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Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Sie kann im schlimmsten Fall vor dem finanziellen Ruin schützen und die eigene Existenz retten. Allerdings gibt es für den Abschluss einer BU-Versicherung bestimmte Voraussetzungen und nur wer diese erfüllt, bekommt einen Vertrag. Ausgeschlossen sind z.B. bestimmte Vorerkrankungen. Andere Kunden können sich eine BU-Versicherung schlicht nicht leisten, doch wie sichern sie ihre Invaliditätsrisiken ab?

Die Stiftung Warentest hat den Markt unter die Lupe genommen und verschiedene Alternativen zur BU-Versicherung zusammengestellt, betont aber, dass die BU-Versicherung stets die erste Wahl sein sollte. Ausnahme: Für Selbstständige könnten diese Alternativen allerdings sowieso sinnvoller sein, da die BU-Versicherung bei ihnen meistens sowieso nur dann zahlt, wenn sie überhaupt nicht mehr arbeiten können und der alternative Erwerbsunfähigkeitsschutz deutlich günstiger ist.

Die Angebote für den Invaliditätsschutz sind recht unterschiedlich und reichen von Dread-Disease-Versicherungen oder Funktionsinvaliditätsversicherungen über Grundfähigkeitsversicherungen bis hin zu Unfall- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen. Die Vorteile dieser Alternativen bestehen darin, dass die in der Regel deutlich günstiger sind als die klassische BU-Versicherung und auch Vorerkrankungen sind nicht automatisch ein Ausschlusskriterium. Allerdings decken diese Policen immer nur bestimmte Invaliditätsrisiken ab und bieten somit auch nur eingeschränkten Schutz. Trotzdem sind sie laut Stiftung Warentest „immer noch besser als gar keine Absicherung“.

Der BU-Versicherung am ähnlichsten ist wohl die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die im Versicherungsfall eine vertraglich vereinbarte Rente zahlt. Welchen Beruf der Versicherte ausgeübt hat, ist dabei egal, doch in der Regel zahlt die Versicherung erst dann, wenn der Versicherte fast überhaupt keine Tätigkeit mehr ausüben kann. Laut Stiftung Warentest erlauben die meisten Versicherungen im Leistungsfall aber dennoch eine tägliche Arbeitszeit von weniger als 3 Stunden. Die besten Angebote hierfür gibt es laut Stiftung Warentest bei der AachenMünchener, der Bayern-Versicherung und der Cosmos Direkt.

Die private Unfallversicherung zahlt eine vereinbarte Geldsumme, wenn der Versicherte einen Unfall erlitten hat, der zu dauerhaften körperlichen Beeinträchtigungen geführt hat. In der Regel meint „dauerhaft“ hier die Zeitspanne von mindestens 3 Jahren. Krankheiten (die am häufigsten Ursache von Berufsunfähigkeit sind) sind dagegen nicht versichert. Gute Angebote bieten z.B. die Swiss Life und die Interrisk.

Bei der sogenannten Dread-Disease-Versicherung („Schwere-Krankheiten-Versicherung“) erhalten die Versicherten bei der Diagnose einer schweren Krankheit, einem schweren Unfall oder dem Verlust bestimmter Fähigkeiten wie Gehen oder Sprechen sofort eine vereinbarte Geldsumme ausgezahlt. Dabei ist die Arbeitsfähigkeit des Versicherten ohne Belang. Allerdings ist in den Vertragsbedingungen genau festgelegt, bei welchen Krankheiten oder Ereignissen die Versicherung einspringt. Dazu gehört in der Regel Herzinfarkt, Schlaganfall und bestimmte Krebserkrankungen. Stiftung Warentest empfiehlt hier unter anderem die Tarife der Neuen BBV, Canada Life, Gothaer und Skandia.

Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn der Versicherte grundlegende Fähigkeiten wie Gehen, Sehen oder Sprechen verliert – unabhängig davon, ob dies wegen einer Krankheit oder eines Unfalls geschieht. Auch die Erwerbsfähigkeit des Versicherten spielt hierbei keine Rolle. Allerdings sind die Kriterien für eine Rentenzahlung sehr streng, so müssen die im Vertrag genannten Fähigkeiten voraussichtlich für mindestens ein Jahr oder auch vollständig eingebüßt worden sein, erklärt die Stiftung Warentest.

