Diskussion um Rabattverträge bei AXA für CDU-Mitglieder » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Krankenversicherung > Diskussion um Rabattverträge bei AXA für CDU-Mitglieder

Einem Bericht des Magazins „Spiegel“ zufolge erhalten die knapp 500.000 Mitglieder der CDU und ihre Familien bei dem Versicherungskonzern AXA einen Preisnachlass von 5% bei privaten Krankenversicherungen (PKV). Laut dem Bericht hat die CDU einen Gruppenvertrag mit der AXA geschlossen, der außerdem vorsieht, dass eine Versicherung von Parteimitgliedern auch bei schwerer Krankheit nicht abgelehnt werden darf. Der „Spiegel“ weist zudem darauf hin, dass die frühere Oberbürgermeisterin von Frankfurt/Main, Petra Roth (CDU) und der frühere Unions-FInanzexperte Friedrich Merz im AXA-Aufsichtsrat sitzen.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd bestätigt die Parteizentrale in Berlin, dass die CDU Deutschland 1999 einen normalen Gruppenversicherungsvertrag mit der AXA geschlossen habe, den alle CDU-Mitglieder nutzen können. Da die Partei selbst hiervon keine Vorteile habe, sondern nur die Versicherten von den günstigen Konditionen profitiere, handele es sich bei diesem Vertrag weder um ein Sponsoring noch um eine Parteienfinanzierung. Auch ein AXA-Sprecher betonte gegenüber dem „Spiegel“, dass der Konzern „beim Versicherungsschutz keine parteipolitischen Interessen“ verfolge.

Tatsächlich sollen bislang nur 243 Mitglieder einen solchen Rabattvertrag in Anspruch genommen haben (Stand: Januar 2012). Die CDU-Parteizentrale erklärt in diesem Zusammenhang, dass es auch „vergleichbare Angebote“ von anderen Unternehmen wie z.B. Vodafone und T-Mobile gebe, „die für sehr viele Gruppen, Vereine und Verbände angeboten werden“. Dem „Spiegel“-Bericht zufolge gibt es einen ähnlichen Vertrag über einen 5%-Rabatt auch zwischen der FDP und der DKV als Anbieter privater Krankenversicherungen.

Bei den anderen Parteien (SPD, Grüne, Linke) soll es keine vergünstigten Krankenversicherungen geben. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Karl Lauterbach, bezeichnete einen solchen Gruppenvertrag mit Preisnachlässen für Parteimitglieder als völlig inakzeptabel und wirft der Union vor, „für ein paar Prozent Rabatt ihre politische Unabhängigkeit auf[zugeben] “. Lauterbach forderte eine Beendigung des Gruppenvertrages und auch die Grünen wollen in diesem Zusammenhang die bestehenden Sponsoring-Regeln prüfen und ggf. verschärfen. „Die Welt“ weist jedoch darauf hin, dass auch die Sozialdemokraten diverse Vorteile bekommen: So bietet ein Automobilclub „leistungsstarke Vorteile für SPD-Mitglieder“, die gleichzeitig auch „günstig mit der Bahn“ fahren und „zu Sonderkonditionen hervorragende Reiseangebote“ erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

‚“Arzneimittelsparpaket“ soll gesetzliche Kassen entlasten Zu den Hauptursachen für die Finanzprobleme bei den gesetzlichen Krankenversicherungen zählen die stark gestiegenen Arzneimittelausgaben. Mit einem Sparpaket wollte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) gegensteuern – doch der Bundesrat machte ihr zunächst einmal einen Strich durch die Rechnung. Einsparungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro jährlich hatte sich die Ministerin von ihrem Gesetz versprochen, das eigentlich zum 1. April in Kraft treten sollte. Durch die Ablehnung am heutigen Freitag im Bundesrat ist dieser Termin aber nicht mehr zu halten, weil nun zunächst das Vermittlungsverfa...
PKV: Beschwerden nehmen zu Im letzten Jahr haben sich mehr Versicherte beim Ombudsmann für die private Kranken- und Pflegeversicherung (PKV) beschwert als noch 2008. Die Anzahl der Beschwerden lag 2009 bei 5015 - das entspricht einem Anstieg von rund 15%. Ombudsmann Helmut Müller, erklärte auf einer Tagung des Bundes der Versicherten, dass aktuelle Hochrechnungen auf der Basis der Beschwerde-Eingänge von Januar bis März in diesem Jahr mit einem weiteren Anstieg gerechnet werden müsse. Der Ombudsmann ist der Ansprechpartner für alle Privat Krankenversicherten, die sich von ihrer Versicherung ungerecht behandelt fühlen,...
Hunderttausende Ausländer ohne Krankenversicherung Angesichts der zunehmenden Zahl von Ausländern, die ohne geregelten Aufenthaltsstatus in Deutschland leben und somit auch keine Krankenversicherung haben, fordern Ärzte nun eine Lockerung der Bürokratie, um die Behandlungsmöglichkeiten dieser Menschen zu verbessern. So erklärte Ulrich Clever, der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesärztekammer, jüngst in Berlin, dass es nicht sein dürfe, "dass Menschen mit Migrationshintergrund aus Angst vor Abschiebung oder wegen eines fehlenden Versicherungsschutzes gar nicht oder erst sehr spät einen Arzt aufsuchen". Die Folge dieses Verhaltens sei eine Ve...
Kündigungsrecht für private Krankenversicherung Eine private Krankenversicherung kann einen Versicherungsvertrag nicht nur aus dem Grund kündigen, weil der Versicherungsnehmer trotz Krankmeldung weiterhin berufstätig ist. Der Bundesgerichtshof hat dies in einer aktuellen Entscheidung eingeschränkt. Für die Kündigung der Versicherung müsse ein wichtiger Grund vorliegen, dies können nicht allein die Tatsache sein, dass der Versicherungsnehmer weiter arbeitet, obwohl er Krankgeschrieben ist. Es müssten vielmehr alle Umstände die in dem besonderen Einzelfall vorliegen berücksichtigt werden und zudem in beiderseitigem Interesse abgewogen werde...
Steuer-Zuschlag für gesetzliche Krankenversicherungen Den gesetzlichen Krankenversicherungen fehlen im kommenden Jahr mindestens zehn Milliarden Euro. Ein Grund dafür ist der Wegfall von rund vier Milliarden aus Steuermitteln, die bislang vom Finanzminister überwiesen wurden. Um insbesondere die Kosten für die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern zu decken, hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nun eine Sonderabgabe auf die Einkommenssteuer vorgeschlagen. Vorbild für dieses Modell könnte der Solidaritätszuschlag für Ostdeutschland sein. Lauterbach hält einen Aufschlag auf die Einkommenssteuer für sozial gerechter als eine weitere A...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)