Urteil: Raucherpause nicht unfallversichert » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Unfallversicherung > Urteil: Raucherpause nicht unfallversichert

Nach einem aktuellen Urteil des Berliner Sozialgerichts gelten Unfälle, die sich in der Raucherpause ereignen, nicht als Arbeitsunfall. Da das Rauchen eine persönliche Angelegenheit ohne sachlichen Bezug zur Berufstätigkeit sei, haben Betroffene in diesen Fällen auch keinen Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung (Az.: S 68 U 577/12).

Im konkreten Fall hatte eine Pflegehelferin aus einem Berliner Seniorenheim geklagt, weil die gesetzliche Unfallversicherung nicht für die Kosten aufkommen wollte. Da in dem Gebäude Rauchverbot herrscht, ging die Frau zur Raucherpause vor die Tür. Als sie anschließend wieder zurück zu ihrem Arbeitsplatz gehen wollte, stieß sie mit einem Mitarbeiter zusammen, der einen Wassereimer trug. Die Frau rutschte aus und stürzte, wobei sie sich den rechten Arm brach. Die zuständige Berufsgenossenschaft weigerte sich, diesen Sturz als Arbeitsunfall anzuerkennen, woraufhin die Frau klagte.

Das Berliner Sozialgericht gab der Unfallversicherung recht und begründete dies damit, dass das Rauchen den Konsum eines Genussmittels darstelle und damit dem persönlichen und nicht dem beruflichen Lebensbereich zuzuordnen sei. Dies gilt unabhängig davon, ob es in dem Betrieb einen Raucherraum gebe oder die Mitarbeiter das Gebäude verlassen, um eine Zigarette zu rauchen. Anders verhalte es sich dagegen z.B. bei dem Besuch der Betriebskantine, der unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt. Das Mittagessen in der Mittagspause sei nämlich kein Genussmittel, sondern diene der Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der Arbeitskraft.

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Keine Unfallversicherung bei allgemein zugänglichem Betriebssport Die gesetzliche Unfallversicherung springt immer dann ein, wenn sich Arbeitnehmer beim Betriebssport verletzen. Das ist jedoch nicht der Fall, wenn der Sportverein eines Betriebes allgemein zugänglich ist und nicht nur die Beschäftigten des Betriebes durch spielen. Darauf weist die Stiftung Warentest in einer aktuellen Meldung hin. Sie verweist auf ein Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen, nachdem die gesetzliche Unfallversicherung nicht für Unfälle aufkommen muss, die in einem Betriebssportverein passieren, der "wie ein allgemeiner Sportverein für jeden zugänglich ist" (Az.: L...
Stiftung Warentest testet Seniorenunfallversicherungen In der Februar-Ausgabe der Verbraucherzeitschrift "Finanztest" hat sich die Stiftung Warentest verschiedene Seniorenunfallversicherungen genauer angesehen und kommt zu dem Ergebnis, dass eine solche Versicherung durchaus sinnvoll sein kann, wenn man die richtige ausgewählt hat. Arag, PVAG und Signal Iduna bieten schon für weniger als 100 Euro pro Jahr eine gute Police an, die Hilfeleistungen im Haushalt und bei der Pflege zahlt. Andere Policen garantieren darüber hinaus einen größeren Geldbetrag bei andauernder Invalidität, z.B. Arag, Deutscher Ring, Huk-Coburg und VRK. Die Experten empfehlen...
Neue Psychonomics-Studie zur Privaten Unfallversicherung Laut der Psychonomics-Studie "Private Unfallversicherung" besitzen 31% der Deutschen eine private Unfallversicherung, die sie vor den finanziellen Folgen von Unfällen schützen sollen. Ob jemand eine private Unfallpolice abgeschlossen hat, hängt auch mit der Einkommenssituation zusammen, so hat in der Einkommensgruppe bis 1250 Euro nur jeder siebte Bundesbürger, in der Einkommensgruppe von 1250-2500 Euro fast jeder Vierte und bei einem Einkommen über 2500 Euro über 40% eine private Unfallversicherung abgeschlossen. Je mehr Personen in einem Haushalt leben, desto wahrscheinlicher ist es, dass e...
Unfallversicherung muss keine Bandscheibenschäden absichern Nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt dürfen private Unfallversicherungen Bandscheibenschäden grundsätzlich vom Versicherungsschutz ausschließen (Az.: 7 U 102/10). Darauf weist die Fachzeitschrift "Recht und Schaden" hin. Dem OLG zufolge sind Bandscheibenschäden in der Regel die Folge von Abnutzungserscheinungen und wurden zumeist nicht durch einen Unfall verursacht. Deshalb sind sie nicht der Unfallversicherung, sondern vielmehr der Krankenversicherung zuzuordnen, so die Frankfurter Richter. Im konkreten Fall hatte ein Versicherter seine private Unfallversicherung auf...
Versicherungsschutz endet auch bei unfreiwilligen Stopps Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts endet der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, sobald man nach einem Unfall aus dem Auto aussteigt. Auch bei unfreiwilligen Stopps ist der Versicherungsschutz unterbrochen, da nur die Fortbewegung zum Arbeitsplatz versichert ist (Az.: B 2 U 26/07 R). Im konkreten Fall ging es um einen Mann, der auf dem Heimweg von seinem Arbeitsplatz in zwei Unfälle verwickelt war. Ein entgegenkommendes Auto hatte den Außenspiegel seines Fahrzeugs abgetrennt. Zunächst fuhr der Mann weiter, kehrte aber dann um, und suchte das Gespräch mit dem Unfallgegner. Der...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)