Relativ neu ist dagegen die Funktionsinvaliditätsversicherung, die eine Mischung aus Unfall-, Grundfähigkeits- und Dread-Disease-Versicherung darstellt. Der Versicherte erhält eine vereinbarte Rente, wenn er durch einen Unfall oder Organschäden bestimmte Fähigkeiten verliert oder pflegebedürftig wird. Auch hier sind die Kriterien für eine Rentenzahlung sehr streng, z.B. muss die Erkrankung einen bestimmten Schweregrad erreichen und die körperlichen Beeinträchtigungen müssen meistens dauerhaft und nicht heilbar sein.

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Von Melanie (Insgesamt 1903 News)
2 Kommentare für “Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung
  1. Basti

    Im großen und Ganzen ist eine Sache besonders wichtig und zwar das frühzeitge kümmern um eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Warum so früh wie möglich ? Da es wie in diesem Artikel angesprochen Aufnahmekriterien gibt um solch eine Versicherungsschutz zu bekommen.Zum einen ist der Gesundheitszustand entscheident. Also ist davon auszugehen das junge Leute in der Regel gesund sind und deshalb nicht durch den Gesundheitscheck bei der Antragsstellung durchfallen. Zusätzlich sinkt die Warscheinlichkeit des zu hohen Preises einer solchen Absicherung bei Abschluss im jungen Alter. Also auch hier gilt wieder einmal das Sprichwort:“Der frühe Vogel fängt den Wurm“.
    Die Aussage, dass Selbstständige erst bei völliger Arbeitsunfähigkeit eine Leistung einer Berufsunfähigkeit bekommen ist schlicht weg FALSCH! und grenzt schon an Fehlberatung. Gerade für Selbstständige ist eine solche Absicherung besonders wichtig, weil sie noch nicht einmal den Erwerbsminderungsschutz des Staates bekommen würden.Desweiteren wird in diesem Artikel überhaupt nicht auf das wichtigste Thema überhaupt eingegangen und zwar, dass wichtige Unterschiede im Vertragswerk gibt betreffend der abstrakten Verweisbarkeit.
    Diese beinhaltet nämlich, dass Bu-Versicherer erst zahlen müssen wenn kein anderer Beruf mehr möglich ist. Nebenbei gesagt alle Versicherungen die oben zu diesem Thema aufgezählt wurden, die diese Verweisungs-Klausel enthalten sind schlicht weg nicht zu empfehlen da die warscheinlichkeit eine Leistung zu erhalten nahe zu null ist.
    Gerade deshalb ist bei den letzten Test der „Stiftung Warentest“ raus gekommen das gerade die Groß-Versicherer in ihren Tarifen mittlerweile auf diese Klausel verzichten um konkurrenzfähig zu bleiben.Die einzigen sinnvollen Alternativen die hier wirklich genannt wurden, waren die Unfallversicherung und die Dread Desease.

  2. Alexander Kuhlen

    Kommt eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund der gesundheitlichen Situation des Kunden aktuell oder dauerhaft nicht in Frage, bieten sich in der Tat o.g. alternative Absicherungsformen. Auf welche es letztendlich hinausläuft ist immer von der individuellen persönlichen Kundensituation abhängig. Auch gibt es des öfteren Versicherer, die unter bestimmten Voraussetzungen auf eine ausführliche Gesundheitsprüfung verzichten, bzw. den Umfang der Gesundheitsfragen stark einschränken, so dass für viele Kunden mit gesundheitlicher Beeinträchtigung der Weg in die Berufsunfähigkeitsversicherung wieder offen ist. Welche Absicherung möglich ist, sollte vor der Antragsstellung im Rahmen von Risikovoranfragen bei unterschiedlichen Versicherern geklärt werden. Dieser Service wird u.a. von auf die Berufsunfähigkeitsversicherung spezialisierten Versicherungsmaklern angeboten.

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