Verbraucherschützer warnen vor billigen Erwerbsunfähigkeitsversicherungen » Versicherungen Finanzen

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Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Inzwischen bieten einige Versicherungsunternehmen, besonders günstige Policen einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung ohne umfassende Gesundheitsprüfung an. Dazu gehört z.B. die Erwerbsunfähigkeitsversicherung der Generali, für die die Verbraucher nur zwei Gesundheitsfragen beantworten müssen und die vergleichsweise günstige Tarife anbieten. Auch die AXA hat mit der sogenannten Existenzschutzversicherung ein ähnliches Modell auf den Markt gebracht, bei der es zwar eine Gesundheitsprüfung gibt, aber diese wird von mehr Personen „bestanden“ als bei einer BU, weil hier nicht alle Krankheiten abgedeckt werden.

Doch diese Art Versicherungen sind mit Vorsicht zu genießen, warnen Experten. Das Problem bei diesen Policen ist nämlich, dass sie erst dann zahlen, wenn der Versicherte überhaupt keine Erwerbstätigkeit mehr nachgehen kann, gleich welcher Art. Bis ein solcher Fall eintritt, muss schon viel passieren, bestätigt auch Bianca Boss vom Bund der Versicherung im „Handelsblatt“.

Deshalb sollten sich interessierte Verbraucher die jeweiligen Versicherungsbedingungen sehr genau durchlesen. Insbesondere bei der Dauer der prognostizierten Erwerbsunfähigkeit gibt es Unterschiede. So verlangen einige Anbieter eine Prognose von mindestens 6 Monaten, andere von mindestens 24 Monaten, bevor sie Leistungen erbringen. Darüber hinaus werden bei diesen Versicherungen in der Regel auch keine psychischen Erkrankungen abgedeckt und gerade diese gehören zu den häufigsten Gründen für eine Berufsunfähigkeit. Verbraucherschützer sind sich einig, dass eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung zwar auch Menschen abschließen können, die keinen BU-Vertrag bekommen, aber im Grunde ist jede BU-Versicherung besser als eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Verbraucherschützer warnen vor billigen Erwerbsunfähigkeitsversicherungen
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Kommentar für “Verbraucherschützer warnen vor billigen Erwerbsunfähigkeitsversicherungen
  1. Versicherungsfachmann

    Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung(EUV) kann die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) nicht ersetzen. Sie ist, wenn möglich, stets der EUV vorzuziehen und dem Kunden immer zuerst vorzuschlagen, wenn es um das Thema Versorgungslücke im Fall von Arbeitskraftverlust aus gesundheitlichen Gründen geht. Jedoch gibt es bei der BUV einige Einschränkungen:

    1) Eine unfassende Gesundheitsprüfung: Der Kunde hat jeden gesundheitlichen Umstand und sei er noch so banal (selbt die Vorsorgeuntersuchung beim Arzt) anzugeben.

    2) Die Beiträge: Sie richten sich nach Eintrittsalter, höhe der abzusichernden Rente, Gesundheitszustand und Beruf.

    3) Berufsgruppe: Die einzelnen Berufe sind in verschiedene Risikogruppen unterteilt, wobei einige Berufsgruppen durchs Raster fallen und in einer BUV eingeschränkt bzw, gar nicht versicherbar sind.

    Die EUV ist eine Versicherung, die zu stark abgespekten Leistungen dem Kunden der die Hürden von 1 – 3 nicht schafft, sprich Gesundheitliche Probleme hat, die Prämie zu hoch oder der Beruf nicht versicherbar ist, eine Möglichkeit bietet, die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung aufzustocken.

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