Beiträge aus Oktober, 2010
Rentenversicherung warnt vor neuem Betrügerschreiben
Aus aktuellem Anlass warnt die Deutsche Rentenversicherung Bund vor einem neuen Trickbetrüger-Schreiben: In diesen Tagen erhalten zahlreiche Rentner ein dubioses Schreiben der “Deutschen RentNER Versicherung”, in dem sie dazu aufgefordert werden, auf ein bestimmtes Konto 212,40 Euro einzuzahlen. Kommen sie der Zahlungsaufforderung nicht nach, wird ihnen mit einer Rentenkürzung gedroht.
Das angegebene Konto wird bei der HypoVereinsbank unter dem Empfänger “DRV München” geführt. Potenzielle Opfer könnten fälschlicherweise annehmen, dass es sich hierbei um eine Institution der Deutschen Rentenversicherung handelt. Inzwischen wurde die HypoVereinsbank über den Betrugsversuch informiert.
Im Briefkopf ist das Logo der Deutschen Rentenversicherung zu sehen, die Absender des Schreibens bezeichnen sich als “Deutsche Rentner Versicherung”. Die Versicherungsnummer, die in dem Schreiben genannt wird, ist immer dieselbe und damit falsch. Die Deutsche Rentenversicherung weist ausdrücklich darauf hin, dass sie nicht der Absender des Schreibens ist und warnt dringend davor, die hier geforderte Summe an das angegebene Konto zu überweisen. Bislang ist nicht bekannt, wie viele Rentner und Angestellte ein solches Schreiben erhalten haben.
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Riester Rente ist sicher
Trotz der aktuell alarmierenden Umfrageergebnisse sieht die Bundesregierung aktuell keine Krise der Riester Rente. Das Sozialministerium teilte am Donnerstag mit Berlin mit, dass sich die Riester Rente auch weiterhin einer großen Beliebtheit erfreue. So haben nach Angaben des Ministeriums bis Ende Juni 13,9 Millionen Menschen einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen.
Im ersten Halbjahr 2010 konnten rund 600.000 Verträge zur privaten Altersvorsorge abgeschlossen werden. Das Ministerium erklärte, dass die aktuellen Umfrageergebnisse nicht nachvollziehbar sind. Insbesondere die Zahl von jungen Menschen, die sich für einen Riester Vertrag entscheiden, wächst sukzessive.
Zudem verwies das Ministerium erneut darauf, dass die Sorgen um die Sicherheit der Riester Rente unbegründet sind. Durch die strengen Kriterien werde sichergestellt, dass das angesparte Kapital auch im Alter zur Verfügung steht. Dies würde auch die Zulagen, die die Sparer erhalten, betreffen.
Hintergrund der aktuellen Debatten sind Ergebnisse einer Postbank-Umfrage. Nach dieser hat jeder fünfte Berufstätige aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise bestehende Vorsorgeverträge gekündigt oder gekürzt. Zudem gaben 28 Prozent an, dass sie Zweifel an der privaten Altersvorsorge haben.
2 KommnentareUnfallversicherungsschutz für pflegende Angehörige
Nach einem Urteil des Landessozialgerichts (LSG) Nordrhein-Westfalen vom 17. September 2010 unterliegen pflegende Angehörige, die als Begleitung ihrer pflegebedürftigen Eltern in Urlaub sind, dem Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung (Az.: L 4 U 57/09).
Im konkreten Fall hatte eine Frau aus Wuppertal ihre pflegebedürftigen Eltern in deren Urlaub nach Spanien begleitet. Nach dem gemeinsamen Heimflug stürzte die Frau auf dem Flughafen Düsseldorf und zog sich dabei einen komplizierten Schenkelhalsbruch zu.
Hier muss die gesetzliche Unfallversicherung einspringen, so das LSG, denn der Sturz ist als Wegeunfall der als Pflegeperson anerkannten Klägerin anzusehen. Nach Ansicht des Gerichts hat die Frau mit der Pflege ihrer Eltern in Spanien eine versicherte Tätigkeit verrichtet, denn die Pflegetätigkeit sei als vorrangig gegenüber einem möglichen eigenen Urlaubswunsch zu bewerten. Zwar gehörte die Begleitung der Eltern zurück nach Deutschland nicht mehr zu einer versicherten Pflegetätigkeit, aber die Frau befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls vom Ort der versicherten Tätigkeit zu ihrer Wohnung und diese ist im Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung eingeschlossen.
