Beiträge aus September, 2009
Mietnomadenversicherung
Wenn Mieter über Wochen oder Monate hinweg ihre Miete plötzlich nicht mehr zahlen, von einem auf den anderen Tag spurlos verschwinden und in der Wohnung Müll, Dreck und Verwüstung hinterlassen, kann das den Vermieter teuer zu stehen kommen Der Mietkautionsbund spricht von einer Summe von 15.000 Euro, die aus den Mietausfällen und für die Renovierung und Neueinrichtung schnell zusammenkommen können. Da nutzt auch eine eventuell gezahlte Kaution, die in der Regel höchstens 2-3 Monatsmieten beträgt, wenig.
Um sich gegen dieses finanzielle Desaster abzusichern, bietet der Mietkautionsbund Vermietern eine bislang einmalige Mietnomadenversicherung. Versichern können sich alle, deren Mieter Mitglied im Deutschen Mietkautionsbund e.V. sind und von ihrem Mieter auch eine entsprechende Mietkautionsbürgschaft des Vereins erhalten haben. Die Mietnomadenversicherung deckt alle Schäden ab, die durch nicht bezahlte Mieten oder von dem Mieter verursachte materielle Schäden in dem Mietobjekt ab.
Als Versicherungssumme kann ein Betrag von 5000 Euro (bei 54,90 Euro Jahresprämie), 10.000 Euro (bei 79,90 Euro Prämie) oder 15.000 Euro (bei 99,90 Euro Prämie) gewählt werden. Wenn der Schaden über die Mietkautionsbürgschaft hinausgeht, wird diese zusätzliche Leistung erbracht. Im Schadensfall muss der Vermieter den Deutschen Mietkautionsbund über den Schaden informieren und diesen in geeigneter Weise auch belegen. Eine Klage gegen den Mieter oder die Erwirkung eines juristischen Titels gegen ihn ist nich erforderlich.
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Umfrage: Wieder mehr Vertrauen in Aktien
Die zweite Stimmungsumfrage des britischen Lebensversicherers Clerical Medical hat ergeben, dass die Deutschen langsam aber sicher ihr Vertrauen in Aktien und Aktienfonds als private Altersvorsorge zurückgewinnen. So gaben nur noch 26% der Befragten an, dass sie nichts von Aktien und Aktienfonds als Anlageform für die langfristige Altersvorsorge halten, im Januar drückten noch 10% mehr ihre Skepsis aus. Insbesondere in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen ist das Vertrauen in Aktien gestiegen: Während im Januar noch 49% der Befragten aus dieser Gruppe Aktien und Aktienfonds als Möglichkeit für die Altersvorsorge ablehnten, sind es jetzt nur noch 27%.
Vertriebschef Thomas Bahr ist über diesen Trend zur vermehrten Zuversichert erfreut, seiner Einschätzung nach können nur Anlageformen mit höherem Ertragspotenzial zur Sicherung des Lebensstandards im Alter beitragen. 28% empfinden die Rendite von Zinsanlagen nach Abzug der Steuer und unter Berücksichtigung der Inflation als zu gering, das sind 7% mehr als im Januar.
Außerdem glauben 56% der Befragten, und damit 5% mehr als im Januar, dass bei der Altersvorsorge kontinuierlich vorgegangen werden muss. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation zeigen sich 12% optimistisch, dass die Wirtschaft nicht mehr so sehr unter der Krise leiden wird wie weithin angenommen.
Keine KommentareHUK-Coburg bleibt bei 1. Januar als Regel-Stichtag
In den letzten Monaten haben verschiedene Anbieter von Kfz-Versicherungen angekündigt, dass sie zukünftig nicht mehr den 1. Januar für neu abgeschlossene Kfz-Versicherungen vereinbaren möchten. Stattdessen soll die Hauptfälligkeit dem Tag des Vertragsabschluss entsprechen. Werden die Hauptfälligkeiten über das ganze Jahr verteilt, hat dies auch Auswirkungen auf den Stichtag für den Wechsel der Kfz-Versicherung, der bislang der 30. November ist.
Die HUK-Coburg bleibt bei dem 1. Januar als Regel-Stichtag für die Hauptfälligkeit in der Kfz-Versicherung. Nur so könne ein Aufrücken in die nächsthöhere Schadensfreiheitsklasse zum frühestmöglichen Zeitpunkt gewährleistet werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Laut HUK-Coburg könnte es sein, dass bei einer marktweiten Abkehr vom 1. Januar die Einsparungen, die Autofahrer durch bessere Schadensfreiheitsklassen verspätet erhalten. Diese Einsparungen belaufen sich auf über 200 Millionen Euro.
