Was taugen Rechtsschutzversicherungen fürs Internet? » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Rechtsschutz > Was taugen Rechtsschutzversicherungen fürs Internet?

Immer mehr Anbieter haben Rechtsschutzversicherungen im Portfolio, die Kunden bei Datenmissbrauch oder Mobbing im Internet helfen sollen. Versicherungsexperte Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hält solche Spezialversicherung grundsätzlich für „keine schlechte Idee“, denn viele Menschen könnten Rechtsschutz gebrauchen, wenn sie z.B. Abmahnungen von Anwaltskanzleien erhalten.

Die angebotenen Tarife können teilweise zu bereits vorhandenen Versicherungsverträgen dazu gebucht werden und kosten in der Regel zwischen 3-10 Euro monatlich extra. Manche Anbieter verlangen jedoch auch deutlich mehr: Die DEVK beispielsweise fordert für den Internet-Rechtsschutz – je nach Familienstand des Versicherten – zwischen 22 und 26 Euro, berichtet das Magazin „Focus“.

Allerdings warnt Versicherungsexperte Grieble, dass kein Angebot sozusagen ein „finanzielles Rundum-Sorglos-Paket“ darstellt. Das Problem bei Cyber-Kriminalität ist nämlich, dass die Hintermänner oft anonym bleiben und somit auch nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. In diesen Fällen kann man nichts tun, mit anderen Worten, wer z.B. einen Schaden durch eine gestohlene Identität erleidet, dem kann auch eine neue Police nicht helfen. Auch Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass die Policen „lückenhaft und häufig unnötig“ seien. Teilweise kommen die Versicherungen nur für eine Erstberatung bei einem Rechtsanwalt auf und zahlen hierfür, wie bei der ARAG, nur maximal 190 Euro. Die weiteren Anwaltskosten müssten die Versicherten dann trotzdem selbst bezahlen, von den möglichen Kosten für eine Gerichtsverhandlung ganz zu schweigen.

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Rechtsschutz übernimmt keine Kosten bei Selbstvertretung Nach einem Urteil des Amtsgerichts München muss eine Rechtsschutzversicherung keine Anwaltsgebühren bezahlen, wenn sich ein Rechtanwalt in einem Prozess selbst vertritt (Az.: 121 C 28564/07). Das Urteil ist rechtskräftig. Im konkreten Fall hatte sich ein Anwalt in einem Arbeitsgerichtsprozess selbst vertreten und forderte danach von seiner Rechtsschutzversicherung die Erstattung der Gebühren und Auslagen in Höhe von 629 Euro. Hätte der Anwalt einen Kollegen mit der Übernahme des Falls beauftragt, wären diese Kosten entstanden. Das Münchner Gericht wies die Klage des Mannes mit der Begründung...
Kfz-Betriebe sollen Rechtsschutz überprüfen Wie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) mitteilte, müssen Kfz-Betriebe derzeit damit rechnen, dass einige Hersteller und Importeure ihre Verträge mit den Betrieben kündigen. Hintergrund ist die zum 31.5.2010 auslaufende GVO, die eine Künsigungsfrist von zwei Jahren vorsieht, so dass Kündigungen bis zum 31.5.2008 zugestellt werden müssen. Sollte es zwischen den Vertragspartnern zu juristischen Auseinandersetzungen kommen, können die hieraus resultierenden Kosten die Existenz des Betriebes gefährden, warnt die GFK Rechtsschutz-Versicherung. Deshalb empfiehlt der ZDK dringend...
Auch Terrorverdächtigen muss Rechtsschutz gewährt werden Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) Anfang September muss die EU auch Terror-Verdächtigen Rechtsschutz gewähren. Dies gilt auch bei der Vorlage weitergehender UN-Beschlüsse. Beschließt demnach der UN-Sicherheitsrat, das Vermögen von Terrorverdächtigen einzufrieden, muss dieser Beschluss in der EU gerichtlich nachgeprüft werden. Betroffene dürfen gegen diesen Beschluss klagen. Im September 2005 hatte das EU-Gericht zunächst erklärt, dass die EU-Staaten den Resolutionen des UN-Sicherheitsrates nachkommen müssen, d.h. es wird keine Prüfung der Gültigkeit der Resolutionen vorge...
Verbraucherschutz erfolgreich bei Rechtsschutzversicherung Bereits seit mehreren Jahren kämpft die Verbraucherzentrale Hamburg gegen umstrittene Klauseln in den Geschäftsbedingungen von Rechtsschutzversicherungen. Grund: Viele Rechtsschutzversicherer verweigern bei arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen die Kostenübernahme, wenn der Versicherte sich auf eine Verhandlung mit dem Arbeitgeber über eine außergerichtliche Einigung eingelassen hat. Die Versicherer begründen ihre Weigerung damit, dass ein gerichtliches Verfahren "die Kosten unnötig erhöht" oder dadurch "ihre Erstattung" erschwert" sei. Die Verbraucherzentrale bewertet dies als problematisc...
Rechtsschutz verliert gegen Lehman-Opfer Eine Geschädigte der insolventen Bank Lehman Brothers hat den bundesweit ersten Prozess gegen eine Rechtsschutzversicherung im Fall Lehman gewonnen. Die Rechtsanwältin Uta Deuber von der Düsseldorfer Kanzlei MZS (spezialisiert auf Kapitalmarkt- und Anlagerecht) hatte für ihre Mandantin Klage gegen den Versicherer NRV eingereicht, weil dieser die Anwaltskosten im Rechtsstreit über Lehman-Zertifikate nicht übernehmen wollte. Laut der Anwältin hatte ihre Mandantin für etwa 4000 Euro Lehman-Zertifikate gekauft und die Bank nach dem Lehman-Zusammenbruch verklagt. Die NRV weigerte sich die Anwaltsko...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)