Urteil zu zurückrollendem Fahrzeug als Wegeunfall » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Unfallversicherung > Urteil zu zurückrollendem Fahrzeug als Wegeunfall

Wenn sich ein Versicherter auf dem Heimweg von der Arbeit befindet und vor der Garage zuhause versucht, sein zurückrollendes Fahrzeug aufzuhalten und sich dabei verletzt, ist dies ein Arbeitsunfall bzw. Wegeunfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung (Az.: S 13 U 49/11). Zu diesem Urteil kam das Sozialgericht Wiesbaden vor einigen Tagen.

Im konkreten Fall hatte eine Frau im Januar auf ihrem Nachhauseweg ihr Auto vor ihrer Garage abgestellt und stieg aus, um das Garagentor zu öffnen. Aufgrund der Hanglage der Garage geriet das Fahrzeug in Bewegung und begann zurück zu rollen. Die Frau versuchte das Auto aufzuhalten, verletzte sich dabei jedoch am linken Bein.

Die zuständige Berufsgenossenschaft lehnte es ab, diesen Unfall als Arbeitsunfall anzuerkennen, und begründete dies damit, dass die Frau zum Zeitpunkt des Unfalls aus eigenwirtschaftlichen Motiven das Fahrzeug aufzuhalten versucht hat, nämlich um zu verhindern, dass das Auto beschädigt wird. Dies sei eine Unterbrechung des versicherten Heimwegs, so die Berufsgenossenschaft. Die Frau wollte dies nicht akzeptieren und klagte mit der Begründung, dass sie sich sehr wohl noch auf dem versicherten Weg befunden habe, weil dieser erst mit dem Passieren der Eingangstür abgeschlossen sei.

Dem stimmte das Wiesbadener Sozialgericht zu, das überzeugt davon ist, dass die Tätigkeit der Klägerin zum Unfallzeipunkt in einem unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit dem versicherten Heimweg steht. Mit dem Versuch, das Auto aufzuhalten, wollte sie erreichen, den versicherten Weg bis in die Garage fortzusetzen – unabhängig von der eventuell zusätzlichen Absicht, Schäden am Fahrzeug zu verhindern.

Bleiben Sie immer aktuell mit unserer kostenlosen Handy-App!

Urteil zu zurückrollendem Fahrzeug als Wegeunfall
Bitte Bewerten

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Verbraucherschützer raten von 48h-Unfallschutz ab Die Ergo Direkt Versicherungen bieten seit kurzem einen Unfallschutz für Kurzenschlossene an. Der "Unfall-Schutz 48" betet einen Unfallschutz für 48 Stunden für gerade einmal 99 Cent. Dieser Versicherungsbeitrag wird über die Mobilfunkrechnung bezahlt, so dass Kunden die Versicherung auch unterwegs abschließen können. Alles, was sie dafür brauchen, ist ein iPhone und die kostenlose App "Unfall-Schutz 48". Nach Abschluss endet die Laufzeit automatisch 48 Stunden später. Der Unfallschutz kann rund um die Uhr und weltweit abgeschlossen werden. Im Leistungsumfang enthalten ist ein Krankenhausgel...
Unfallversicherung haftet nicht beim Duschen auf der Klassenfahrt Nach einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Bundessozialgerichts in Kassel muss die gesetzliche Unfallversicherung nicht zahlen, wenn sich ein Lehrer während einer Klassenfahrt beim Duschen verletzt (Az.: B 2 U 31/07 R). Im konkreten Fall ging es um eine Lehrerin aus Sachsen-Anhalt, die mit einer Kollegin und 17 Zweitklässlern auf Klassenfahrt in ein Schullandheim fuhr. Die Lehrerin rutschte an einem Abend auf den Fliesen der Dusche aus und erlitt hierbei Knochenbrüche am Fuß. Sie forderte von der gesetzlichen Unfallversicherung Entschädigung, welche diese jedoch verweigerte. Begründun...
Unfallversicherung zahlt nicht bei Somatisierungsstörungen Nach einem Urteil des Landgerichts Berlin muss eine Unfallversicherung nicht für alle Folgen eines Unfalls aufkommen, z.B. nicht für Somatisierungsstörungen (AZ: 7 O 495/04). Hierbei handelt es sich um Erkrankungen bzw. Symptome, bei denen keine organische Ursache festgestellt werden kann und auch keine dauerhaften organischen Schäden nach sich ziehen. Sie können unter anderem nach einem Unfall auftreten. Im konkreten Fall waren dies dauerhafte Gleichgewichtsstörungen, die zusammen mit Schwankungen und einem Drehempfinden und einem Unsicherheitsgefühl einhergingen. Sind diese Störungen wie im ...
Nur private Unfallversicherung zahlt bei Heimwerker-Unfällen Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Berlin, und die Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH), Hamburg weisen darauf hin, dass jedes Jahr rund 300.000 Heimwerker verunglücken, die häufigsten Verletzungen sind Stürze, Schnittwunden und Quetschungen. Rund 80% der verunglückten Heimwerker sind Männer. Doch wer zahlt in so einem Fall? Da Heimwerker-Unfälle in der Regel in der Freizeit passieren, haftet die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Deshalb ist Heimwerkern, die regelmäßig zuhause zum Werkzeug greifen um zu reparieren oder renovieren, zu einer privaten Unfallversicherung...
Im Haushalt passieren die meisten Unfälle… Die Mehrheit der Unfälle passiert im Haushalt und die eigene Wohnung kann gerade für ältere Menschen gefährlich sein: Laut Statistik passieren fast 90% aller tödlichen Stürze in der Wohnung Menschen über 65 Jahre. Susanne Woelk von der Aktion ‚"Das sichere Haus" weiß, welche Stolperfallen zuhause lauern und wie man sie am besten beseitigen kann: Räume, in denen zu viele Möbel stehen, sind gefährlicher als Räume mit genügend Platz zwischen den einzelnen Möbelstücken. Grund: Je mehr Möbel im Raum sind, desto weniger Platz gibt es zum Durchkommen und desto mehr potentielle Stolperfallen...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Menschlich? Dann bitte rechnen. ;) *