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Ab dem kommenden Jahr sind Versicherungen dazu verpflichtet sogenannte Unisex-Tarife anzubieten. Das bedeutet, dass das Geschlecht eines oder einer Versicherten keinen Einfluss auf die Versicherungsprämie haben darf, mit anderen Worten: ein und derselbe Tarif muss für Frauen wie für Männer das gleiche kosten. Auch für die private Krankenversicherung (PKV) bedeutet das, dass die Tarife 2013 für Frauen gleichbleiben, für Männer aber deutlich teurer werden. Dies gilt in erster Linie für Neukunden, für Bestandskunden sollen die Beitragsanpassung eher moderat ausfallen, heißt es.

Gegenüber der „Rheinischen Post“ bestätigte Reinhold Schulte, Chef der Signal Iduna und zugleich Chef des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV) die Beitragserhöhung für Männer. Seine Erklärung: „Künftig müssen Männer für die längere Lebenszeit der Frauen mitbezahlen“. Gerd Güssler vom Softwarehaus Kvpro schätzt den Beitragsunterschied zwischen Frauen und Männern derzeit auf rund 30%, auf diese Erhöhung müssten sich demnach Männer einstellen, die zukünftig in die PKV eintreten möchten. In Einzelfällen kann die Beitragsanpassung allerdings auch deutlich höher ausfallen, schreibt die „Rheinische Post“. „Spiegel Online“ berichtet z.B. von Extremfällen, in denen die Beitragserhöhung im Vergleich zum Vorjahr 41% ausmachen wird und zwar unabhängig von der Umstellung auf Unisex-Tarife.

Dass die Tarife für Frauen dagegen kaum günstiger werden, hat mehrere Gründe. Zum einen senken die meisten PKV-Anbieter im kommenden Jahr den Zins, auf dem die Altersrückstellungen basieren. Derzeit liegt er bei 3,5% und soll ab 2013 aber nur noch 2,75% betragen. Die Folge: Die Beiträge der Versicherten steigen. Schulte weist außerdem darauf hin, dass viele PKV-Anbieter die Umstellung auf Unisex-Tarife auch dazu nutzen, ihre Leistungen zu erweitern und z.B. die Psychotherapie in den Leistungskatalog aufzunehmen. Die PKV-Branche wolle „weg von den Billigtarifen“, so Schulte in der „Rheinischen Post“.

Einige wenige PKV-Unternehmen haben ihre wichtigsten Beitragszahlen schon jetzt genannt. So gab die Hallesche Krankenversicherung bekannt, dass die neuen Unisex-Tarife für Männer im Durchschnitt 20% teurer werden, bei den Frauen jedoch kaum Änderungen zu erwarten sind. Bestandskunden der Halleschen müssen sich auf einen Anstieg von 6,5% gefasst machen.

Auch wenn die Beitragsanpassungen für Bestandskunden „moderat“ ausfallen, können betroffene Kunden dennoch etwas tun, um ihre Krankenversicherungskosten zu senken. So haben sie das gesetzlich verankerte Recht auf einen Tarifwechsel innerhalb der eigenen Versicherungsgesellschaft, d.h. sie können bei der gleichen Versicherung in einen günstigeren Tarif wechseln, der beispielsweise einen geringeren Leistungsumfang hat. Bisher angesparte Altersrückstellungen werden in diesem Fall mitgenommen, während sie bei einem Wechsel zu einem anderen Anbieter meistens komplett oder zumindest größtenteils verfallen. Die Verbraucherzentralen weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine neue Gesundheitsprüfung bei einem internen Tarifwechsel nicht erforderlich ist. Jungen, gesunden Versicherten empfehlen Verbraucherschützer auch zu erwägen, ihren Selbstbehalt zu erhöhen, was ebenfalls zu einer Senkung der Beiträge führt.

Ungeachtet der aktuellen Beitragsdiskussion hat der PKV-Verband in dieser Woche seine aktuellen Geschäftszahlen für das Jahr 2011 vorgelegt: Demnach stieg die Zahl der Vollversicherten in der PKV um netto 80.900 und lag zum 31. Dezember 2011 bei 8,98 Millionen. Insgesamt haben 74.400 mehr Menschen von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die PKV gewechselt als umgekehrt. Auch bei den Zusatzversicherungen konnte die PKV ihr Wachstum fortsetzen: Die Zahl der Zusatzversicherung stieg im letzten Jahr um über 500.000 und lag am Jahresende somit bei 22,5 Millionen. Vor allem bei den Pflegezusatzversicherungen wurde ein besonders starker Anstieg (10,6) verzeichnet, insgesamt lag die Zahl dieser Versicherungen bei 1,88 Millionen.

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