider hat auch die Aussteuer- oder Ausbildungsversicherung in Zeiten extrem niedriger Zinsen viel von ihrer Attraktivität verloren. Zudem ist die Versicherung nicht besonders flexibel und es gibt bessere Möglichkeiten, um Geld für die Ausbildung der Kinder lukrativer anzulegen. Festverzinsliche Wertpapiere sind eine gute Alternative für alle Eltern, die ihren Kindern eine sorgenfreie Ausbildung oder ein Studium finanzieren möchten.

Völlig sinnlos – die Rentenversicherung für Kinder

Es gibt tatsächlich eine Rentenversicherung für Kinder. Diese Versicherung hat eine Laufzeit von 60 Jahren, aber leider kann niemand vorhersagen, wie sich der Kapitalmarkt in diesen sechs Jahrzehnten entwickelt.

Fazit

Manche Versicherungen für Kinder sind durchaus sinnvoll, andere wie die Rentenversicherung, vollkommen sinnlos. Bevor Eltern eine Versicherung für ihre Kinder abschließen, sollten sie die Kosten und den Nutzen genau abwägen.

Bild: @ depositphotos.com / IgorVetushko

Ulrike

Ulrike

Ulrike ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: ulrike@versicherungen-blog.net
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