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Es ist schnell passiert: Eine falsche Bewegung auf der Leiter beim Fensterputzen, ein Ausrutscher auf Glatteis oder ein Autounfall und aus einem gesunden, arbeitsfähigen Menschen wird ein Invalide. Um das Risiko der Invalidität abzusichern, denken die meisten automatisch an die BU, also an die Berufsunfähigkeitsversicherung. Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Unfallversicherung oder die Schwere-Krankenheiten-Versicherung, die effektiv vor Invalidität schützen. Was unterschiedet diese Versicherungen und welche kommt für wen eigentlich infrage?

Was bedeutet Invalidität?

Die meisten Menschen stellen sich unter Invalidität ein Leben im Rollstuhl vor. Auch wenn Gliedmaßen amputiert werden, dann ist das ein Fall von Invalidität. Die Menschen denken in der Hauptsache an schwere Unfälle, die dazu geführt haben, weniger aber an schwere Krankheiten, die ebenfalls dafür sorgen können, dass Menschen invalide sind. Welche Versicherung die richtige ist, darüber entscheidet immer die genaue Ursache der Invalidität. In Grunde gibt es drei Optionen, um sich für den Fall der Invalidität abzusichern.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU genannt, ist der Klassiker unter den Versicherungen, wenn es um Invalidität geht. Die BU gibt es zwei Varianten, zum einen den selbstständigen Vertrag mit der sogenannten SBU und in Kombination mit einer Renten- oder Lebensversicherung. Welches der beiden Modellen infrage kommt, ist individuell verschieden. Hier heißt es aber immer, aufmerksam zu sein. Je nachdem, um welchen Vertrag es sich handelt, kann es sein, dass nur die Beiträge dieser Police übernommen werden, wenn es zu einer Berufsunfähigkeit kommt. Durch eine eventuelle Beitragsbefreiung muss der Kunde die Beiträge dann nicht mehr zahlen. Das ist auf den ersten Blick sehr günstig, aber die großen Ausfälle beim Einkommen sind nicht abgedeckt, falls es zu einer Berufsunfähigkeit kommen sollte.

Eine sichere Rente

Der Grundgedanke einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist es, dem Versicherten eine Rente zu zahlen, die das Einkommen aus der beruflichen Tätigkeit ausgleicht. Diese Rente kommt immer dann zur Auszahlung, wenn der Versicherte einen Unfall hatte oder was deutlich häufiger vorkommt, schwer krank ist. Eine Voraussetzung für die Auszahlung einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist, dass der Versicherte zu 50 Prozent nicht mehr in der Lage ist, in seinem bisherigen Beruf zu arbeiten. Wenn ein Büroangestellter nicht mehr arbeiten kann, weil sein Rücken durch die stetig sitzende Tätigkeit stark belastet wurde, dann tritt die BU auf den Plan. Vielleicht hat der Arzt bei dem Angestellten einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert und diese Diagnose macht es unmöglich, auch nur wenige Stunden am Tag zu sitzen, die BU zahlt in diesem Fall eine Rente.

Die Schwere-Krankenheiten-Versicherung

Die sogenannte „Dread-Disease-Versicherung“ hat ihren Ursprung in den USA und ist erst seit wenigen Jahren auch in Deutschland zu haben. „Dread-Disease“ heißt frei übersetzt schwere Krankheit, und auch diese Versicherung stellt ähnlich wie die Berufsunfähigkeitsversicherung einen Schutz bei Invalidität dar. Allerdings gibt es einige Unterschiede zur klassischen BU. Die hauptsächliche Leistung der Schwere-Krankheiten-Versicherung ist eine Einmalzahlung, an die aber eine Bedingung geknüpft ist. Der Arzt muss eine Krankheit bestätigen, die im Vertrag des Kunden auch genannt wird. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Schlaganfall oder um einen Herzinfarkt handeln, aber auch um Parkinson oder eine Krebserkrankung. In den letzten Jahren sind außerdem Angebote dazugekommen, die beispielsweise nur dann in Anspruch genommen werden können, wenn es sich um eine Krebserkrankung handelt.

