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Mit der Vergabe von Krediten verdienen die Banken Geld, aber sie benötigen Sicherheiten, wenn sie Kredite vergeben. Oftmals fehlt diese Sicherheit, aber die Bank möchte dem Kunden den Kredit nicht verweigern. In diesen Fällen sehen es die Banken gerne, wenn der Kunde eine Lebensversicherung hat. Diese Lebensversicherung bietet der Bank die erforderliche Sicherheit und der Kreditnehmer bekommt zudem noch die Möglichkeit, Geld zurückzulegen.

Die Lebensversicherung als Sicherheit

Ob eine Lebensversicherung als Absicherung für einen Bankkredit ausreicht, kommt immer auf die Höhe der Kreditsumme an. Nicht immer reicht der Bank die bereits angesparte Summe der Lebensversicherung aus, um als Sicherheit zu dienen. Interessant ist für die Bank auch der Rückkaufswert, erst wenn der stimmt, dann gewährt die Bank den gewünschten Kredit. Die Lebensversicherung geht bei der Kreditvergabe in den Besitz der Bank über, der Besitzer der Versicherung muss jedoch weiter die Beiträge bezahlen. Ist der Kredit getilgt, dann bekommt der Besitzer den Versicherungsschein zurück. Auf diese Weise verliert der Kreditnehmer kein Geld und er hat die Möglichkeit, kurzfristig an Geld zu kommen.

Beliebt bei Immobilienkrediten

Um ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu finanzieren, ist meist ein Kredit notwendig. Die Laufzeit erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und als Absicherung für die Bank dient oftmals eine Lebensversicherung. Nach wie vor ist die klassische Lebensversicherung eine der beliebtesten Anlageformen der Deutschen. Dass die Versicherung unter der extrem lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank leidet, kann die Begeisterung nicht schmälern. Auch die Banken sehen die Lebensversicherung immer noch als eine gute Sicherheit, ganz gleich, ob es sich dabei um eine Kapitallebensversicherung oder um eine Risikolebensversicherung handelt. Allerdings gibt es einige Banken, die eine Risikolebensversicherung nur als zusätzliche Sicherheit akzeptieren, während die Kapitallebensversicherung alleine als Sicherheit dient.

Wie funktioniert die Versicherung als Sicherheit?

Wenn ein Kreditnehmer seine Kapitallebensversicherung als Sicherheit für einen Kredit hinterlegt, dann bestimmt die Bank, was mit dieser Versicherung geschieht. Ist der Kreditnehmer nicht mehr in der Lage, die Raten pünktlich zu zahlen, kündigt die Bank die Versicherung. Sie erhält anschließend von der Versicherungsgesellschaft den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Rückkaufswert der Lebensversicherung. Mit der Summe aus der Versicherung ist der Kredit des Kunden dann getilgt. Zuvor muss der Kreditnehmer jedoch die Versicherung an die Bank abtreten. Dieser Vorgang ist meist kein Problem und die Bank unterrichtet umgehend die Versicherungsgesellschaft, wohin sie das Geld überweisen soll. Da sich die Höhe des Kredits am jeweiligen Rückkaufswert der Versicherung orientiert, ist das Schreiben sehr wichtig, was die Versicherung einmal im Jahr an ihre Kunden verschickt. In diesen Schreiben teilt die Versicherungsgesellschaft dem Kunden mit, wie viel seine Versicherung aktuell wert ist.

Akzeptanz für alle Kreditarten

Grundsätzlich lassen sich Lebensversicherungen für fast alle Kreditarten als Sicherheit nutzen. Das Kreditangebot reicht von einem standardisierten Annuitätendarlehen über das tilgungsfreie Darlehen bis hin zu variable verzinsten Krediten. Handelt es sich um ein tilgungsfreies Darlehen, zahlt der Kreditnehmer während der Laufzeit des Kredits nur die Zinsen. Gleichzeitig muss er die Prämie für die Lebensversicherung aber weiter bezahlen. Am Ende der vertraglichen Laufzeit wird der Kredit durch die Versicherungssumme, die zur Auszahlung kommt, zusammen mit den Überschussanteilen abgelöst. Solche Kreditkonstruktionen sind bei speziellen Beamtendarlehen keine Seltenheit. Nur Beamte und einige wenige Angestellte im Öffentlichen Dienst bekommen solche Kredite, die in der Regel über zwölf Jahre laufen. Die relativ lange Laufzeit ist aus steuerlichen Gründen ein wichtiger Aspekt.

