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Wenn ein Versicherungsvertreter eine Versicherung verkauft, dann bekommt er dafür eine Provision. Genau diese Provision ist der Verbraucherzentrale Bundesverband schon seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Durch die Provision, die der Versicherungsmakler bekommt, zahlen die Kunden, wenn auch nur indirekt, die Kosten der Beratung über die höheren Kosten für das Produkt, also die Versicherung. Auch das besonders in der Finanzberatung ein sehr schlechtes Image aufgebaut wurde, sieht der Verbraucherzentrale Bundesverband als Zeichen, in Sachen Provision endlich umzudenken.

Positive Erfahrungen

Als Vorbild, wie es auch anders gehen kann, nennt der Bundesverband Kanada, denn dort hat die Finanzaufsicht es in Erwägung gezogen, ein Verbot für die Provision für Versicherungsmakler auszusprechen. Erst vor wenigen Wochen hat auch die britische Regierung in einem Bericht darauf hingewiesen, dass sich das Provisionsverbot, was schon 2013 eingeführt wurde, sehr positiv auf die Haltung der Kunden gegenüber einer Finanzberatung ausgewirkt hat. Jetzt soll also auch Deutschland nachziehen, denn wie der Verbraucherzentrale Bundesverband betont, kann ein Verbot das Vertrauen zwischen den Kunden und den Versicherungen wieder herstellen und daher ist die Lösung optimal.

Der Kunde zahlt für die Beratung

Natürlich muss ein Versicherungsmakler Geld verdienen, aber er sollte es nach Möglichkeit nicht auf Kosten seiner Kunden tun. Würde der Makler eine unabhängige Beratung anbieten, die sich nicht an der Provision orientiert, dann würde auch der Druck von den Maklern genommen, um jeden Preis eine Versicherung verkaufen zu müssen. Für den Kunden bedeutet das, sie zahlen das Honorar direkt an den Berater und dafür würden die Kosten für das Produkt, wenn es zu einem erfolgreichen Abschluss kommen sollte, deutlich geringer ausfallen.

Ein Übergangsmodell

Da in Deutschland bekanntlich alles seine Zeit dauert, ist nicht so schnell damit zu rechnen, dass die Provision für den Versicherungsmakler von heute auf morgen abgeschafft wird. Das war auch in Großbritannien nicht der Fall, aber der Weg, den die Versicherungen dort für den Übergang gefunden haben, könnte auch Deutschland als Beispiel dienen. In Großbritannien wurde für den Übergang nach dem Wegfall der Provisionen eine Beratung auf Honorarbasis angeboten, die mit sehr vernünftigen Vergütungsmodellen kombiniert wurden. Ob sich diese Praxis auch in Deutschland durchsetzen wird, das ist im Moment eher fraglich. Wenn sich aber mehr Länder in der EU für das Modell entscheiden, dann kann es auch in Deutschland Realität werden.

Bild: © Depositphotos.com / Jirsak

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