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Die Rendite von Lebensversicherungen sinkt seit Jahren immer weiter, nun hat sie ein neues Tief erreicht. Wie die aktuellen Analysen des Branchendienstes map-Report ergeben haben, müssen Kunden, die jetzt eine Lebensversicherung abschließen, damit rechnen, dass sie am Ende der Laufzeit mehr als 10% weniger ausgezahlt bekommen als Kunden, deren Lebensversicherung in diesem Jahr ausläuft.

Ein Rechenbeispiel mit einem 30-jährigen Modellkunden zeigt das Problem in Zahlen: Zahlt der Mann 20 Jahre lang jedes Jahr 1.200 Euro in eine Kapitallebensversicherung ein, kann er am Ende der Laufzeit mit einer durchschnittlichen Summe von 38.300 Euro rechnen. Das entspricht einer Rendite von 4,27%. Hätte ein gleichaltriger Mann den Vertrag schon 1982 abgeschlossen, würde er jetzt 48.800 Euro ausgezahlt bekommen, also rund 21% mehr als der erstgenannte. Experten sind sich sicher, dass die Renditen und Auszahlungssummen bei Lebensversicherungen in Zukunft noch weiter sinken werden.

Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten zieht angesichts dieser Entwicklung gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ die Schlussfolgerung, dass sich eine Lebensversicherung nicht mehr lohnt und rät von einem Neuabschluss ab.

Aktuell gibt es in Deutschland rund 90 Millionen Lebensversicherungen, doch wer seine Police frühzeitig kündigt, muss in der Regel ebenfalls hohe Verluste einstecken. Insbesondere bei Verträgen, die vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurden, raten Experten dringend von einer Kündigung ab, weil die Auszahlungen hier noch komplett steuerfrei sind. Auch wenn die Lebensversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kombiniert ist, sollte man sie nicht kündigen. Grundsätzlich sollte man sich in finanziellen Engpässen immer fragen, ob eine Beitragsfreistellung bei der Lebensversicherung nicht sinnvoller ist als eine verlustreiche Kündigung.

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Von Melanie (Insgesamt 1903 News)