Urteil: Tod durch Rosenstich ist Unfall » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Unfallversicherung > Urteil: Tod durch Rosenstich ist Unfall

Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe kann eine tödliche Verletzung, die durch einen Rosenstich verursacht wurde, als Unfall verstanden werden und die Unfallversicherung muss in diesem Fall zahlen (Az.: 12 U 12/13).

Im konkreten Fall ging es um einen Mann, der sich im Jahr 2010 beim Rosenschneiden verletzt hatte. Über die Verletzung gelangten Bakterien ins Blut. Nach mehrmonatiger Behandlung und der Teilamputation des betroffenen Fingers starb der Mann schließlich an einer Blutvergiftung. Die Unfallversicherung akzeptierte das Geschehen nicht als Unfall und verweigerte die Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme an die Witwe des Mannes.

Dies sei nicht rechtens, urteilten die Karlsruher Richter im Juli und setzten damit auch das Urteil der Vorinstanz außer Kraft. Das OLG erklärte, dass ein Unfall so definiert sei, dass „ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis“ auftrete und genau das sei der Stich mit einem Rosendorn gewesen. Es sei unstrittig, dass sich der Versicherte bei diesem Stich infiziert habe und letztlich an dieser Infektion gestorben sei.

Die Richter hielten eine absichtliche Verletzung des Mannes mit dem Rosendorn für unwahrscheinlich und selbst wenn diese zunächst nur als geringfügig erachtet wurde, könne sich die Unfallversicherung hierauf nicht berufen. Sie muss der hinterbliebenen Ehefrau wie im Versicherungsvertrag vereinbart 15.000 Euro plus Zinsen auszahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Unfallversicherung haftet nicht beim Duschen auf der Klassenfahrt Nach einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Bundessozialgerichts in Kassel muss die gesetzliche Unfallversicherung nicht zahlen, wenn sich ein Lehrer während einer Klassenfahrt beim Duschen verletzt (Az.: B 2 U 31/07 R). Im konkreten Fall ging es um eine Lehrerin aus Sachsen-Anhalt, die mit einer Kollegin und 17 Zweitklässlern auf Klassenfahrt in ein Schullandheim fuhr. Die Lehrerin rutschte an einem Abend auf den Fliesen der Dusche aus und erlitt hierbei Knochenbrüche am Fuß. Sie forderte von der gesetzlichen Unfallversicherung Entschädigung, welche diese jedoch verweigerte. Begründun...
Schaden muss der Unfallversicherung unverzüglich gemeldet werden! Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Köln kann ein Versicherter den Unfallversicherungsschutz verlieren, wenn er den Unfall zu spät meldet (Az. 20 U 167/07). Damit bekräftigten die Richter den Anspruch der privaten Unfallversicherungen auf eine unverzügliche Information über einen Schadenfall. Im konkreten Fall hatte ein Versicherter erst 11 Monate nach dem Unfall diesen seiner privaten Unfallversicherung gemeldet und begründete diese späte Information damit, dass er sich erst Klarheit über die Folgen des Unfalls und der hieraus resultierenden Schadensersatzansprüche verschaffen wollte. D...
Versichert auf dem Betriebsausflug Wenn sich ein Mitarbeiter auf einem Betriebesausflug oder auf einer Betriebesfeier verletzt, wird seitens der gesetzlichen Unfallversicherung häufig die Zahlung verweigert mit der Begründung es handele sich um eine Privatveranstaltung. Vor dem Sozialgericht in Karlsruhe wurde jetzt ein Urteil gefällt, das verdeutlicht, dass sich Versicherte nicht so einfach mit einer solchen Entscheidung abfinden sollten. Das Gericht entschied, dass einem Arbeitnehmer Geld aus der gesetzlichen Unfallversicherung zusteht, der sich bei einem Fußballturnier verletzt hatte, dass von seinem Arbeitgeber im Anschlu...
Wo hat der gesetzliche Unfallschutz seine Grenzen? Viele Seminare, Meetings oder Konferenzen dauern mehrere Tage und in den Tagungshotels wird den Gästen oftmals ein Sportprogramm angeboten, das gerne in Anspruch genommen wird. Aber was passiert, wenn es auf dem Laufband zu einem Unfall kommt oder wenn die Gewichte im hoteleigenen Fitnessstudio doch zu schwer waren? Kommt die gesetzliche Unfallversicherung für Verletzungen und Folgeschäden auf? Ein weitverbreiteter Irrtum Die meisten Arbeitnehmer gehen davon aus, dass sie automatisch einen beruflichen Versicherungsschutz genießen, wenn sie im Auftrag ihres Arbeitgebers zum Beispiel an ei...
Änderungen in der gesetzlichen Unfallversicherung 2010 Im kommenden Jahr wird sich einiges bei der gesetzlichen Unfallversicherung ändern. So wird es ab dem 4. Januar 2010 eine neue zentrale und kostenfreie Servicenummer für die gesetzliche Unfallversicherung geben. Diese "Infoline der Gesetzlichen Unfallversicherung" ist von Montag bis Freitag (8-18 Uhr) unter der Nummer 0800-6050404 erreichbar. Verbraucher erhalten hier Informationen und Antworten auf alle Fragen zur gesetzlichen Unfallversicherung und werden bei Bedarf auch an die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse weitergeleitet. Die Vereinheitlichung betrifft nicht nur die Serv...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)