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Wie kann man sich vor Phishing, Cyber-Mobbing, Betrug oder wüsten Beleidigungen im Internet wehren? Ganz einfach, mit den passenden Internetversicherungen, die momentan einen boomenden Markt vor allem für Privatpersonen darstellen. Die Versicherungsgesellschaften versprechen mehr Sicherheit im Netz für alle, die gerne chatten, shoppen und surfen. Die Werbung scheint auf jeden Fall zu funktionieren, denn alleine die Sparkassenversicherung hat 2016 über 10.000 dieser Versicherungen verkauft, bei der ARAG waren es immerhin noch 3000. Aber wie sinnvoll oder unsinnig sind diese Versicherungen eigentlich und wie funktionieren sie?

Internetversicherungen – nur ein Nischenprodukt?

Für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sind Internetversicherungen eine Art Nischenprodukt, aber die Zahlen sagen etwas anderes, denn die Anzahl der Versicherungen, die in diesem Jahr abgeschlossen wurden, kann sich sehen lassen. Der Markt wächst beständig, trotzdem gibt es noch keine Statistiken, die genaue Auskunft darüber geben könnten, in welchen Rahmen sich die Zahlen aktuell bewegen. Viele Internetbenutzer wissen nicht, dass es überhaupt eine Versicherung dieser Art gibt, dabei haben die Versicherer sehr klangvolle Namen wie zum Beispiel InternetschutzPolice oder Digital Life Protect. Alle diese Versicherungsgesellschaften versprechen, die Internetuser vor den vielen Gefahren aus dem Netz zu schützen, aber können die Versicherer auch wirklich halten, was sie versprechen?

Ein ernüchterndes Resultat

Es ist eigentlich schön zu wissen, dass es Internetversicherungen gibt, die vor Betrug beim Online-Shopping beschützen, die gegen den Missbrauch der Identität vorgehen und dass sie selbst vor Mobbing und dem Verlust der Reputation eine Versicherungsleistung im Angebot haben. Schon vor zwei Jahren hat das Magazin „Öko-Test“ die Internetversicherungen einmal genauer unter die Lupe genommen, das Ergebnis war allerdings ernüchternd. So können die Versicherungen nur sehr schwer miteinander verglichen werden, denn die versprochenen Leistungen sind einfach zu unterschiedlich. Ebenso unterschiedlich sind auch die Preise, die für eine solche Internetversicherung verlangt werden. Für nur 6,90 Euro im Jahr kann man sich bei der ERGO Direkt versichern, bei der Digital Life Protect, einer Tochter der BNP Paribas, kostet die Versicherung hingegen stolze 240,- Euro pro Jahr.

Ein gemeinsamer Nenner

So unterschiedlich die Preise und die Leistungen der einzelnen Versicherungen auch sind, alle haben einen gemeinsamen Nenner – sie sichern ihre Kunden gegen das sogenannte Phishing und gegen den Missbrauch der Zahlungsdaten ab. Das Letztere ist allerdings unnötig, denn man hat mehr Erfolg, wenn man sich im Fall eines Zahlungsdatenmissbrauchs direkt an die Bank wendet, denn dort bekommt man eine Rückerstattung, wenn eine Summe falsch gebucht wird. Das Gleiche gilt auch für das Phishing, denn vielfach kommen die Opfer dieser Betrugsmethode ohne großen Schaden aus der Sache raus, wenn sie die richtigen Ansprechpartner haben. Wer auf einen Betrüger hereingefallen ist, sollte zur Polizei gehen, Internetversicherungen helfen hier leider auch nicht viel weiter.

Eine Rechtsschutzversicherung reicht aus

Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, der braucht im Grunde keine Internetversicherung, denn es ist die Rechtsschutzversicherung, die alle Schadensfälle abdeckt, die realistisch sind. Unterschiede im Preis gibt es kaum, wohl aber im Verhalten, wenn es tatsächlich zu einem Schadensfall kommt. Während die meisten Rechtsschutzversicherungen schnell und effektiv helfen, gab es in der Vergangenheit mit vielen Internetversicherungen Probleme bei einem Schadensfall. Das mag daran liegen, dass das Thema Internetversicherung ein sehr komplexes Thema ist und dass es viele mögliche Schadensfälle gibt, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Was leisten die Versicherungen?

Wenn es um die Leistungen der Internetversicherer geht, dann ist Mobbing ein schönes Beispiel. Die Sparkassenversicherung bietet ihren Kunden bei Mobbing eine psychologische Hilfe am Telefon an, und zwar bis zu drei Stunden im Jahr, die mit maximal 300,- Euro bezuschusst werden. Was ein bisschen nach Telefonseelsorge klingt, ist nach Aussage der Sparkassenversicherung aber eine speziell geschulte Fachkraft, die sich mit Internetmobbing auskennt. Für echte Mobbingopfer stellt das wahrscheinlich keine allzu große Hilfe dar.

Bild: © Depositphotos.com / ra2studio

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