Keine KommentarePreiserhöhung in der Kfz-Versicherung
Medienberichten zufolge wurden die Beiträge für Kfz-Versicherungen in diesem Jahr teurer. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus, das sich auf Zahlen des Online-Vergleichsportals “Aspect Online” beruft, mussten Neuwagen-Käufer im Durchschnitt 4,1% mehr bezahlen als Neuwagen-Käufer im letzten Jahr.
Auch die Preisspanne zwischen den günstigsten und den teuersten Anbietern ist größer geworden und liegt laut “Aspect Online” um 18% höher als noch im Jahr 2008. Im Durchschnitt kostet eine Kfz-Versicherung aktuell 851 Euro. Der günstigste Anbieter verlangt 324 Euro weniger, der teuerste Anbieter 1425 Euro. Der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter liegt also bei stolzen 898 Euro.
Auch wechselwillige Kunden, die ihren Tarif zum Stichtag am 30. November wechseln wollen, müssen mit höheren Preisen rechnen, Experten rechnen mit einem Preisanstieg von etwa 5%. Mit der Anhebung der Beiträge für Kfz-Versicherungen ist der Preiskampf, der schon seit sechs Jahren zwischen den Anbietern tobt, wohl bald zu Ende. Dieser Preiskampf hatte bei einigen Unternehmen zu hohen Verlusten geführt
Keine KommentareKfz-Versicherungsschutz auch ohne Winterreifen?
Die Verkehrsminister der Länder haben beschlossen, dass schon bald eine konkrete Neuregelung der Winterreifen-Pflicht für Autofahrer eingeführt werden soll. Diese Regelung soll genau definieren, was unter winterlichen Straßenverhältnissen und Winterreifen zu verstehen ist. Im Sommer hatte das Oberlandesgericht Oldenburg entschieden, dass die derzeitige Formulierung in der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu vage und damit verfassungwidrig ist und nachgebessert werden muss. Aktuell heißt es in der StVO, dass Autofahrer ihre Autos “an die Wetterverhältnisse anpasssen” und für eine “geeignete Bereifung” sorgen müssen.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) weist darauf hin, dass Autofahrer – unabhängig von der gesetzlichen Winterreifen-Pflicht im Winter auf Winterreifen wechseln sollten, denn sie erhöhen bei Schnee, Matsch und Glätte die Sicherheit der Autofahrer und aller anderen Verkehrsteilnehmer.
Auch wenn ein Autofahrer mit Sommerreifen unterwegs ist und einen Unfall verursacht, übernimmt die Kfz-Haftpflicht-Versicherung den Schaden des Unfallopfers und auch die Schäden am eigenen Fahrzeug werden von der Vollkaskoversicherung übernommen. Allerdings gilt auch: Wenn der Autofahrer vor Beginn oder während der Fahrt hätte erkennen müssen, dass Sommerreifen für die herrschenden Straßenverhältnisse nicht geeignet sind, kann die Versicherung im Falle eines Unfalls die Leistungen anteilig kürzen.
Keine KommentareAnsehen und Bedeutung der Riester-Rente schwindet
Die aktuelle bundesweite und repräsentative Postbank-Studie “Altersvorsorge in Deutschland 2010/2011″, die regelmäßig seit 2003 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Alensbach durchgeführt wird, kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Die Deutschen sorgen sich zunehmend um ihre Altersvorsorge und rund 20% haben schon aus Unsicherheit heraus ihre Verträge zur privaten Altersvorsorge gekündigt oder gekürzt.
Besonders auffällig ist, dass die Riester-Rente an Ansehen und Bedeutung verliert. Vor 2 Jahren noch hielten 45% der jungen Berufstätigen um 30 Jahren die privat abgeschlossene Riester-Rente für die “ideale Form der Alterssicherung”. Im letzten Jahr war dies schon nur noch für 37% der Fall und diesem Jahr glaubten das nur noch 26%. Das wirkt sich natürlich unmittelbar auf die Bereitschaft aus, selbst einen Riester-Vertrag abzuschließen: Während 2008 noch 23% der jungen Berufstätigen den Abschluss einer Riester-Rente planten, waren es 2009 noch 13% und heute sind es gerade einmal 9%.
