Rezeptfreie Medikamente für Neurodermitis müssen selbst bezahlt werden » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Krankenversicherung > Rezeptfreie Medikamente für Neurodermitis müssen selbst bezahlt werden

Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass die rezeptfreien Medikamente für Neurodermitis von den Betroffenen selbst bezahlt werden müssen (Az.: B 1 KR 24/10 R).

Im konkreten Fall hatte eine 38-jährige Frau gegen ihre Krankenversicherung geklagt, weil diese die Kosten für Fettsalben oder Ölbäder nicht übernehmen wollte. Die Klägerin, die auch Vorstandsmitglied des Deutschen Neurodermitis Bundes ist, argumentierte, dass sie die Salben dringend benötige und auf die Medikamente angewiesen sei. Ihre Anwältin wies darauf hin, dass das Eincremen der betroffenen Hautstellen zur Basistherapie gehöre. Die Kosten für diese Basispflege belaufen sich bei der Klägerin auf durchschnittlich über 500 Euro pro Monat. Das Landessozialgericht Celle-Bremen hatte die Klage der Frau bereits abgewiesen, ließ aber eine Revision beim Bundessozialgericht zu.

Das Bundessozialgericht folgte der Argumentation der Klägerin jedoch auch nicht, sondern erklärte, dass die Klägerin weder nach der Satzung der Krankenkasse noch dem Gesetz zufolge Anspruch auf die Kostenübernahme dieser Medikamente habe. Laut dem Modernisierungsgesetz für die gesetzliche Krankenversicherung aus dem Jahr 2004 sind rezeptfreie Medikamente grundsätzlich von der Kostenübernahme ausgeschlossen. Für die Klägerin bedeutet das Urteil, dass sie – nach eigenen Angaben – nun mehrere zehntausend Euro zurückzahlen muss, da ihre Krankenkasse während des jahrelangen Rechtsstreit die Kosten für die rezeptfreien Medikamente vorläufig übernommen hatte.

In Deutschland leiden rund 2 Millionen Kinder und 2,5 Millionen Erwachsene an der chronischen Entzündung der Haut namens Neurodermitis. Die Betroffenen leiden häufig unter Hautrötungen und Ekzemen am Hals, im Gesicht sowie in den Armbeugen und Kniekehlen, die von einem heftigen Juckreiz begleitet sind. Neurodermitis kann unter anderem durch eine Störung des Immunsystems oder allergische Reaktionen ausgelöst werden. Nach Angaben der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DGG) ist Neurodermitis als schwere chronische Krankheit anerkannt.

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Studie: PKV genießt in Deutschland höheres Ansehen als GKV Laut der im Auftrag der Gothaer Krankenversicherung AG und dem F.A.Z.-Institut durchgeführten Studie "Kundenkompass Private Krankenversicherung" schreibt die große Mehrheit der Deutschen privaten Krankenversicherungen ein höheres medizinisches Qualitätsniveau zu als den gesetzlichen Krankenkassen. Das trifft für 70% der Kassenpatienten und 80% der Privatpatienten zu. Nach der Zufriedenheit mit den Leistungen der eigenen Krankenversicherung befragt, äußerten sich durchschnittlich 61% der Privatversicherten aber nur etwa die Hälfte der Kassenpatienten zufrieden. Änderungsbedarf in den gesetzli...
Krankenkassen – Beitragssätze bald über 15 Prozent? Es ist schon wieder eine Hiobsbotschaft für alle Versicherten. Nachdem die erhöhte Mehrwertsteuer von der Bundesregierung durchgewunken wurde und die Kosten für die Bürger eh schon steigen, drehen nun auch die Versicherer wieder an der Preisschraube. Doris Pfeiffer, Vorstandschefin des Verbands der Angestellten-Krankenkassen (VdAK), sprach am Freitag in einem Interview mit dem ZDF über eine mögliche Erhöhung der Beitragssätze, aufgrund des immer weiter steigenden Finanzbedarfs der Krankenkassen. Laut einem Bericht fehlen den Versicherern bis zum Jahr 2009 13,1 Milliarden Euro. "Die Kosten stei...
Reform: Oettinger fordert mehr Selbstbeteiligung Die Gesundheitsreform ist in aller Munde. Manche bezeichnen sie als "keine richtige Reform", andere als "größte Reform aller Zeiten". Ministerpräsident Günther Oettinger gehen die Einschnitte nicht weit genug. Nach seiner Meinung wird die Gesundheitsreform nur "drei bis fünf Jahre halten und dann beiden Koalitionsparteien eine grundlegende Neuordnung offen halten". Oettinger bezeichnet die Gesundheitsreform als "keine große Gesundheitsreform". Ihm fehlen die marktwirtschaftlichen Impulse. Patienten, die mehr Einkommen und Vermögen haben, sollten stärker selbst Spitzenleistungen auf dem Markt d...
Frist bei freiwilliger Krankenversicherung Wer nicht mehr bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, sondern sich freiwillig weiter versichern lassen will, muss hierfür nach dem Urteil des Hessischen Landessozialgericht zwingend die gesetzliche Frist von drei Monaten einhalten. Eine spätere Aufnahme in die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht möglich. Im aktuellen Fall hat ein arbeitsloser Mann aus Wiesbaden erst knapp vier Monate nach seinem Antrag auf Arbeitslosengeld II beim Sozialamt der Stadt Wiesbaden die Aufnahme als freiwillig Versicherter bei der AOK beantragt. Er bat um eine schnelle Erledigung, da er c...
Urteil: Kartellamt darf bei Krankenkassen-Fusionen und Zusatzbeiträgen nicht eingreifen Nach einem Urteil des Landessozialgerichts Hessen darf das Bundeskartellamt bei einer Fusion zwischen gesetzlichen Krankenkassen nicht eingreifen, auch wenn die Behörde den Eindruck hat, dass der Zusammenschluss wettbewerbsgefährdend ist (Az.: L1 KR 89/10 KL). Wie die Stiftung Warentest berichtet, sieht Kartellamtssprecher Jan Lohrberg in der gegenwärtigen Situation dringenden politischen Handlungsbedarf. Von den rund 400 gesetzlichen Krankenkassen, die es noch vor 10 Jahren gab, existieren heute aufgrund der vielen Fusionen nur noch etwa 150. Die Fusionen sollten zu Kosteneinsparungen im Ge...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)

Kein Kommentieren mehr möglich.