Große Unterschiede bei der Direktversicherung als bAV » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Altersvorsorge > Große Unterschiede bei der Direktversicherung als bAV

Jeder Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) und viele Unternehmen machen ihren Mitarbeitern auch entsprechende Angebote. Vor allem Direktversicherungen sind sehr beliebt, weil sie unkompliziert und bequem sind und die Beiträge von Arbeitgeber, Arbeitnehmer oder beiden gemeinsam gezahlt werden können. Außerdem wird hier schon bei Vertragsabschluss eine lebenslange Mindestrente garantiert, die wahlweise auch als Kapitalabfindung ausgezahlt werden kann. Doch die Möglichkeiten sind vielfältig und eine gute Auswahl sehr wichtig, denn je nach Vertrag kann der Unterschied in der späteren Rente gut 4.000 Euro ausmachen, hat die Stiftung Warentest in einem umfassenden Test ermittelt.

Insgesamt 33 Angebote von Versicherern wurden von den Experten analysiert. Dabei wurden jedoch nicht die möglichen Überschüsse in unbekannter Höhe einbezogen, sondern nur die tatsächlich garantierte Rente, die bei jedem Vertragsabschluss festgelegt wird. Die einzelnen Angebote wurden anhand eines konkreten Beispiels beurteilt: Ein 40-jähriger Mann zahlt 27 Jahre lang über die betriebliche Altersvorsorge 100 Euro monatlich direkt von seinem Bruttogehalt in eine Direktversicherung. Wie hoch ist die Rente bei den einzelnen Anbietern? Die Stiftung Warentest ermittelte die Europa als günstigsten Anbieter, denn hier erhält der Mann aus dem Beispiel ab dem 67. Lebensjahr eine garantierte monatliche Rente von 159 Euro bis an sein Lebensende. Bei der Nürnberger würde er nur 141 Euro erhalten. Gleichaltrige Frauen erhalten übrigens bei der Europa 143 Euro und bei der Württembergischen oder der Generali nur 128 Euro monatlich. Über einen Zeitraum von 10 Jahren hinweg können sich so Differenzen von rund 4.000 Euro ergeben. Grundsätzlich bieten die Europa, die Interrisk, Hannoversche und WGV die höchsten Garantierenten für Einzelverträge.

Die Höhe der garantierten Rente hängt auch noch von anderen Faktoren ab. So bieten die meisten Anbieter höhere Renten an, wenn sich in einem Betrieb gleich mehrere Mitarbeiter für die Direktversicherung als bAV entscheiden. Hier kann der Arbeitgeber oft noch ein gutes Angebot für seine Mitarbeiter aushandeln, berichtet die Stiftung Warentest. Die garantierte Rente sinkt (z.B. von 159 auf 154 Euro monatlich), wenn der Versicherte noch eine zusätzliche Todesfallleistung wünscht, um seine Familie im Falle seines Todes finanziell abzusichern. Bei den meisten Anbietern hat der Kunde die Wahl, ob er einen solchen Zusatzschutz wünscht, einige Anbieter setzen diese Leistung jedoch verbindlich an, was für Singles und Kinderlose wenig attraktiv ist. Es lohnt sich also, vor dem Abschluss einer Direktversicherung genau zu vergleichen.

Die betriebliche Altersvorsorge wird staatlich gefördert. Aktuell dürfen Arbeitnehmer 4% der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuer- und sozialversicherungsfrei von ihrem Bruttogehalt in die bAV einzahlen, das sind derzeit 2.688 Euro pro Jahr. Ändert sich die Beitragsbemessungsgrenze, ändert sich automatisch auch der steuer- und soziaversicherungsfreie Betrag. Für Verträge, die ab 2005 abgeschlossen wurden, gilt, dass weitere 1.800 Euro zusätzlich investiert werden dürfen, ohne dass für sie Steuern und Sozialabgaben fällig werden. Bei älteren Verträgen sind die 1.800 Euro nur steuerfrei, es müssen auf sie jedoch Sozialabgaben gezahlt werden.

