Versicherungen – der lukrative Nebenjob für Politiker » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Sonstige News > Versicherungen – der lukrative Nebenjob für Politiker

Politiker und Versicherungen – das ist offenbar eine beliebte Kombination, denn viele Politiker verdienen sich in der Versicherungsbranche noch etwas dazu. Es ist nicht so, dass sie es nötig hätten, denn jeder Abgeordnete geht jedes Jahr mit 114.500 Euro nach Hause, aber wenn sich die Gelegenheit bietet, diesen Betrag noch ein wenig aufzustocken, dann sagt keiner Nein. Laut des Portals „Abgeordneten Watch“ stehen bei der LVM bekannte Namen auf der Gehaltsliste, ebenso wie bei der DEVK und bei der Nürnberger.

Der Verdienst kann sich sehen lassen

Man muss sich die Politiker jetzt nicht als Versicherungsvertreter vorstellen, die von Tür zu Tür gehen, um ihre Versicherungen anzupreisen, aber was die Damen und Herren aus dem Abgeordnetenhaus genau tun, das bleibt nebulös. Einer der Spitzenverdiener ist die CSU-Abgeordnete Dagmar Wöhrl, die gleich mehrfach kassiert, und zwar Beträge zwischen 617.000 und 900.000 Euro pro Jahr. Unter anderem bekommt Frau Wöhrl Geld von der Nürnberger Versicherung, wo sie im Aufsichtsrat der Konzernmutter sowie der beiden Tochtergesellschaft sitzt. Sie erhält Summen, die sich zwischen 342.000 und 525.000 Euro bewegen. Welche Aufgaben Dagmar Wöhrl bei der Versicherung genau hat, das wollte die Nürnbergerin nicht beantworten.

Die Union liegt weit vorne

Es sind die Abgeordneten der Union von CDU und CSU, die besonders gerne in der Versicherungsbranche unterwegs sind. So bekommt der CDU-Abgeordnete Franz-Josef Heisterkamp unter anderem von der LVM-Lebens- und Krankenversicherung zwischen 255.500 und 532.000 Euro im Jahr. Da die Versicherung die Summen nicht genau auf den Cent, sondern in sogenannten Einkunftsstufen zahlt, bleibt die Transparenz leider auf der Strecke. Gleich zwei Eisen hat Wolfgang Bosbach, ebenfalls von der CDU, im Feuer. Er ist laut „Abgeordneten Watch“ sowohl für die DBV, die Deutsche Beamten-Versicherung sowie für die Signal Iduna wie auch immer tätig.

Noch mehr Aufstocker

Nicht nur die Abgeordneten von CDU/CSU stocken ihr Gehalt bei den Versicherern auf, auch die Politiker anderer Parteien sind gerne dabei. Martin Burkert (SPD) steht bei der DEVK Vermögens- und Beteiligungs-AG auf der Gehaltsliste, Michael Schlecht (Die Linke) hat einen Job bei der Volksfürsorge AG. Es gibt unter den Abgeordneten des Deutschen Bundestags aber auch echte Spitzenverdiener. Dazu gehört unter anderem der CSU-Politiker Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, der zwischen 2,1 und 3,1 Millionen Euro verdient.

Bild: © Depositphotos.com / Gajus-Images

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Was bedeutet die Jamaika-Koalition für die Versicherungsbranche? Über zwei Wochen nach der Bundestagswahl steht fest, es gibt eine sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, der FDP und den Grünen. Die Mehrzahl der Deutschen kann sich offensichtlich mit diesem Zweckbündnis anfreunden, aber was bedeutet die Koalition aus vier Parteien für die Versicherungsbranche? Experten sehen in dieser Konstellation sowohl Gefahren als auch Chancen. Vor allem die FDP könnte dafür sorgen, dass die Branche davon profitiert. Keine Bürgerversicherung Einen Vorteil gibt es für die Versicherungsbranche bereits, denn mit der Jamaika-Koalition ist die Bürgerversicherung kein...
Gibt es in Deutschland bald ein Provisionsverbot? Wenn ein Versicherungsvertreter eine Versicherung verkauft, dann bekommt er dafür eine Provision. Genau diese Provision ist der Verbraucherzentrale Bundesverband schon seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Durch die Provision, die der Versicherungsmakler bekommt, zahlen die Kunden, wenn auch nur indirekt, die Kosten der Beratung über die höheren Kosten für das Produkt, also die Versicherung. Auch das besonders in der Finanzberatung ein sehr schlechtes Image aufgebaut wurde, sieht der Verbraucherzentrale Bundesverband als Zeichen, in Sachen Provision endlich umzudenken. Positive Erfahrungen ...
Amazon nimmt Versicherungen ins Angebot „Amazon Protect“, so heißt das neuste Kind der großen Familie und damit steigt der Onlineriese offenbar auch in die Versicherungsbranche ein. Was in den USA schon möglich ist, kommt jetzt auch nach Europa. Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfahren hat, gibt es bereits Stellenausschreibungen in Großbritannien, in denen Amazon nach Fachkräften für den neuen Geschäftsbereich sucht. Ein neues Feld Amazon will in Europa neue Geschäftsfelder erschließen, sich aber nicht dazu äußern. Den Reuters-Bericht möchte der Konzern nicht kommentieren. Experten vermuten, dass es Amazon nicht primär daru...
Warum sind Versicherungsvertreter eigentlich so unbeliebt? In der Liste der unbeliebten Berufe finden sich die Versicherungsvertreter noch hinter den Finanzbeamten und den Politikern. Den Versicherungen bereitet diese Tatsache Sorgen, vor allem auch deshalb, weil viele Bürger einem Vertreter an sich, aber einem Versicherungsvertreter im Besonderen sehr misstrauisch gegenüber stehen. Die Gründe für diese Abneigung sind vielfältig und sie reichen von einer falschen Wahrnehmung bis hin zu den sogenannten hausgemachten Problemen. Nur jeder Neunte Die „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2017“ hat es an den Tag gebracht: Nur bei jedem neunten der 100...
Von Ulrike (Insgesamt 202 News)

Ulrike ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: ulrike@versicherungen-blog.net