Vorerkrankung kann Leistungen der Unfallversicherung verringern » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Unfallversicherung > Vorerkrankung kann Leistungen der Unfallversicherung verringern

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass eine Unfallversicherung die bei Unfalltod oder -verletzung fällige Zahlung nur dann kürzen darf, wenn eine vorhandene Vorerkrankung des Versicherten nachweislich zu 25% die Unfallfolgen mitverursacht hat (Az.: BGH IV ZR 70/11).

Im konkreten Fall ging es um einen Mann, der bei Arbeiten einen Stromschlag erlitten hatte und an dessen Folgen gestorben war. Als sich herausstellte, dass der Mann schwer krank war und u.a. an einer Herzerkrankung litt, verweigerte die Versicherung die Zahlung mit der Begründung, dass der Mann ohne die Krankheit nicht an den Folgen des Stromschlags gestorben wäre. Entsprechende Regelungen waren in den Versicherungsbestimmungen vereinbart worden. Hinzugezogene Gutachter waren der Meinung, dass dies der Fall sein kann, aber sicher ist es nicht.

Der BGH entschied jedoch zugunsten der Witwe und erklärte, dass eine Kürzung der Leistung nur dann rechtens sei, wenn der Versicherer nachweisen kann, dass der Tod des Versicherten zu mindestens 25% von der Vorerkrankung mit verursacht wurde. Die durch Gutachter bestätigte theoretische Möglichkeit hierfür oder auch eine überwiegende Wahrscheinlichkeit hierfür sei nicht ausreichend, es müsse einen konkreten Nachweis geben, so der BGH.

Bleiben Sie immer aktuell mit unserer kostenlosen Handy-App!

Vorerkrankung kann Leistungen der Unfallversicherung verringern
Bitte Bewerten

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Gruppen Unfallversicherung für Hinterbliebene Im Todesfall zahlt eine Gruppen-Unfallversicherung die entsprechende Entschädigung auch an Hinterbliebene aus. Gruppen-Unfallversicherungen werden von Arbeitgebern für Ihre Mitarbeiter abgeschlossen, dabei gibt es keine Einzelpolicen. Das Finanzgericht in Sachsen hat jetzt entschieden, dass Beträge die im Todesfall ausgezahlt werden nicht steuerpflichtig sind. Solche Zahlungen sind nicht als Lohnersatz zu betrachten sondern dienen dazu, die Hinterbliebenen finanziell zu unterstützen.
Unfallversicherungsschutz für pflegende Angehörige Nach einem Urteil des Landessozialgerichts (LSG) Nordrhein-Westfalen vom 17. September 2010 unterliegen pflegende Angehörige, die als Begleitung ihrer pflegebedürftigen Eltern in Urlaub sind, dem Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung (Az.: L 4 U 57/09). Im konkreten Fall hatte eine Frau aus Wuppertal ihre pflegebedürftigen Eltern in deren Urlaub nach Spanien begleitet. Nach dem gemeinsamen Heimflug stürzte die Frau auf dem Flughafen Düsseldorf und zog sich dabei einen komplizierten Schenkelhalsbruch zu. Hier muss die gesetzliche Unfallversicherung einspringen, so das LSG...
DGUV: Zahl der Unfälle auf Arbeitsweg gestiegen Wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mitteilt, kam es im ersten Halbjahr 2010 nach ersten Berechnungen zu fast 30% mehr Unfällen auf dem Arbeitsweg als im Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg sei vor allem auf den strengen Winter am Jahresanfang zurückzuführen. Insgesamt kam es in den ersten 6 Monaten des Jahres 2010 zu 120.324 meldepflichtigen Unfällen auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Zu diesen meldepflichtigen Unfällen gehören alle Unfälle mit tödlichem Ausgang oder die bei dem Betroffenen eine Arbeitsunfähigkeit von über 3 Tagen verursacht haben. Auch die Zahl der Arbeit...
Weg zum häuslichen Arbeitszimmer ist nicht versichert Nach einem Urteil des Sozialgerichts Kassel vom 30. September 2010 besteht auf dem Weg ins häusliche Arbeitszimmer im Wohnhaus kein Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung (Az.: S 4 U 675/10). Im konkreten Fall ging es um eine selbstständige Kauffrau, die im Erdgeschoss ihres Wohnhauses ihr Büro eingerichtet hatte und auf der Treppe zu ihren Privaträumen im ersten Stock gestürzt war. Dabei zog sie sich einen komplizierten Gelenkbruch zu. Die gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) weigerte sich, hierfür Versicherungsleistungen zu erbringen, woraufhin die Fra...
Unfallversicherung hilft bei Zivilcourage Menschen, die bei einer drohenden Gefahr für andere, Zivilcourage zeigen, und sich für die Opfer einsetzen, stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Jeder, der eine widerrechtlich angegriffene Person schützt, einen anderen aus einer erheblichen Gefahr rettet oder der bei der Verfolgung oder Festnahme einer Person hilft, die eine Straftat begeht, gilt im Sozialgesetzbuch als Hilfeleistender. Hilfeleistende, die bei ihrer Hilfe einen Unfall erleiden, ist gesetzlich unfallversichert. Mit anderen Worten: Hilfeleistende erhalten von der gesetzlichen Unfallversicherung die gleic...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Menschlich? Dann bitte rechnen. ;) *