Wildunfall – wer zahlt? » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > KFZ Versicherung > Wildunfall – wer zahlt?

Jahr für Jahr kommt es in Deutschland zu rund 250.000 Unfällen mit Wild, im Herbst steigt die Zahl der Wildunfälle auf deutschen Straßen an. Doch wer zahlt im Schadensfall? Die Stiftung Warentest erklärt in einer aktuellen Meldung, dass die Vollkaskoversicherung den Schaden immer übernimmt, doch bei der Teilkaskoversicherung kommt es darauf an, mit welchem Tier das Auto kollidiert ist.

In den Verträgen der Teilkaskoversicherung ist oft nur die Rede von einer Kostenübernahme bei Unfällen mit Haarwild. Zu Haarwild gehören laut dem Jagdgesetz unter anderem Dachse, Füchse, Hasen, Hirsche, Marder, Rehe und Wildschweine. Sogar Seehunde sind laut Jagdgesetz Haarwild und damit durch die Versicherungsverträge abgedeckt. Sehr viel wahrscheinlicher ist jedoch ein Wildunfall mit Vögeln wie z.B. Fasanen oder Hühnern oder auch größeren Nutztieren wie z.B. Kühen oder Haustieren wie Hunden oder Katzen.

In diesen Fällen zahlt die Teilkaskoversicherung jedoch grundsätzlich nicht, es gibt jedoch auch Anbieter, die ihre „Wildschadenklausel“ erweitert haben, so die Stiftung Warentest. Als Beispiel wird der ADAC genannt, der in seinem Kompakttarif nicht nur „Haarwild laut Jagdgesetz“, sondern auch Unfälle mit Haus- und Nutztieren versichert. Im teureren ADAC-Tarif Komfort Vario wird die Klausel sogar auf „Tiere jeder anderen Art“ erweitert. Letzteres ist auch bei dem Premium- und Komforttarif der Admiral Direkt der Fall. Andere Anbieter listen genau auf, welche Unfälle mit anderen Tierarten in ihren teureren Tarifen ebenfalls versichert sind: Bei der Asstel sind dies im Plus- und Komforttarif z.B. Hunde, Katzen, Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen.

Die Stiftung Warentest weist jedoch darauf hin, dass es auch in Tarifen, in denen „Tiere aller Art“ ausgewiesen sind, nicht immer zu einer Kostenübernahme kommt, wenn Kleintiere wie Hasen, Füchse oder Kaninchen beteiligt sind. Da der Schaden durch einen Zusammenstoß mit dem Tier in der Regel hier kleiner ist als durch ein missglücktes Ausweichmanöver raten die Experten dazu, lieber einen Aufprall zu riskieren. Ansonsten könnte sich die Teilkaskoversicherung weigern, den Schaden zu übernehmen.

Wer in einer ländlichen Region wohnt oder häufig auf Landstraßen unterwegs ist, sollte in seinen Versicherungsbedingungen nachlesen, welche Wildunfälle versichert sind. Gerade in älteren Verträgen ist die Wildschadenklausel oft nicht erweitert. Hier lohnt es sich, abzuwägen, die Versicherung zu wechseln, denn viele neue Tarife bieten die Erweiterung auch ohne Zuschlag.

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Kfz-Haftpflicht nur bei „typischer Fahrzeugnutzung“ Nach einem Urteil des Landgerichts Kaiserslautern muss die Kfz-Haftpflichtversicherung nur für Schäden aufkommen, die bei "typischer Fahrzeugnutzung" entstehen (Az. 1 S 16/08). Schäden, die in Situationen entstehen, bei denen die Fahrzeugnutzung eine unwesentliche Rolle spielt, sind von der - sofern vorhanden - privaten Haftpflichtversicherung zu übernehmen. Im konkreten Fall ging es um einen Mann, der mit seinem Auto in ein Wildgehege gefahren war und vergessen hatte, das Eingangstor wieder zu verschließen. Mehrere Tiere Damwild entliefen aus dem Gehege, woraufhin der Eigentümer von dem Man...
Unfall: Recht auf einen eigenen Sachverständigen Die Rechtsanwaltskanzlei Kaiser & Kollegen aus Mannheim weist darauf hin, dass Geschädigte nach einem Verkehrsunfall viele Rechte gegenüber der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers haben. Dazu gehört unter anderem das Recht auf einen unabhängigen Sachverständigen seiner Wahl. Dieser kann mit der Schadensfeststellung beauftragt werden. Oft bietet die Versicherung des Unfallverursachers an, einen eigenen Sachverständigen zur Begutachtung des Schadens einzusetzen. Auf dieses Angebot muss der Geschädigte jedoch nicht eingehen. Wer einen eigenen Sachverständigen beauftragt, sollte wi...
Die Lokführer streiken – Mitfahrgemeinschaften gründen Ab Donnerstag treten die Lokführer in Deutschland in den Streik. Was zunächst zur für den Güterverkehr gelten soll, kann sich Anfang der kommenden Woche ganz schnell auf den Personenverkehr ausweiten. Damit haben hundertausende von Bahnfahrern ein Problem. Die Hamburger Morgenpost regt in Ihrer heutigen Ausgabe dazu an, Fahrgemeinschaften mit dem PKW zu gründen, um Deutschlands Straßen nicht komplett zu verstopfen und ein Verkehrschaos zu verursachen. Eine Idee, die zum Nachahmen anregen sollte. Wie steht es allerdings um den Versicherungsschutz von Mitfahrern im eigenen PKW? Die Insassen ...
4-6 Wochen Bearbeitungszeit bei Unfallregulierung Die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung hat für die Unfallregulierung 4-6 Wochen Zeit. Dies gilt auch denn, wenn es sich bei dem Unfall um einen einfachen Fall handelt, wie das OLG Stuttgart in einem aktuell Urteil festlegte (Az.: 3 W 15/10). Selbst wenn das Verschulden und die Haftung bei einem Unfall eindeutig sind, sind Schadenersatzforderungen im Straßenverkehrsbereich für die Haftpflichtversicherung ein Massengeschäft. Sie kann deshalb keine Rücksicht auf einzelne Fälle oder personelle Schwankungen nehmen. Der Versicherte könnte keine Bearbeitungszeit von weniger als 4 Wochen verlang...
Sparen bei der Kfz-Versicherung: Stichtag 30. November Autofahrer, die im nächsten Jahr von günstigeren Versicherungstarifen profitieren wollen, müssen bei ihrer alten Versicherung bis zum Stichtag 30. November gekündigt haben. Nur dann ist der Wechsel zu einer anderen Gesellschaft mit niedrigeren Tarifen möglich. Der Vergleich verschiedener Angebote lohnt sich in diesem Jahr ganz besonders: Die Kfz-Versicherer liefern sich einen erbitterten Preiskampf, von dem die Versicherten profitieren. Je nach Fahrzeugtyp und Art des gewählten Versicherungsschutzes sind Einsparungen von einigen hundert oder sogar mehr als 1000 Euro im Jahr möglich. Am stärkst...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)