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Obwohl die Deutschen mehrere Millionen Versicherungen abgeschlossen haben, scheinen sie von der Thematik selbst wenig Ahnung zu haben. In Schulnoten ausgedrückt würden die Deutschen in Versicherungswissen die Note 3,5 erhalten. Das ergab eine aktuelle Studie des Insituts für Management- und Wirtschaftsforschung, die im Auftrag der Hannoverschen Leben durchgeführt wurde. An der Studie nahmen über 1.000 Teilnehmer zwischen 18 und 60 Jahren teil, die über ihr Wissen zum Thema Versicherungen befragt wurden.

Wie das Handelsblatt berichtet, ergab die Studie, dass nur jeder zweite Deutsche „rudimentäres Grundlagenwissen zu aktuellen Versicherungsthemen“ aufweist. Allerdings gibt es durchaus Unterschiede in den einzelnen Bevölkerungsgruppen: So verfügen Gutverdiener (Note: 2,8) über mehr Versicherungswissen als Geringverdiener (Note: 4) und 50-60-Jährige (Note 3,2) wissen mehr über Versicherungen als Jugendliche zwischen 18 und 29 Jahren (Note: 3,8). Auffällig ist, dass überdurchschnittlich viele Arbeitslose (Note: 3,8) und Hauptschüler (Note: 3,87) den Wissenstest nicht bestanden haben. Zum Vergleich: Umfrageteilnehmer mit einem abgeschlossen Studium erreichten im Test die Note 3,1 und Vollzeitbeschäftigte erzielten die Note 3,3.

Aber es gibt auch regionale Unterschiede: So wurden in Bremen (Note: 3,68) und Baden-Württemberg (Note: 3,62) weniger als die Hälfte der Fragen richtig beantwortet. Das beste Versicherungswissen besteht dagegen im Saarland (Note: 3,14).

Das Unwissen zieht sich quer durch alle Versicherungsbereiche: In der Studie wussten 44% der Befragten nicht, was eine Risikolebensversicherung ist und 24% waren fälschlicherweise der Meinung, dass eine solche Police an den Versicherten ausgezahlt wird, sobald dieser die Laufzeit überlebt. Bei dieser Frage zeigte sich der Alterseffekt besonders deutlich: 67% der 50-60-Jährigen wussten die richtige Antwort, aber nur 47% der 18- bis 29-Jährigen.

Ausgerechnet beim Thema Riester-Rente schnitten die Jugendlichen aber besser ab als die Senioren. Allerdings zeigten sich gerade bei diesem Thema insgesamt die größten Wissenslücken. So glaubte fast jeder dritte Befragte, dass man den staatlichen Zuschuss jährlich neu beantragen muss, was aber nur bei einer wesentlichen Änderung der Lebenssituation oder bei Vertragsschluss notwendig ist. 28% der Befragten wusste dies nicht und machten bei dieser Frage „keine Angabe“.

Verwunderlich ist auch dass Ergebnis, dass das Wissen der Senioren über die Versicherung beim Berufseinstieg besser ist als das der Berufseinsteiger (18-29-Jährige) selbst. Aber auch hier lagen viele Befragte falsch: So sind 2 von 3 Befragten davon überzeugt, dass sie als Berufseinsteiger bei Erwerbsunfähigkeit automatisch Geld erhalten und 40% glauben fälschlicherweise, dass die Erwerbsminderungsrente 60% des letzten Nettoeinkommens entspricht. Nur 14% der Befragten wussten, dass die Erwerbsminderungsrente tatsächlich nur 695 Euro beträgt, 37% konnten diese Frage überhaupt nicht beantworten.

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