Rentenversicherungspflicht für selbstständigen Nebenjob » Versicherungen Finanzen

Versicherungen News > News > Rentenversicherung > Rentenversicherungspflicht für selbstständigen Nebenjob

Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts in Kassel vom 2. März 2010 sind Selbstständige mit nur einem Auftraggeber auch dann rentenversicherungspflichtig, wenn sie gleichzeitig eine Beschäftigung als Angestellter haben (Az.: B 12 R 10/09 R).

Im konkreten Fall ging es um eine Frau, die als angestellte Krankenschwester in einem Krankenhaus arbeitet. Von ihrem Gehalt werden ihr automatisch die Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung abgezogen. Nebenbei arbeitet die Frau im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit als Handelsvertreterin von einer einer einzelnen Firma. Die Rentenversicherung war der Ansicht, dass auch für diese Tätigkeit Rentenversicherungsbeiträge anfallen, wogegen die Krankenschwester jedoch klagte.

Das Landessozialgericht Baden-Württemberg gab der Frau zunächst Recht und begründete seine Entscheidung damit, dass sie – unter Berücksichtigung ihrer Einnahmen aus der Krankenhaus-Arbeit, die mehr als die Hälfte ihres Gesamteinkommens ausmachen – „nicht im Wesentlichen“ nur für einen Arbeitgeber (in diesem Fall die Firma) tätig gewesen sei.

Dem widersprach jedoch das Bundessozialgericht, nachdem die Deutsche Rentenversicherung gegen das Urteil des Landessozialgerichts Revision eingelegt hatte. Nach Ansicht der Kasseler Richter muss die selbstständige Tätigkeit für sich alleine, also unabhängig von der Beschäftigung als Angestellte betrachtet werden. Da die Klägerin hierbei jedoch tatsächlich nur einen Auftraggeber gehabt habe, seien ihre Einnahmen auch rentenversicherungspflichtig.

Das könnte Sie auch interessieren.

Ähnliche News:

Späterer Renteneintritt bedeutet mehr Rente Auch wenn die stufenweise Einführung der Rente mit 67 erst im kommenden Jahr beginnt, gibt es schon heute rund 180.000 Menschen, die über die derzeitige Regelarbeitsgrenze von 65 Jahren hinaus arbeiten. Durch ihre freiwillige Verlängerung ihrer Lebensarbeitszeit erwerben sie höhere Rentenansprüche. Jedes Jahr, dass sie über ihren 65. Geburtstag hinaus arbeiten, steigt ihre Rente um 6% plus 2,5% jährlich wegen ihrer längeren Beitragszahlung, erklärt die Stiftung Warentest. Demnach erhalten Personen, die heute erst mit 67 Jahren in Rente gehen anstatt mit 65 Jahren, rund 17% mehr Rente. Wer sp...
Finanzielle Verluste durch frühzeitige Rente auf Rekordniveau Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat am Dienstag in Berlin bestätigt, dass hierzulande 48,7% der Frauen und 41,2% der Männer (Statistik: 2009) vorzeitig in Rente gehen und dabei hohe finanzielle Verluste in Kauf nehmen. Aktuell sind die Abschläge so hoch wie schon seit 2005 nicht mehr, nur 2003 waren die Abschläge noch höher. Die Gründe für den vorzeitigen Ruhestand sind unterschiedlich und reichen von dem Wunsch nach einem früheren arbeitsfreien Lebensabend bis hin zu schlechten Beschäftigungschancen älterer Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Obwohl das gesetzliche Rentenalter bei 65 Jahren ...
Die kleinen Rentenpläne der Großen Koalition Seit Wochen sitzen die Spitzen der Parteien in Berlin zusammen, um einen Konsens für eine gemeinsame Regierung auf die Beine zu stellen. Das, was am Anfang der Verhandlung ein wenig sperrig wirkte, scheint sich jetzt zu einer Basis zu entwickeln, aus der eine Große Koalition entstehen könnte. Einer der Streitpunkte ist die Rentenversicherung oder vielmehr der Versuch, einen gemeinsamen Weg zu finden, um Altersarmut zu verhindern. Wie sehen sie aus, die Rentenpläne der Großen Koalition? Auf den ersten Blick eher unspektakulär. In ganz kleinen Schritten Grundsätzlich sind sich die Unionspa...
Rente reicht trotz lebenslanger Arbeit nicht Laut dem Statistischen Bundesamt müssen 2,4% der Rentner ihre Rente vom Sozialamt aufstocken lassen, weil sie sonst nicht zum Leben reichen würde. Die Mehrheit der Betroffenen sind Frauen, sie haben oft der Kinder wegen auf eine Erwerbstätigkeit verzichtet und nun droht ihnen Altersarmut. Das Problem der Altersarmut wird sich nach Meinung von Bert Rürup, dem ehemaligen Chef der Wirtschaftsweisen, zukünftig noch verschärfen. Schon jetzt ist es nicht mehr möglich, den im Erwerbsleben geltenden Lebensstandard alleine durch die Rente aufrechtzuerhalten. Dies ist nur noch möglich, wenn die zukünft...
Immer mehr Arbeitnehmer brauchen Reha Wie die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV-Bund) mitteilte, brauchen immer mehr Arbeitnehmer eine Reha-Therapie. Seit 2005 ist die Zahl der Reha-Therapien von 880.000 auf 1,1 Millionen gestiegen, das entspricht einem Anstieg von knapp 25%. Insbesondere die Rehabilitationen, die wegen psychischer Störungen benötigt werden, haben massiv zugenommen. Die DRV-Bund führt die Zunahme der Reha-Therapien auf mehrere Gründe zurück. In erster Linie liege es daran, dass die geburtenstarken Jahrgänge mittlerweile in einem Alter sind, in denen ein steigender Rehabilitationsbedarf besteht. Zum anderen fü...
Von Melanie (Insgesamt 1903 News)