Weiterhin beliebt ist die eigene Immobilie oder das Eigenheim als private Altersvorsorge. Auch hier gibt es durch die Wohn-Riester die Möglichkeit der staatlichen Förderung. Und laut der Studie ist eine solche Förderung auch für 58% der Befragten tatsächlich ein Anreiz, ein Eigenheim zu bauen oder zu kaufen, nur haben 42% der Berufstätigen in Deutschland noch nie etwas von Wohn-Riester gehört. Hier besteht also in mehreren Aspekten dringender Nachholbedarf.
Keine KommentareHöhere Beiträge zur Pflegeversicherung
Am Montag kündigte Fraktionschef Volker Kauder (CDU) an, dass es wegen der zunehmenden Zahl an Pflegebedürftigen unumgänglich sei, die Beiträge für die Pflegeversicherung zu erhöhen. Aufgrund der demographischen Entwicklung seien die Leistungen der Pflegeversicherung ohne Kapitaldeckung nicht möglich.
Über diese Kapitaldeckung wird im nächsten Jahr, wenn die Pflegereform erarbeitet werden soll, intensiv diskutiert werden, so Kauder. Laut Koalitionsvertrag soll die Kapitaldeckung “verpflichtend, individualisiert und generationengerecht ausgestaltet” sein. Geplant ist eine individuelle private Pflegevorsorge, bei der jeder Versicherte den von ihm angelegten Betrag als Leistung erhält, vergleichbar mit der Riester-Rente.
Aktuell zahlen Arbeitnehmer(innen) 1,95% ihres Bruttoeinkommens in die Pflegeversicherung, der Beitrag für kinderlose Arbeitnehmer liegt bei 2,2%.
Bei der Reform der Pflegeversicherung sollen auch Verbesserungen an der Pflegequalität und die Erhöhung der Attraktivität von Pflegeberufen ein Thema sein. Auch eine Überarbeitung des Begriffs “Pflegebedürftigkeit”, der die Grundlage für die Einstufung in eine Pflegestufe darstellt, soll erfolgen.
Keine KommentareKfz-Versicherung AdmiralDirekt vor dem Aus?
Medienberichten zufolge steht die Autoversicherung AdmiralDirekt.de vor dem Aus. Wie die “Financial Times Deutschland” (FTD) berichtet, macht das britische Versicherungsunternehmen, das hinter dem Angebot steht, hohe Verluste und will sich aus Deutschland zurückziehen. Hierzulande hat AdmiralDirekt.de ca. 32.000 Kunden.
Bis jetzt sind die konkreten Pläne des Versicherers mit seiner deutschen Niederlassung noch nicht bekannt, es gab bislang noch keine offizielle Stellungnahme. Dem Bericht zufolge soll ein Käufer für den deutschen Kundenbestand gesucht werden, weil 2009 die Ausgaben mehr als doppelt so hoch gewesen sein sollen wie die Einnahmen.
Die Stiftung Warentest rechnet nicht damit, dass dem Versicherer eine Insolvenz bevorsteht, denn vor allem in Großbritannien sollen die Geschäfte des Admiral-Konzerns wesentlich besser laufen und laut “FTD” im letzten Jahr insgesamt einen Gewinn von fast 250 Millionen Euro erwirtschaftet haben.
Deutschen Versicherungskunden wird empfohlen, sich auf die Suche nach einer neuen Kfz-Versicherung zu machen. Die Stiftung Warentest weist erneut darauf hin, dass bei einem Versicherungsvergleich nicht nur der Preis, sondern auch die Leistungen berücksichtigt werden müssen.
Keine KommentareHäusliches Arbeitszimme nur begrenzt absetzbar
Medienberichten zufolge soll das heimische Büro nur in begrenztem Maß steuerlich absetzbar sein. Wie die “Financial Times Deutschland” (FTD) berichtet, plant Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die steuerliche Absetzbarkeit des Arbeitszimmers zuhause eng einzugrenzen. Laut einem Entwurf für das Jahressteuergesetz 2010 sollen die Kosten für ein Arbeitszimmer zuhause nur dann geltend gemacht werden können, wenn der Beschäftigte keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung hat. Auf jeden Fall soll es eine Obergrenze von 1250 Euro pro Jahr geben.
Dem Bericht zufolge soll es bei der derzeitigen Rechtslage bleiben, falls der Arbeitnehmer im Betrieb oder in der Schule einen Arbeitsplatz zur Verfügung hat oder wenn er das heimische Arbeitszimmer nicht ausschließlich beruflich nutzt.Mit anderen Worten: Wer seinen Beruf nicht komplett im Büro zuhause ausübt, kann die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer nicht absetzen. Trotz dieser strengen Auslegung rechnet das Ministerium mit rund 800 Millionen Euro Kosten für die Jahre 2007 bis 2010.
