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Die privaten Krankenversicherer (PKV) kämpfen gegen die zunehmende Zahl von Mitgliedern, die ihre Beiträge nicht bezahlen. Experten zufolge gibt es branchenweit fast 90.000 Menschen in der PKV, die dauerhaft keine Beiträge bezahlen. Für die Versicherungen ist das problematisch, denn seit Januar 2009 dürfen sie Nichtzahlern nicht einfach kündigen. Sie müssen weiterhin Leistungen für Schmerzen, akute Erkrankungen und Mutterschaft bezahlen. Nicht nur die Versicherungen bekommen dies zu spüren, letztlich sind die ehrlichen Beitragszahler die Leidtragenden. Nun wollen manche Anbieter dem entgegenwirken, indem sie die Aufnahmebedingungen in ihre Versicherung verschärfen. So soll verhindert werden, dass sich der Bestand an Nichtzahlern weiter erhöht.

Zum 1. Juli 2011 hat die Deutsche Krankenversicherung (DKV) deshalb ihre Bonitätsprüfung erweitert. Deshalb wird nun für jeden Antragsteller ein Scoring-Wert ermittelt. Bei Freiberuflern und Selbstständigen ist die Quote der Nichtzahler höher als bei Arbeitnehmern oder Beamten. Ist dieser Wert eines Freiberuflers oder Selbstständigen bei arvato infoscore negativ, wird der Antrag automatisch abgelehnt und der Antragsteller erhält keinen Versicherungsschutz bei der DKV. Antragsteller, die einen negativen Scoring-Wert haben, können diesen jedoch „aufheben“, indem sie bestimmte Nachweise vorlegen. Dazu gehört u.a. der aktuelle Steuerbescheid, die Gewerbe- oder Handelsregistereintragung oder eine testierte Betriebswirtschaftliche Auswertung. Angestellte, Beamte oder Ärzte mit negativem Scoring-Wert werden dagegen nicht automatisch abgelehnt, sondern nur dann, wenn weitere negative Faktoren hinzukommen.

Einen anderen Weg hat die HanseMerkur gewählt. Bei ihr müssen Neukunden seit August 2011 ebenfalls verschärfte Aufnahmebedingungen erfüllen. So müssen Selbstständige nachweisen, dass sie ihren Hauptwohnsitz seit mindestens zwei Jahren in Deutschland haben und dass sie während dieser Zeit in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert waren.

PKV-Anbieter verschärfen Aufnahmebedingungen
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