Es kommt nur auf die Diagnose an

Im Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es bei der „Dread-Disease-Versicherung“ nur auf die medizinische Diagnose des Arztes an. Wie sehr der Versicherte durch die Ausübung seines Berufs beeinträchtigt ist, spielt keine besondere Rolle. Das ist auf der einen Seite ein großer Vorteil, denn medizinische Diagnosen sind bei Krankheiten durch den Arzt ohne einen Zweifel möglich. Auf der anderen Seite erfolgt bei der Schwere-Krankheiten-Versicherung jedoch nur eine Einmalzahlung. Mit der Summe aus der Versicherung ist im Invaliditätsfall zum Beispiel ein behindertengerechter Ausbau des Hauses sowie der Kauf oder die Umrüstung eines Autos möglich. Was aber fehlt, das ist ein regelmäßiges Einkommen und wenn dieses Einkommen fehlt, dann kann das bei langen Erkrankungen zu finanziellen Schwierigkeiten führen. Bei der BU wird monatlich eine Rente bezahlt, die bei schweren, langwierigen Krankheiten für finanzielle Sicherheit sorgt.

Was leistet die staatliche Erwerbsunfähigkeitsrente?

Eine weitere Möglichkeit, sich für den Fall der Invalidität abzusichern, ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Der Staat zahlt zwar eine Erwerbsminderungsrente, aber diese Rente bekommen nur diejenigen, die ab 1961 zur Welt gekommen sind. Zudem wird die volle Rente nur dann gezahlt, wenn es keinen Beruf mehr gibt, in dem mindestens drei Stunden am Tag gearbeitet werden kann. In welcher Höhe die Auszahlung der staatlichen Erwerbsunfähigkeitsrente erfolgt, das hängt zum einen von der Höhe des letzten Bruttogehalts und von der Zahl der Versicherungsjahre ab. Nicht selten beträgt die Rente weniger als ein Drittel des letzten Bruttogehalts. Im Schnitt liegt die staatliche Erwerbsminderungsrente bei nicht mehr als 719,- Euro.

Die private Erwerbsminderungsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sorgt zwar für einen guten Schutz im Falle der Invalidität, aber die Beiträge für diese Versicherung sind recht teuer. Günstiger ist da die private Erwerbsminderungsversicherung, jedoch deckt sie weniger Schäden ab. Die Versicherung zahlt immer nur eine monatliche Rente, wenn alle Voraussetzungen für eine Erwerbsunfähigkeit gegeben sind. Aus welchem Grund der Versicherte nicht mehr erwerbsfähig ist, spielt keine Rolle. Versichert sind nicht nur körperliche, sondern auch psychische Leiden, wie beispielsweise Depressionen oder Angststörungen. Wer bereits eine Risikolebensversicherung hat, der sollte eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung als Zusatz abschließen, denn in dieser Kombination ist die EU-Versicherung deutlich günstiger. Für alle, die selbstständig oder freiberuflich arbeiten, ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine sehr gute Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Bevor die BU zahlt, wird sie zunächst prüfen, ob im Betrieb nicht die Mitarbeiter die Tätigkeiten übernehmen können, die bisher der Versicherte übernommen hat.

Fazit

Invalidität kann jeden zu jeder Zeit treffen. Wer arbeitet und eine Familie ernähren muss, der ist immer sehr gut beraten, für den Fall der Invalidität vorzusorgen. Sich auf den Staat zu verlassen, ist keine gute Idee, denn die staatliche Rente, die bei Invalidität gezahlt wird, reicht nicht zum Leben und führt direkt in die Armut. Besser ist es, immer privat vorzusorgen, entweder durch eine BU, eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine EU, eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder durch eine „Dread-Disease-Versicherung“, die bei schweren Krankheiten zuständig ist.

Bild: @ depositphotos.com / stockasso

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Von Ulrike (Insgesamt 189 News)

Ulrike ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: ulrike@versicherungen-blog.net

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