2007 wurde die steuerliche Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers stark eingeschränkt. So durften die Kosten für Miete, Strom und Heizung nur dann geltend gemacht werden, wenn das Büro “den Mittelpunkt” der gesamten Arbeit darstellte, ansonsten wurden die Ausgaben nicht berücksichtigt, erklärt der “Focus”.
Keine KommentareDiskussion über höhere Tabaksteuer
In der schwarz-gelben Koalition geht die Diskussion über eine höhere Tabaksteuer weiter. Wie aus Koalitionskreisen zu hören war, gibt es Überlegungen, die Tabaksteuer anzuheben, um mit den Mehreinnahmen Lücken im Sparpaket zu stopfen. Es wird mit Mehreinnahmen von ca. 1 Milliarde Euro gerechnet, mit denen z.B. energieintensive Betriebe entlastet werden könnten, die durch die Ökosteuer besonders stark entlastet sind.
Der Vorstoß für eine erneute Anhebung der Tabaksteuer wird von dem Wirtschaftsflügel der Unions-Fraktion begrüßt. Es soll eine “große Offenheit” für eine Tabaksteuererhöhung in der Koalition geben, aber “konkrete Pläne” wollte ein Regierungssprecher bislang nicht bestätigen.
Finanz- und Haushaltspolitiker lehnen jedoch eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer ab. Laut einem Sprecher des Bundesfinanzministeriums gibt es aktuell keine Pläne für eine Erhöhung der Tabaksteuer, allerdings sollen Filterzigarillos zukünftig teurer werden.
Keine KommentareEuGH-Generalanwältin fordert Unisex-Tarife
Am Donnerstag hat die EU-Generalanwältin Juliana Kokott vor dem Europäischen Gerichtshof ein Verbot von geschlechtsspezifischen Versicherungsbedingungen gefordert. Sie forderte, eine Ausnahmeregelung in einer EU-Richtlinie für unwirksam zu erklären, die besagt, dass unter bestimmten Bedingungen geschlechtsspezifische Tarife zulässig sind. Nach Ansicht von Kokott verstößt diese Ausnahmeregelung gegen das Diskriminierungsverbot wegen des Geschlechts. Das Urteil des EuGH wird für das nächste Jahr erwartet.
Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft hat sich allerdings deutlich gegen Unisex-Tarife ausgesprochen, denn diese würden letztlich zu einem Anstieg des durchschnittlichen Prämienniveaus führen. Hierzulande sei es weit verbreitet und und auch weitgehend akzeptiert, dass bei Versicherungstarifen nach Geschlecht unterschieden wird, heißt es. Allerdings gilt dies z.B. nicht bei der staatlich geförderten Riester-Rente, bei der geschlechtsneutrale Bedingungen seit 2006 gesetzlich vorgeschrieben sind, worauf die “Financial Times Deutschland” (FTD) hinweist.
Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es sowohl in der Rentenversicherung und der Risikolebensversicherung als auch in der privaten Krankenversicherung und der Kfz-Versicherung. Die Unterschiede beruhen laut der Versicherungswirtschaft auf unterschiedlichen Risiken bzw. unterschiedlichen Lebenserwartungen.
Keine Kommentare38% der Deutschen nutzen betriebliche Altersvorsorge
Eine repräsentative, im Auftrag der Kölner Gothaer Versicherung durchgeführte Umfrage von TNS Emnid hat ergeben, dass 38% der Deutschen die betriebliche Altersvorsorge (bAV) nutzen.
Der Anteil der Arbeitnehmer, die mit einer bAV die gesetzliche Rente aufstocken möchten, ist in den verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich hoch. In der Gruppe der 40-49-Jährigen nutzen mit 52% am meisten Arbeitnehmer die Möglichkeit, über den Arbeitgeber Geld mit Steuervorteil für den Ruhestand zurückzulegen. Am geringsten ist der Anteil bei den jungen Arbeitnehmern bis 29 Jahre, hier sorgen nur 22% betrieblich vor.
Bei der bAV werden die Beiträge von dem Arbeitnehmer oder dem Unternehmen gezahlt. Bei beiden Varianten kann von Steuervorteilen profitiert werden. Der Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge ist gesetzlich festgelegt.
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