Abschaffung der Praxisgebühr beschlossen » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Krankenversicherung > Abschaffung der Praxisgebühr beschlossen

Beim knapp achtstündigen Koalitionsgipfel am gestrigen Sonntag im Kanzleramt in Berlin haben sich Union und FDP bei einigen Streitthemen der letzten Wochen auf eine gemeinsame Linie eingeschworen. Neben einem Kompromiss beim Kampf gegen die zunehmende Altersarmut und der Einführung des Betreuungsgeldes zum 1. August 2013 ist sicherlich der Wegfall der Praxisgebühr der wichtigste Beschluss.

Bereits ab dem 1. Januar 2013 müssen Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen anders als bisher beim ersten Arztbesuch im Quartal keine Zuzahlung in Höhe von zehn Euro mehr leisten. Weil die Kassen in der jüngeren Vergangenheit Überschüsse in Milliardenhöhe angehäuft haben, dürfte der durch den Wegfall der Praxisgebühr bedingte Verlust von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr verkraftbar sein.

Gewinner bei der Entscheidung gegen die Praxisgebühr ist ganz klar die FDP, die in den vergangenen Wochen und Monaten darauf gedrängt hatte, die gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland in dieser Form zu entlasten, wohingegen die Union die Gebühr gerne als Steuerungsinstrument für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem medizinischen Angebot in Deutschland behalten hätte.

Um ihre Ziele in den anderen Bereichen, vor allem in Bezug auf das umstrittene und vor allem von der SPD scharf kritisierte Betreuungsgeld zu erreichen, musste die Union aber gegenüber der FDP Zugeständnisse machen, was in Form der Zustimmung zum Wegfall der Praxisgebühr geschehen ist.

Bleiben Sie immer aktuell mit unserer kostenlosen Handy-App!

Abschaffung der Praxisgebühr beschlossen
Bitte Bewerten

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Gesundheitsausgaben machen über 10% aus Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland kontinuierlich steigen und gemessen am Bruttoinlandsprodukt bereits über 10% ausmachen. Im Jahr 2006 beliefen sie sich insgesamt auf 245 Milliarden Euro, das sind 2,4% oder 5,7 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Für den einzelnen bedeutete dies im Durchschnitt 2970 Euro an Gesundheitsausgaben, im Vorjahr waren es 2900 Euro. Der größte Anteil der Gesundheitsausgaben ging an die gesetzliche Krankenversicherung: Insgesamt 57%, also 139,8 Milliarden Euro wurde an sie gezahlt, das entsprich...
Hallesche PKV gibt Beitragsgarantie Nach der CKV, der AXA und der Barmenia, hat nun auch die Hallesche Private Krankenversicherung für einige Tarife in ihrem Portfolio eine Beitragsgarantie ausgesprochen. Diese besagt, dass die Beiträge in den betroffenen Tarifen bis zum 31. Dezember 2012 stabil bleiben. Die Zusage für die Beitragsstabilität gilt für die Tarifmodelle NK2, NK3 und Bonus für Frauen sowie für die Tarife NK2, NK3 und NK100 für Männer. Experten weisen jedoch darauf hin, dass solche Beitragsgarantien immer nur über einen bestimmten Zeitraum hin erfolgen und langfristig weiter steigen werden. Insbesondere bei den sog...
Höhere Steuern durch Krankengeld rechtmäßig Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs von November letzten Jahres, ist der Steuerprogressionsvorbehalt, dem das Krankengeld eines freiwillig Versicherten, unterliegt nicht verfassungswidrig (Az.: X R 53/06). Im konkreten Fall hatte eine Frau geklagt, deren inzwischen verstorbener Mann als freiwillig Versicherter Krankengeld von seiner Krankenkasse erhalten hatte. Seine Witwe bezweifelte, dass das Krankengeld dem Steuerprogressionsvorbehalt unterliegen darf. Der Steuerprogressionsvorbehalt besagt, dass bestimmte Lohn- oder Gehalt-Ersatzleistungen selbst nicht besteuert werden, aber deren Ausz...
AOK zahlt Gesundheitsbonus Mit Inkrafttreten der neuen Gesundheitsreform zum 1. April dieses Jahres, will die AOK Brandenburg erstmalig Wahltarife mit Selbstbehalt anbieten, so Frank Michalak in einem Interview mit der MAZ. Ähnlich wie in der privaten Krankenversicherung können Versicherte dann einen Zusatzbonus erhalten, wenn sei das Jahr über keine größeren Leistungen in Anspruch nehmen. Die Rede ist über einen Bonus von 50 bis 600 Euro pro Jahr, je nach Einkommen. Die genauen Zahlen stehen allerdings noch nicht fest. Um diesen Bonus genießen zu können müssen Versicherte im Krankheitsfall Arzneimittel und Verordnung...
AOK Krankenkasse: Kein Zusatzbeitrag in 2011 Die AOK Baden-Württemberg wird nach eigenen Angaben auf einen Zusatzbeitrag im kommenden Jahr verzichten. Das teilte die Krankenkasse in der vergangenen Woche im Rahmen einer Veranstaltung in Heidenheim mit. Dr. Rolf Hoberg, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, erklärte, dass die Krankenkasse dank neuer Mitglieder auf eine stabile wirtschaftliche Zukunft blicken kann. Aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage sind Zusatzbeiträge im nächsten Jahr laut Hoberg nicht erforderlich.  Mit dem Verzicht auf Zusatzbeiträge möchte die AOK Baden-Württemberg die gute wirtschaftliche Lage an die...
Von Johannes (Insgesamt 9 News)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Menschlich? Dann bitte rechnen. ;) *