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Während sich diejenigen, die privat krankenversichert sind, über die ständig steigenden Beiträge ärgern, müssen sich alle, die Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse sind, keine Sorgen machen. Die großen gesetzlichen Krankenversicherungen werden auch im nächsten Jahr ihre Zusatzbeiträge nicht erhöhen. Aber die Kassen warnen trotzdem vor steigenden Kosten. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geht unter anderem Martin Litsch, der Chef der AOK davon aus, dass die Zusatzbeiträge auch 2018 stabil bei 1,1 % bleiben werden.

Die stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt

Es ist die stabile und recht entspannte Lage auf dem Arbeitsmarkt, die es möglich macht, dass alle, die gesetzlich krankenversichert sind, im nächsten Jahr nicht mehr bezahlen müssen. Neben der AOK äußerten sich auch die Techniker Krankenkasse TK sowie die Ersatzkassen zuversichtlich in Hinblick auf die Stabilität der Zusatzbeiträge. Allerdings räumte Ulrike Elsner, die Vorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen ein, dass man erst im Oktober genau sagen könnte, ob die Beiträge der Barmer Ersatzkasse auch tatsächlich stabil bleiben. Skeptisch äußerte sich auch Jens Baas, der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, besonders was Kostensteigerungen bei Krankenhäusern, Ärzten und Medikamenten angeht.

Hohe Reserven

Finanziell sind die gesetzlichen Krankenkassen aktuell sehr gut aufgestellt. Sie verfügen nach eigenen Angaben über eine finanzielle Reserve von knapp 17 Milliarden Euro, alleine im ersten Quartal dieses Jahres konnte ein Überschuss von 612 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Aber es gibt noch mehr Grund zur Freude, denn Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat den Kassen im Wahljahr 2017 einen kleinen Zuschuss von 1,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das Geld wird aus dem Gesundheitsfonds entnommen, um den Beitragssatz stabil zu halten. Allerdings kommen nicht alle gesetzlichen Krankenkassen mit ihrem Geld so gut aus wie die großen Kassen. Die Kaufmännische Krankenkasse KHH, die Metzinger BKK und auch die AOK Plus in Sachsen und in Thüringen haben offenbar nicht so gut gewirtschaftet, denn sie haben bereits angekündigt, dass sie die Zusatzbeiträge erhöhen werden.

Wie lange reichen die Reserven?

Wie lange der hohe Überschuss reichen wird, das ist heute noch nicht abzusehen. Die Kassen klagen über die stetig steigenden Kosten, vor allem bei den Kliniken, auch die große Zahl der Zuwanderer stellt die gesetzlichen Krankenkassen vor eine sehr große Herausforderung. Experten sind sich daher sicher, dass es spätestens 2019 wieder eine Erhöhung der Beiträge geben wird.

Bild: © Depositphotos.com / stadtratte

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