Nicht jeder Sturz mit Todesfolge zählt als Unfall » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Unfallversicherung > Nicht jeder Sturz mit Todesfolge zählt als Unfall

Nach einem Urteil des Amtsgerichts Bad Segeberg ist nicht jeder Sturz mit Todesfolge automatisch als Unfall und damit als leistungsberechtigt gegenüber der Unfallversicherung anzusehen (Az.: 17 C 294/10). Vielmehr muss nachgewiesen werden, dass der Unfall durch äußere Einflüsse verursacht wurden, die in den Vertragsbedingungen enthalten sind.

Im konkreten Fall ging es um eine Frau, die bei einem Sturz zu Tode gekommen war und die Versicherung sich weigerte zu zahlen. Begründung: Die Frau erlitt eine Ohnmacht, die den Sturz auslöste. Da Bewusstseinsstörungen wie eine Ohnmacht nicht versichert sind, müsste die Versicherung in diesem Fall nicht zahlen.

Tatsächlich konnte der Ehemann der Verstorbenen nicht beweisen, dass der Sturz seiner Frau allein ihren Tod herbeigeführt hat und nicht eine Spontanblutung zu einer Ohnmacht geführt hat, durch die die Frau gestürzt hat. Da also nicht nachgewiesen werden konnte, dass primär ein unfallursächlicher Sturz für die im Gutachten erwähnte Blutung verantwortlich war, muss die Versicherung nicht zahlen.

Grundsätzlich gilt also: Ob die Versicherung leistungspflichtig ist, hängt immer davon ob, ob der Unfall eine unmittelbare oder nur eine mittelbare Ursache für den entstandenen Schaden ist.

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Ohne Job in Deutschland keine Unfallversicherung für Auslandstätigkeiten Wer im Ausland einer beruflichen Tätigkeit nachgeht und hier in Deutschland nicht angestellt ist, der steht während seines Auslandseinsatzes nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das geht aus einem Urteil des Hessischen Landessozialgerichts hervor (Az.: L 3 U 170/07). Im konkreten Fall ging es um einen Dolmetscher aus dem Landkreis Kassel, der für einen Verein unentgeltlich einen Hilfstransport nach Russland begleitete, der zusammen mit dem Roten Kreuz organisiert worden war. Während seines Einsatzes in Russland verletzte sich der Mann. Die Berusgenossenschaft wertete de...
Beschwerden nach Unfall müssen nachweislich auf Unfall zurückzuführen sein Die Unfallversicherung muss nur dann zahlen, wenn die nach einem Unfall auftretenden Beschwerden nachweislich nur auf den Unfall zurückzuführen sind. Das geht aus einem erst kürzlich veröffentlichten, rechtskräftigen Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 19. Oktober 2007 (Az.: 20 U 215/06) hervor. Im konkreten Fall war ein Mann bei einem Sturz auf der Treppe einer Fahrzeuggrube auf den Rücken gefallen wobei er sich unter anderem einen Bandscheibenvorfall zugezogen hat. Von seiner Versicherung forderte er wegen der dauerhaften Folgebeschwerden eine einmalige Zahlung von 88.964,72 Euro plus Z...
Weg zum häuslichen Arbeitszimmer ist nicht versichert Nach einem Urteil des Sozialgerichts Kassel vom 30. September 2010 besteht auf dem Weg ins häusliche Arbeitszimmer im Wohnhaus kein Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung (Az.: S 4 U 675/10). Im konkreten Fall ging es um eine selbstständige Kauffrau, die im Erdgeschoss ihres Wohnhauses ihr Büro eingerichtet hatte und auf der Treppe zu ihren Privaträumen im ersten Stock gestürzt war. Dabei zog sie sich einen komplizierten Gelenkbruch zu. Die gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) weigerte sich, hierfür Versicherungsleistungen zu erbringen, woraufhin die Fra...
Versicherung zahlt nicht für Verletzungen beim Kofferausladen Die Unfallversicherung muss nicht für Verletzungen aufkommen, die sich ein Taxifahrer beim Ausladen des Gepäcks seiner Fahrgäste zuzieht, hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az.: I-20 U 151/10). Darauf weist die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline hin. Im konkreten Fall ging es um einen Berufskraftfahrer, der einen ca. 20 kg schweren Koffer seines Passagiers aus dem Kofferraum heben wollte, der sich dabei verkantete. Beim Versuch, den Koffer zu befreien, hat sich der Taxifahrer so verhoben, dass ihm sogar die Sehne des Bizeps im rechten Arm gerissen ist. Dennoch...
Persönliches Budget in der Unfallversicherung Wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mitteilte, können Personen, die nach einem Arbeitsunfall an einer Behinderung leiden, ab dem 1. Januar 2008 wählen, ob die von der Unfallversicherung Sachleistungen in der Rehabilitation erhalten oder aber eine Geldleistung in Form des so genannten Persönlichen Budgets. Im konkreten Beispiel könnte der Versicherte entweder direkt einen Rollstuhl als Sachleistung oder aber Geld wählen, um sich selbst den Rollstuhl auszusuchen und zu kaufen. Doris Haberkost, Expertin für Leistungsrecht der DGUV, erklärt, dass das persöniche Budget die Freihe...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)