Die BaFin warnt vor einer dubiosen Versicherung » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Krankenversicherung > Die BaFin warnt vor einer dubiosen Versicherung

Sie hat zwar keine Erlaubnis dazu, aber das hindert die Deutsche Gesundheitskasse nicht daran, Krankenversicherungen anzubieten. Der BaFin passt das gar nicht und sie spricht eine Warnung aus, aber das wird die selbst ernannten Versicherer sehr wahrscheinlich wenig kümmern. Die BaFin warnt in einem aktuellen Rundschreiben vor der Deutschen Gesundheitskasse aus Dresden, kurz DeGeKa. Sie ähnelt, was die Schreibweise angeht, sehr stark der Debeka, dem Branchenführer, wenn es um die private Krankenversicherung geht. Aber im Gegensatz zur Debeka darf die DeGeKa keine Krankenversicherungen verkaufen.

Die Ähnlichkeit ist zu verblüffend

Nicht nur der Name ist ähnlich, das Programm der DeGeKa erinnert ebenfalls an die Debeka. So gibt es sowohl bei der Debeka als auch bei der DeGeKa zum Beispiel einen „Basistarif KVBT“, der Leistungen beim Zahnarzt, im Krankenhaus, beim Arzt und auch im Ausland beinhalten soll. Die Kunden können ebenfalls eine Krankenhaustagegeldversicherung abschließen, aber auch hier gibt es das Problem: Diese Versicherung darf die DeGeKa gar nicht anbieten. Sie hat keine Erlaubnis, Geschäfte dieser Art in Deutschland zu betreiben, sagt die BaFin.

Die DeGeKa interessiert das nicht

Der Deutschen Gesundheitskasse ist es jedoch ziemlich egal, was die BaFin sagt. Auf der Webseite kann man den Vermerk lesen, dass die BaFin weder für die Deutsche Gesundheitskasse noch für die Deutsche Staatsangehörigkeit zuständig ist. Das Handeln der BaFin, so die DeGeKa weiter, beruhe nur auf dem Rechtskreis des Vereinten Deutschlands. Der selbst ernannte Versicherer will überhaupt nur sehr bedingt etwas mit der Bundesrepublik zu tun haben, denn in der Satzung wird erklärt, dass das Geschäftsgebiet der „Versicherung“ ganz Deutschland und seine Außengrenzen vom 31. Juli 1914 umfasst.

Nicht der erste Versuch

Die DeGeKa ist nicht der erste Versuch der sogenannten Reichsbürger, eine eigene Versicherung zu gründen. Es wurden bereits Versuche unternommen, eine Renten- und Haftpflichtversicherung sowie eine eigene Bank ins Leben zu rufen. Der Versuch, eine Bank zu gründen, scheiterte, denn die rund 600 Anleger wurden um die enorme Summe von 1,3 Millionen Euro betrogen. Der damalige Gründer der Bank, Peter Fitzek, der auch als der selbst ernannte „König von Deutschland“ bekannt wurde, bekam daraufhin vom Landgericht Halle eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten.

Die BaFin könnte jetzt versuchen, eine sogenannte Einstellungsanordnung zu erwirken. Ob das aber der dubiosen Versicherung das Handwerk legen kann, ist fraglich, denn die DeGeKa wird die Krankenversicherung nicht so einfach aufgeben.

Bild: © Depositphotos.com / Deklofenak

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Beamte dürfen selbst über ihre Krankenversicherung entscheiden Ist das der erste wichtige Schritt in Richtung einer einheitlichen Krankenversicherung? In Hamburg dürfen die Beamten in Zukunft selbst darüber entscheiden, ob sie gesetzlich oder privat krankenversichert sein wollen. Auch wenn es vielleicht so aussieht, nach Auskunft von Cornelia Prüfer-Storcks, der Gesundheitssenatorin der Hansestadt, ist das nicht der erste Schritt in die Bürgerversicherung, die die SPD gerne einführen möchte. Allerdings ist es ein deutlicher Kurswechsel, der für die anderen Bundesländer als Vorbild dienen könnte. Kein Zwang mehr Ab dem 1. August 2018 haben die Beamte...
Werden die Tarife der PKV verdoppelt? Wenn es nach Karl Lauterbach, dem Gesundheitsexperten der SPD geht, dann müssen sich alle, die privat krankenversichert sind, auf drastische Gebührenerhöhungen einstellen. In zehn Jahren, so Lauterbach, werden sich die Beiträge für die PKV verdoppelt haben, nur bei den Beamten werden die Beitragserhöhung deutlich moderater ausfallen. Lauterbach rechnet damit, dass sich die durchschnittlichen Anpassungen der Beiträge um fünf bis sieben Prozent nach oben verschieben werden. Nicht mehr reformierbar Karl Lauterbach rechnet jedoch nicht nur mit einer Erhöhung der Beiträge für die private Kran...
Krankenkassen wollen die Beiträge nicht erhöhen Während sich diejenigen, die privat krankenversichert sind, über die ständig steigenden Beiträge ärgern, müssen sich alle, die Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse sind, keine Sorgen machen. Die großen gesetzlichen Krankenversicherungen werden auch im nächsten Jahr ihre Zusatzbeiträge nicht erhöhen. Aber die Kassen warnen trotzdem vor steigenden Kosten. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geht unter anderem Martin Litsch, der Chef der AOK davon aus, dass die Zusatzbeiträge auch 2018 stabil bei 1,1 % bleiben werden. Die stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt Es ist die stabile und ...
SPD warnt vor zu hohen Krankenkassenbeiträgen Nur Wahlkampfgetöse oder berechtigte Sorge? Die SPD warnt vor einem wahren Beitragsschock bei der Krankenversicherung. Die Krankenkassen haben noch vor Kurzem wieder sehr gute Zahlen vorgelegt und es gab eine Entwarnung für alle Beitragszahler. Die Frage jedoch ist, wie lange ist die finanzielle Lage noch so gut? Die SPD ist davon überzeugt, dass es nicht mehr lange dauert, bis es zu einem neuen, sehr starken Kostenschub kommen wird und die Beiträge wieder steigen werden. Die Ruhe vor dem Sturm? Die SPD warnt vor einer trügerischen Ruhe vor dem Sturm und sieht in der Zukunft die Beiträge...
Mit einer Krankenhaus-Zusatzversicherung Versorgungslücken schließen Ein Aufenthalt im Krankenhaus ist nur sehr selten angenehm. Umso schlimmer ist es, während eines Aufenthalts nur eine einfache Grundversorgung zu bekommen und sich als Patient zweiter Klasse zu fühlen. Das erwartet aber diejenigen, die gesetzlich krankenversichert sind und die keine Krankenhaus-Zusatzversicherung haben. Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren nach und nach viele Leistungen aus dem Katalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen und das macht sich auch bei der Versorgung in den Krankenhäusern schmerzlich bemerkbar. Effektiv vorbeugen können die Versicherten hier mit einer K...
Von Ulrike (Insgesamt 202 News)

Ulrike ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: ulrike@versicherungen-blog.net