Unfallversicherung: Keine Vorerkrankung verschweigen » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Unfallversicherung > Unfallversicherung: Keine Vorerkrankung verschweigen

Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Köln kann das arglistige Verschweigen von Vorerkrankungen auch in der privaten Unfallversicherung den Versicherungsschutz kosten (Az.: 20 U 224/12). Darauf weist die „Monatsschrift für Deutsches Recht“ (Heft 17, 2013) hin.

Im konkreten Fall ging es um einen Versicherten, der gegen seine private Unfallversicherung klagte. Er hatte bei der Anzeige eines Unfalls nicht angegeben, dass er an Rückenproblemen litt. Nach dem Unfall hatte der Mann unter anderem eine Bandscheibenverletzung und machte gegenüber seiner Versicherung eine dauerhafte Minderung seiner Erwerbsfähigkeit geltend.

Als die Versicherung erführ, dass der Mann schon vorher ein Rückenleiden hatte, verweigerte sie die Zahlung. Zu Recht, urteilte das Kölner OLG, denn der Kläger wäre dazu verpflichtet gewesen, sein Rückenleiden frühzeitig anzuzeigen, da es für die Beurteilung des Versicherungsfalls wichtig gewesen wäre. Dass er dies nicht getan hatte, könne nur als arglistig bewertet werden, deshalb müsse die Versicherung nicht zahlen.

Dies sei im übrigen auch unabhängig davon, dass der Kläger bei der Anzeige nicht explizit nach Vorerkrankungen gefragt wurde und dass der Betroffene nicht ausdrücklich auf seine Auskunftspflicht und die Folgen der Verletzung dieser Pflicht hingewiesen wurde. Die Richter waren überzeugt davon, dass eine ordnungsgemäße Belehrung die arglistige Täuschung nicht verhindert hätte.

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Gerichtsurteil: Fragen der Versicherung in der Schadensanzeige müssen eindeutig formuliert sein Eine Unfallversicherung darf die Leistungen nicht kürzen, wenn die in einer Schadensanzeige zu beantwortenden Fragen missverständlich formuliert sind und sie dadurch überhaupt nicht vollständig und korrekt beantwortet werden können. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hervor (Az. 20 U 77/07). Im konkreten Fall erlitt ein Mann bei einem Fallschirm-Tandemsprung einen Wirbelkörperbruch mit schweren Nervenschädigungen. Als er den Unfall seiner Versicherung meldete, verweigerte diese die Zahlung der vertraglich vereinbarten Versicherungssumme in Höhe von 40.000 Euro. Begründung: ...
Unfallversicherung: Falsche Route kann Versicherungsschutz kosten Im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung sind Beschäftigte gegen Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle am Arbeitsplatz und auf dem Arbeitsweg versichert. Leider sind die Voraussetzungen bzw. Bedingungen für den Versicherungsschutz nicht immer eindeutig, weshalb häufig Gerichte entscheiden müssen, ob die Unfallversicherung zahlen muss oder nicht. In einem Urteil entschied das Landessozialgericht (LSG) Niedersachsen-Bremen z.B., dass ein Unfall, der auf einer anderen Route als der vorgesehenen geschieht, nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt (Az.: L 3 U 151/08). ...
Ohne Job in Deutschland keine Unfallversicherung für Auslandstätigkeiten Wer im Ausland einer beruflichen Tätigkeit nachgeht und hier in Deutschland nicht angestellt ist, der steht während seines Auslandseinsatzes nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das geht aus einem Urteil des Hessischen Landessozialgerichts hervor (Az.: L 3 U 170/07). Im konkreten Fall ging es um einen Dolmetscher aus dem Landkreis Kassel, der für einen Verein unentgeltlich einen Hilfstransport nach Russland begleitete, der zusammen mit dem Roten Kreuz organisiert worden war. Während seines Einsatzes in Russland verletzte sich der Mann. Die Berusgenossenschaft wertete de...
Unfallversicherung muss bei Tinnitus zahlen Psychische ‚"Verletzungen" nach einem Unfall begründen keinen Zahlungsanspruch gegenüber der privaten Unfallversicherung. Nach einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichtes Koblenz gilt diese Regelung jedoch nicht für eine so genannte Tinnitus-Erkrankung. Patienten klagen dabei über ständige Geräusche im Ohr, die sich nicht objektiv messen lassen und für die psychische Faktoren als ausschlaggebend gelten. Das Gericht stellte nun fest, es handele sich trotzdem um eine ‚"organische Veränderung". Deshalb sei die Unfallversicherung zur Zahlung an einenVersicherten verpflichte...
Gefahrtarif der gesetzlichen Unfallversicherung Wie hoch der Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung ist, wird auf der Grundlage des so genannten Gefahrtarifs festgelegt. Diesen Tarif, in dem Tarifstellen und Gefahrklassen enthalten sind, setzt die Berufsgenossenschaft autonom fest, erklärt anwalt24.de. Alle Unternehmensarten, für die eine Berufsgenossenschaft zuständig ist, werden in den Tarifstellen erfasst, während in den Gefahrklassen Gefahrengemeinschaften aufgelistet sind. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die ähnliche Gefährdungsrisiken bergen. Neben den Gefahrklassen bestimmen auch die Arbeitsentgelte der Versicherten und d...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)