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In den USA wütet aktuell Hurrikan „Irma“ und sorgt für Zerstörung und Überflutungen und die Schäden gehen in die Milliarden. In diesem Zusammenhang ist auch immer von Rückversicherern die Rede, aber um was handelt es sich dabei eigentlich? Jede Versicherung funktioniert wie eine Solidargemeinschaft. Die Versicherten zahlen mit ihren Prämien in einen großen Topf ein, aber nicht jeder, der versichert ist, muss die Versicherung auch in Anspruch nehmen. Auf diese Weise lohnt sich das Geschäft für die Versicherungsgesellschaften.

Wie sich die Versicherungen versichern

Kommt es jedoch zu Naturkatastrophen, dann sind die Kapazitäten aus dem großen Versicherungstopf schnell erschöpft. Damit immer ausreichend Geld zur Verfügung steht, versichern sich die Versicherungsgesellschaften bei einem Rückversicherer. Immer wenn eine Versicherungsgesellschaft sicher sein möchte, dass sie durch hohe Schadenssumme nicht finanziell ruiniert wird, schließt sie eine Versicherung bei einem der Rückversicherer ab. Diese Versicherung schützt vor Ausfallrisiken und sie hat eine lange Geschichte. Schon im Jahre 1370 haben sich Versicherungen in Italien durch einen Rückversicherer vor hohen Ausfallrisiken geschützt.

Ein Erfolgsmodell

Der erste professionelle Rückversicherer war die „Kölnische Rück. Der Gründung dieser Versicherung ging eine Brandkatastrophe voraus. Im Jahre 1842 legte ein Großbrand zwei Drittel der Hansestadt Hamburg in Schutt und Asche. Die Schäden beliefen sich nach heutiger Rechnung auf bis zu 90 Millionen Euro, ein Betrag, den die Hamburger Feuerkasse nicht mehr stemmen konnte, sie hatte nur 550.000 Euro zur Verfügung. Im Angesicht dieses enormen Schadensfalls wurde 1846 die „Kölnische Rück“ gegründet. Später kamen dann die Frankfurter Rück, die Aachener Rück oder auch die Schweizer Rückversicherung dazu. Weltweit ist heute die Münchner Rück der größte Rückversicherer, die über ein Prämienvolumen von 22 Milliarden Euro verfügt.

Der Unterschied zur Erstversicherung

Zwischen der Erstversicherung und der Rückversicherung gibt es einige Unterschiede. So haben Rückversicherer keinen Außendienst und unterhalten keine Filialen. Die Kunden eines Erstversicherers können gegenüber der Rückversicherung keinen Anspruch geltend machen, denn es gilt nur der Vertrag zwischen dem Erstversicherer und dem Kunden. Rückversicherer arbeiten immer vorausschauend, um alle möglichen Risiken stets gut abschätzen zu können. Daher kommen die Mitarbeiter auch selten aus der Versicherungsbranche, sie kommen aus vielen verschiedenen Berufen. Brandschutzexperten gehören ebenso zum Kreis der Mitarbeiter wie auch Ärzte, Geologen, Biologen, Ingenieure und Meteorologen. Jeder dieser Experten erforscht auf seinem Gebiet die Ursache der Schäden und macht es so möglich, das Risiko des Rückversicherers besser abschätzen zu können.

Bild: @ depositphotos.com / papik1

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