Die Stiftung Warentest rät dazu, diese staatliche Förderung zu nutzen, entweder über die Riester-Rente oder die bAV. Es kann auch beides miteinander kombiniert werden. Für Frauen empfehlen die Experten allerdings eher die Riester-Rente, nicht nur, weil es hier Kinderzulagen gibt, sondern auch, weil Frauen in der bAV für den gleichen Beitrag am Ende eine niedrigere Rente erhalten. Zum Jahresende müssen die Unternehmen zwar Unisex-Tarife anbieten, doch es ist zu befürchten, dass sie dies in höheren Beiträgen oder niedrigeren Renten für alle ausdrücken wird. Die Stiftung Warentest weist außerdem darauf hin, dass die Direktversicherung bei einem Jobwechsel ohne neue Abschlusskosten zu dem neuen Arbeitgeber mitgenommen werden kann, sofern alter und neuer Arbeitgeber das Übertragungsabkommen der GDV unterzeichnet haben. Interrisk und LV 1871 Private Assurance haben dies nicht getan. Die Mitnahme der bAV bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der ursprüngliche Garantiezins beibehalten wird.

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Kinder müssen nich für Pflege der Eltern aufkommen Erwachsene Kinder müssen für das Leben ihrer Eltern in Alters- und Pflegeheimen nicht aufkommen, wenn sie damit ihre "angemessene eigene Altersvorsorge" beeinträchtigen würden. So entschied der Bundesgerichtshof in einem Fall, wo ein Mann nicht mit seinem Vermögen von rund 113.000 Euro für die Pflege seiner Mutter aufkommen wollte. Für das Geld wollte der ledige und kinderlose Sohn eine Eigentumswohnung kaufen und den Rest in einen neuen Pkw anlegen. Es kommt nicht auf die Art der Altersvorsorge an, legte das Gericht fest, da es dem Unterhaltspflichtigen frei steht, in welcher Art und Weise er...
Steuern sparen mit der Rürup-Rente Für Selbstständige und Freiberufler besteht bei der Rürup-Rente jetzt eine wesentlich bessere Möglichkeit fürs Alter vorzusorgen und auch noch Vater Staat an der Finanzierung zu beteiligen. Vom Gesetzgeber wurde zum Jahreswechsel bei der vorher durchaus tückischen Günstigerprüfung nachgebessert. Konnte es bisher durchaus passieren, dass die eingezahlten Beträge steuerlich nicht berücksichtigt wurden, so können diese durch einen separaten Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung jetzt auf jeden Fall geltend gemacht werden. Die Rürup-Rente ist daher für Freiberufler und Selbstständige ein ...
Konsum für die Rente Altersvorsorge ohne Konsumverzicht – das ist das Prinzip der so genannten Deutschland-Rente, einem neuen Produkt der Rheinland-Versicherung und der Düsseldorfer ARAG, in dem Konsum, Rente und Bonuspunkte miteinander kombiniert werden. Die Deutschland-Rente ist ab März verfügbar und ist eigentlich eine fondsgebundene Rentenversicherung, für die die monatliche Grundprämie mindestens 19,90 Euro beträgt. Das neue an dieser Rente ist, dass der Versicherte nicht nur Beiträge einzahlt, sondern über Kreditkartenumsätze oder Einkäufe bei Bonuspartnern die spätere Rente aufstocken kann. Rund 180 Partne...
Kein Glaube an gesetzliche Rentenversicherung Die Altersvorsorge gehört zu den vieldiskutierten Themen. 80 Prozent der Deutschen glauben nicht, dass die Politik die aktuelle Schieflage der Rentenversicherung in den Griff bekommt. 93 Prozent der Bundesbürger sind der Auffassung, dass das Ihr Lebensstandart im Rentenalter unter ihrem heutigen Standart liegen wird. Nur noch ca. 8 Prozent glauben, dass die gesetzliche Rente sicher ist. 75 % der Bürger halten eine private Zusatzversicherung für das Alter für unumgänglich. Ein Großteil geht trotzdem davon aus, dass ihrer heutigen Lebensstandart im Alter nicht halten zu können. Die Verunsiche...
Eigene Altersvorsorge geht vor Unterhaltspflicht Im Ernstfall müssen Kinder für ihre Eltern aufkommen, wenn diese pflegebedürftig werden. Die Unterhaltspflicht darf allerdings nicht zu weit gehen. Ein Eigenheimkauf darf z. B. aus diesem Grunde nicht scheitern. Gemäß einem Urteil des Bundesgerichtshofes müssen Kinder grundsätzlich für den Unterhalt Ihrer Eltern aufkommen. Dies darf jedoch nicht so weit gehen, dass die eigene Altersvorsorge darunter leidet. Verhandelt wurde ein Fall, in dem ein Mann sein Erspartes in Höhe von ca. 113.000 EURO für den Unterhalt seiner Mutter einsetzten sollte. Der Mann argumentierte vor Gericht, dass er ein...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)