Hunderttausende Ausländer ohne Krankenversicherung » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Krankenversicherung > Hunderttausende Ausländer ohne Krankenversicherung

Angesichts der zunehmenden Zahl von Ausländern, die ohne geregelten Aufenthaltsstatus in Deutschland leben und somit auch keine Krankenversicherung haben, fordern Ärzte nun eine Lockerung der Bürokratie, um die Behandlungsmöglichkeiten dieser Menschen zu verbessern.

So erklärte Ulrich Clever, der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesärztekammer, jüngst in Berlin, dass es nicht sein dürfe, „dass Menschen mit Migrationshintergrund aus Angst vor Abschiebung oder wegen eines fehlenden Versicherungsschutzes gar nicht oder erst sehr spät einen Arzt aufsuchen“. Die Folge dieses Verhaltens sei eine Verschlimmerung oder Chronifizierung der Krankheit, was häufig in einem medizinischen Notfall ende, warnt Clever.

Diese Situation sei für die behandelnden Ärzte sehr problematisch, denn sie wissen nicht, ob sie die hilfesuchenden Patienten nach den ärztlichen Grundsätzen behandeln sollen, ob Schweigepflicht besteht, wer die Kosten für die Behandlung übernimmt oder ob die Migranten an die Behörden gemeldet werden müssen.

In einer Stellungnahme bestätigt der Vorsitzende der Zentralen Ethikkommission (ZEKO) bei der Bundesärztekammer, dass Ärzte so oft „in gravierende ethische und zum Teil rechtliche Konfliktsituationen“ geraten. Nach einer Schätzung der Ethikkommission betrifft die beschriebene Problematik rund 200.000 – 600.000 Personen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus. Es gibt zwar eine Verwaltungsvorschrift, nach der in Notfällen die Betroffenen gegenüber den Ausländerbehörden anonym bleiben sollen, doch die wenigsten Ärzte, Pfleger und Angestellte wissen von dieser Vorschrift.

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Das nervt die Deutschen bei der Krankenversicherung Laut einer aktuellen repräsentativen GfK-Umfrage, die im Auftrag der "Apotheken Umschau" durchgeführt wurde, hat sich fast jeder zweite Deutsche (45,7%) schon einmal über seine Krankenkassen geärgert. Das häufigste Ärgernis sind höhere Beiträge und bürokratische Hürden. Das scheint nicht nur ein Problem der gesetzlichen Krankenkassen zu sein, denn Privatversicherte gaben ihren Versicherungen in diesen beiden Punkten durchschnittlich schlechtere Noten als gesetzlich Versicherte. Die meisten gesetzlich Versicherten ärgerten sich über größere Beitragserhöhungen (13,3%), bürokratische Mitarbeiter...
GKV: Milliardenschaden durch falsche Klinkabrechnungen Den Angaben des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) entstehen den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland jedes Jahr Schäden in Höhe von 1,5 Milliarden Euro durch fehlerhafte Klinik-Abrechnungen. Von den durch den medizinischen Dienst geprüften Abrechnungen sind demnach 40% zu hoch. Im Durchschnitt sind die Rechnungen 1100 Euro zu hoch, im Extremfall beträgt die Abweichung jedoch bis zu 100.000 Euro. Trotzdem werden nicht alle Abrechnungen überprüft, denn stellt sich heraus, dass die Abrechnung korrekt war, droht den Kassen eine Strafgebühr in Höhe von 300 Euro. G...
Krankenkasse muss nicht jede Brust-OP bezahlen Nach einem Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen muss eine Krankenkasse nicht zwangsläufig die Kosten für eine Brust-OP übernehmen (Az.: L 4 KR 477/11). Das ist z.B. dann der Fall, wenn sich eine Versicherte aus rein kosmetischen Gründen für eine Verkleinerung der Brust entscheidet. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) hin. Im konkreten Fall klagte eine Frau, die BH-Größe 85 D/DD hatte und laut Diagnose der Ärzte unter einer leichten Mammahypertrophie (also einem Busen von über 1 kg Gewicht pro Brust) und Rückenschmerzen litt. Weil di...
Kein Krankentagegeld bei Berufsunfähigkeit Die Aspect Online AG weist darauf hin, dass eine private Krankenversicherung nur dann Krankentagegeld bezahlt, wenn der Versicherte nicht berufsunfähig ist. Liegt eine Berufsunfähigkeit vor, so verfällt der Anspruch auf Krankentagegeld. Dies ist auch dann der Fall, wenn der Versicherte weiterhin seinen Beruf ausüben kann, bestätigte das Oberlandesgericht Köln in einem Urteil (Az.: 20 U 202/08). Im konkreten Fall hatte ein Getränkeauslieferer massive Verschleißerscheinungen seiner Lendenwirbelsäule. Ein Gutachten kam zu dem Schluss, dass der Mann auf Dauer seinen Beruf nicht mehr ausüben kann....
Kassenpatienten müssen 6 Tage länger auf Arzttermin warten Laut einer repräsentativen Befragung unter rund 6000 Deutschen, die im Auftrag des BKK Bundesverbandes durchgeführt wurde, müssen gesetzlich Krankenversicherte im Durchschnitt sechs Tage länger auf einen Arzttermin warten als Privatpatienten. Demnach warten Kassenpatienten durchschnittlich 20 Tage auf einen Termin, während privat Versicherte schon nach durchschnittlich 14 Tagen einen Termin bekommen. Auch bei den Wartezeiten in der Praxis gibt es - wenn auch nur kleine - Unterschiede. Im Durchschnitt warten Privatpatienten 21 Minuten, bis sie aufgerufen werden, Kassenpatienten müssen sich 27 M...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)