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„Amazon Protect“, so heißt das neuste Kind der großen Familie und damit steigt der Onlineriese offenbar auch in die Versicherungsbranche ein. Was in den USA schon möglich ist, kommt jetzt auch nach Europa. Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfahren hat, gibt es bereits Stellenausschreibungen in Großbritannien, in denen Amazon nach Fachkräften für den neuen Geschäftsbereich sucht.

Ein neues Feld

Amazon will in Europa neue Geschäftsfelder erschließen, sich aber nicht dazu äußern. Den Reuters-Bericht möchte der Konzern nicht kommentieren. Experten vermuten, dass es Amazon nicht primär darum geht, eigene Versicherungen anzubieten, es geht vielmehr darum, den bekannten und etablierten Versicherungen das Geschäft zu erschweren. So könnte Amazon beispielsweise eine klassische Hausratversicherung neu „verpacken“. Das heißt, die Versicherung wird ganz auf den hauseigenen Sprachassistenten Alexa und auf Smart Home zugeschnitten. Neue Tarife sind ebenfalls im Bereich des Möglichen, denn auf diesem Gebiet gab es in den letzten Jahren kaum neue Impulse. Dass Amazon hingegen ins klassische Versicherungsgeschäft einsteigt, ist eher unwahrscheinlich.

Alles neu definieren

Neue Mitarbeiter für das Geschäftsmodell Versicherungen suchte Amazon bei Linkedln und bei „Where Women Work“. Laut den Stellenausschreibungen will Amazon die Versicherungsdienstleistungen neu definieren und ein völlig neues Service-Angebot ins Leben rufen. Neu ist die Versicherungsidee nicht. Schon 2016 hat Amazon einen Versuch unternommen, Versicherungen in Großbritannien an den Start zu bringen. Dann folgte eine Expansion unter anderem nach Italien und nach Spanien. Nach Deutschland hat Amazon ebenfalls die Fühler ausgestreckt, denn Amazon-Protest ist seit dem vorigen Jahr auch hierzulande zu haben. Unter anderem arbeitet der Konzern mit der Warrant Group aus England und mit der ERGO Versicherung zusammen.

Sehr teuer

Die etablierten Versicherungen sehen Amazon in der Branche eher kritisch. Die Angebote sind sehr teuer, dafür sind die Konditionen zum Teil sehr rabiat. Wer zum Beispiel bei Amazon einen neuen Geschirrspüler für knapp 600,- Euro kauft, der kann das Gerät zusätzlich für über 200,- Euro versichern lassen. Wenn nachweisbar ist, dass der Schaden an einem Gerät durch die Fahrlässigkeit des Nutzers entstanden ist, dann behält sich Amazon vor, die Ersatzleistungen entsprechend zu kürzen. Vereinfacht gesagt, wer einen Laptop bei Amazon kauft und ihn auch über das Unternehmen versichert, der bekommt weder eine Reparatur noch ein neues Gerät, wenn beim Arbeiten eine Tasse Kaffee über der Tastatur verschüttet wird.

Bild: @ depositphotos.com / prykhodov

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