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Nur die wenigsten Versicherungskunden machen sich die Mühe und lesen die Allgemeinen Versicherungsbedingungen, wenn sie eine neue Versicherung abschließen. Wer sich jedoch die Mühe macht, der versteht in der Regel nur Bahnhof, denn die Sätze sind meist endlos lang und viele Begriffe müssen im Internet recherchiert werden. Dabei sind die AVBs für den Wettbewerb ein sehr wichtiger Faktor und immer mehr Versicherungen erkennen, dass sie ihre Bedingungen einfacher, verständlicher und transparenter gestalten müssen.

Warum sind die AVBs so schwer zu verstehen?

Warum sind die Allgemeinen Versicherungsbedingungen so schwierig und unverständlich gehalten und das, obwohl die Versicherten ständig mehr Transparenz fordern? Jedes Jahr untersucht die AMC Finanzmarkt GmbH zusammen mit dem Verständlichkeitsinstitut H&H Communication Lab die Dokumente der Versicherungen auf ihre Verständlichkeit. Jetzt ist schon die fünfte Auflage dieser Studie erschienen und wieder gibt es sehr viel zu bemängeln. Die Sprache ist immer noch sehr schwer verständlich und für Laien das berühmte Buch mit sieben Siegeln. Nur wenige Versicherungen haben sich die Kritik zu Herzen genommen und ihre AVBs auch für den Laien verständlicher gestaltet. Die HUK24 gehört zu diesen Versicherungen ebenso wie die ERGO und auch die Allianz.

Was machen die Versicherungen falsch?

Es gibt viele Kritikpunkte an den Versicherungsbedingungen. So sind die Sätze viel zu lang, auch die Anzahl der Informationen ist viel zu groß. Immer noch wird im Passiv formuliert und statt Verben gibt es zu viele Substantive. Zu viele Wörter sind zusammengesetzt und es wimmelt nur so von Fremdworten, die Laien nicht verstehen können. Selten gibt es eine klare Gliederung, die das Lesen vereinfachen würde, es fehlt an Absätzen und auch Zwischenüberschriften sind zu selten zu finden. Für alle diese Probleme gibt es Softwarelösungen, die zeigen, wie man es einfacher machen kann, denn nicht nur die Versicherungskunden, sondern auch die Verbraucherschützer sprechen sich für eine klare, verständliche Sprache aus.

Was sollte sich ändern?

Sprachwissenschaftler empfehlen den Versicherungen, die Sätze auf maximal 20 Worte zu beschränken und nur einen einzigen Gedanken in einem Satz zu formulieren. Auf Fremdworte sollte, wenn möglich, ganz verzichtet werden und wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann ist es wichtig, jedes Fremdwort, vielleicht in Form einer Fußnote, zu erklären. Die Kunden wollen nicht die Katze im Sack kaufen, sie wollen bei Bedarf ohne Probleme nachlesen können, was für ihre Versicherung wichtig ist.

Bild: © Depositphotos.com / Jeanette.Dietl

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Von Ulrike (Insgesamt 202 News)

Ulrike ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: ulrike@versicherungen-blog.net