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Über zwei Wochen nach der Bundestagswahl steht fest, es gibt eine sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, der FDP und den Grünen. Die Mehrzahl der Deutschen kann sich offensichtlich mit diesem Zweckbündnis anfreunden, aber was bedeutet die Koalition aus vier Parteien für die Versicherungsbranche? Experten sehen in dieser Konstellation sowohl Gefahren als auch Chancen. Vor allem die FDP könnte dafür sorgen, dass die Branche davon profitiert.

Keine Bürgerversicherung

Einen Vorteil gibt es für die Versicherungsbranche bereits, denn mit der Jamaika-Koalition ist die Bürgerversicherung kein Thema mehr. Die privaten Krankenversicherungen können auch in Zukunft die Vollversicherung in ihrem Neugeschäft anbieten. Die Grünen haben zwar im Wahlkampf mit der Bürgerversicherung geworben, aber aller Voraussicht nach können sie sich nicht gegen die stärkeren Partner in der Koalition durchsetzen. Die Union und die freien Liberalen haben deutlich gemacht, dass es auch weiterhin ein duales System bei der Krankenversicherung gibt.

Neue Zielgruppen für die private Krankenversicherung

Je nachdem, wie stark sich die FDP in den Koalitionsverhandlungen positionieren kann, ist es durchaus möglich, dass die privaten Krankenversicherer neue Zielgruppen für sich gewinnen können. Die Liberalen möchten die private Krankenversicherung für alle Bürger öffnen, unabhängig davon, wie viel der Einzelne verdient. Jeder soll frei entscheiden können, ob er privat oder gesetzlich versichert sein möchte. Der CDU und den Grünen gefällt diese Idee allerdings nicht, hier ist mit Widerstand zu rechnen.

Stärkere Förderung für die private Altersvorsorge

Mit Optimismus kann die Versicherungsbranche auf Jamaika schauen, wenn es um die private Altersvorsorge geht. Die FDP und auch die CDU sind Befürworter der privaten Altersvorsorge und das bedeutet für die Anbieter neue Zielgruppen. Die FDP möchte eine Riester-Förderung für alle Deutschen. Nach ihrem Willen soll die geförderte Riester-Rente zukünftig allen zur Verfügung stehen, auch denjenigen, die selbstständig oder freiberuflich arbeiten.

Gute Aussichten für die Lebensversicherer

Für die Lebensversicherer ist die FDP in der Regierung optimal. Die Liberalen streben einen „schlanken“ Staat an und machen sich für Privatisierungen stark. So könnten die Autobahnen zumindest teilweise in die Hände privater Investoren kommen. Viele Versicherungen sind an dieser Privatisierung sehr interessiert, denn sie verspricht hohe Renditen und das über einen sehr langen Zeitraum. Dabei stehen aber nicht nur die Autobahnen im Fokus, es gibt nach andere Infrastruktur-Projekte, an denen Investoren wie die Lebensversicherer interessiert sind. Zwar sind die Autobahnen per Gesetz unverkäuflich, aber die FDP hofft hier auf eine Gesetzesänderung.

Bild: @ depositphotos.com / bellena

Ulrike

Ulrike

Ulrike ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: ulrike@versicherungen-blog.net
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