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Vor 10 Jahren wurde die staatlich geförderte Riester-Rente eingeführt und wie eine aktuelle Studie zeigt, können viele der heutigen Angebote die damaligen Ansprüche nicht mehr erfüllen. Wie eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung gezeigt hat, fällt die Bilanz der Riester-Rente enttäuschend aus. Es gibt nur noch wenige rentable Angebote, die Mehrheit der Angebote fällt zu Ungunsten der Riester-Sparer aus, heißt es im Fazit der Studie.

Dass die Rendite der Riester-Rente so niedrig wurde, liegt an der Umwandlung des Riester-Vertrags in eine private Rentenversicherung ab dem 85. Lebensjahr. Dies geschieht automatisch und unabhängig davon, welche Anlageform der Riester-Vertrag ursprünglich hatte. Wegen dieser Umwandlung müssen die Banken und Fondsgesellschaften einen Teil des angesparten Kapitals zu Beginn der Rente für die Zeit ab dem 85. Lebensjahr zurücklegen. In den letzten Jahren ist dieser Teil jedoch stark gestiegen. Betrug er 2001 noch knapp 13%, so sind es bei den neuen Riester-Verträgen bis zu 33% oder sogar noch mehr.

Studienautor Axel Kleinlein, der inzwischen Vorstandsvorsitzender des Bundes der Versicherten (BdV) ist, kritisiert, dass die Riester-Produkte in den letzten 10 Jahren deutlich schlechter geworden seien und macht hierfür nicht nur die unzureichende Regulierung der Kalkulationsregeln, sondern auch die Versicherungsunternehmen selbst verantwortlich. Diese „haben es nicht geschafft, die Angebote interessant zu halten“, bemängelt Kleinlein.

Kornelia Hagen, Expertin für Verbraucherpolitik beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und Mitautorin der Studie vergleicht die Rendite der Riester-Verträge in vielen Fällen mit der eines Sparstrumpfs. Sie fordert angesichts der Studienergebnisse dringend eine grundlegende Reform der Riester-Rente. Konkret sei eine Erhöhung der Transparenz und Vergleichbarkeit, eine Zertifizierung der Riester-Produkte nach ihrem Inhalt, nachvollziehbare Kalkulationsgrundlagen sowie die Streichung von Wechselkosten erforderlich.

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