Vorteile für beide Seiten

Eine Lebensversicherung als Sicherheit für einen Kredit ist etwas, von dem beide Seiten profitieren. Der Kreditgeber kann sicher sein, dass er sein Geld bekommt, auch wenn die Ratenzahlungen ausfallen sollten. Der Kreditnehmer hat eine Sicherheit, wenn er einen Kredit benötigt, aber nicht nur das. Er hat auch eine Geldanlage, die für einen schönen Lebensabend sorgt, zudem ist die Familie im Todesfall abgesichert. Die Bank möchte immer sicherstellen, dass bei der Kreditvergabe auch ausreichend Gegenwerte zur Verfügung stehen. Grundsätzlich gilt: Je geringer die Gefahren für die Bank sind, desto wahrscheinlicher ist es, den gewünschten Kredit zu günstigen Konditionen zu bekommen. Für den Kreditnehmer ist es also immer von Vorteil, das Risikopotenzial so niedrig wie möglich zu halten. Eine Lebensversicherung als Sicherheit ist da eine sehr gute Idee.

Ist eine Restschuldversicherung zu empfehlen?

Neben der Lebensversicherung spielt als Sicherheit bei einem Kredit auch die sogenannte Restschuldversicherung eine wichtige Rolle. Diese Versicherung gibt es in unterschiedlichen Varianten. Sie ist aber immer dazu gedacht, die Familie beim Tod des Kreditnehmers abzusichern. Anders als bei einer Risikolebensversicherung, deren Summe sich während der gesamten Laufzeit des Kredits nicht ändert, verringert sich die Restschuldversicherung zusammen mit der Restschuld des Kredits. Der Kreditnehmer zahlt also jedes Jahr einen kleineren Betrag für die Versicherung. Viele Banken bieten die Restschuldversicherung beim Abschluss eines Kredits als zusätzliche Sicherheit mit an. Einer der Vorteile dieser Versicherung besteht darin, dass die Banken diese Versicherung als Sicherheit akzeptieren und dass das Vermögen des Kreditnehmers im Ernstfall unangetastet bleibt. Der Nachteil der Versicherung ist, dass die Beiträge mitfinanziert werden. Damit erhöht sich die Summe des Kredits, zudem steigt die Last durch die Zinsen weiter an.

Lohnt es sich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen?

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist auf jeden Fall zu empfehlen, eine besondere Rolle spielt die BU jedoch, wenn es um einen Kredit geht. Wer aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, der muss mit einer Rente leben, die oft zum Leben nicht ausreicht. Besonders prekär ist die Lage aber immer dann, wenn es noch ein Kredit gibt, denn ohne Einkommen ist es nicht möglich, die Raten zu zahlen. Hier können die Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung eine große Hilfe sein, um die restliche Schuld zu tilgen. Der Nachteil der BU liegt aber darin, dass die Beiträge je nach Alter, Beruf und Gesundheitszustand stark variieren.

Fazit

Obwohl eine Lebensversicherung heute nicht mehr so attraktiv ist, wie noch vor 15 Jahren, viele Deutsche verlassen sich nach wie vor auf diese Versicherung. Wenn es um die Sicherheit für einen Kredit geht, dann leistet eine Kapitallebensversicherung gute Dienste, da die Banken diese Versicherung gerne als Sicherheitsleistung akzeptieren. Mit dem Guthaben aus der Versicherung wird die Kreditschuld getilgt, aber leider geht dabei die Altersvorsorge verloren, für die die Lebensversicherung eigentlich gedacht war.

Bild: @ depositphotos.com / valphoto

Ulrike

Ulrike

Ulrike ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: ulrike@versicherungen-blog.net
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