Ein weiterer Grund für die Beibehaltung des Stichtags 1. Januar ist die größtmögliche Transparenz, die durch einen einheitlichen Hauptfälligkeits-Termin ermöglicht wird. Jede Abweichung würde der HUK-Coburg zufolge zu einer Wettbewerbseinschränkung führen. Auch Verbraucherschützer haben sich immer wieder für eine einheitliche Hauptfälligkeit in der Kfz-Versicherung ausgesprochen.
Keine KommentareRentenversicherung bietet Firmenservice für Arbeitgeber
Die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover bietet Arbeitgebern einen neuen Firmenservice. Hier könnten Unternehmensleiter erfahren, was sie für eine gesunde Belegschaft tun können. Bei einer gesunden Belegschaft reduzieren sich die Krankschreibungen und somit auch die krankheitsbedingten Personalausfälle, die je nach Krankheitshäufigkeit und -dauer hohe Kosten verursachen können.
Bei dem Beratungsservice für Firmen wird darauf geachtet, dass die Maßnahmen zum dauerhaften Erhalt der Mitarbeitergesundheit und deren Fachwissen mit möglichst wenig Aufwand ein- und durchgeführt werden können. Wichtig ist, dass schon bei den ersten Anzeichen von gesundheitlichen Problemen Maßnahmen wie z.B. eine zielgerichtete Rehabilitation getroffen werden. Wenn akute oder chronische Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden, kann sofort mit einer Therapie begonnen werden, die auf die Bedingungen am Arbeitsplatz abgestimmt ist und so eine optimale Behandlung gewährleistet.
Den Service können alle Arbeitgeber vom Kleinbetrieb bis zum Großkonzern in Anspruch nehmen.
Keine KommentarePKV muss nicht jede künstliche Befruchtung bezahlen
Nach einem Urteil des Landgerichts Mannheim muss eine private Krankenversicherung (PKV) nicht in jedem Fall die Kosten für eine künstliche Befruchtung übernehmen (Az.: 1 S 78/09).
Im konkreten Fall wollte ein Paar eine künstliche Befruchtung der Frau mit Fremdsamen durchführen lassen, weil ihr Mann unfruchtbar war. Diese Kosten sollte die private Krankenversicherung übernehmen, was diese jedoch ablehnte.
Zu Recht, befanden die Richter, denn Heilbehandlungen müssen nur dann erstattet werden, wenn sie dazu dienen, eine eingeschränkte oder nicht vorhandene biologische Körperfunktion zu ersetzen oder zu umgehen. Im vorliegenden Fall ist dies jedoch nicht geschehen. Außerdem wurde die Unfruchtbarkeit des Mannes durch die Fremdsamenspende weder gelindert noch geheilt. Dies sind jedoch Voraussetzungen für eine Heilbehandlung, für die der Versicherer die Kosten übernehmen muss.
Keine KommentareTrend zum Rundum-Schutz
Im Schnitt besitzt jeder Deutsche 6 verschiedene Versicherungspolicen, doch wenn der aktuelle Trend anhält, könnten diese Einzelpolicen in der Zukunft von einer einzigen Rundum-Versicherung abgelöst werden. So könnten die Kunden mit einem einzigen Produkt eine Komplettabsicherung erhalten. Einige Versicherer bieten bereits Bündelprodukte an, z.B. für die Absicherung älterer Menschen. Für sie gibt es z.B. Versicherungspakete, in denen eine zusätzliche Rentenversicherung, eine private Pflegeversicherung, eine Rechtsberatung und Sterbegeld enthalten ist.
Herbert Oberländer, Senior Executive Manager bei Steria Mummert Consulting, bezeichnete die Entwicklung von Komplettangeboten als Ziel, das gerade bei immer knapperen finanziellen Ressourcen den Kunden einen Rundum-Schutz bieten soll. Dabei könnten sie je nach Lebensabschnitt unterschiedliche Akzente setzen, so Oberländer. Für die Versicherungsunternehmen selbst würden Versicherungspakete auch lohnenswert sein, denn der Verwaltungsaufwand von aktuell 440 Millionen Einzelverträgen würde sich erheblich verringeren. Das Angebot einer einzigen Rundum-Versicherung bedeutet allerdings auch große Herausforderungen, denn die bisherige klare Trennung der einzelnen Sparten muss aufgehoben und der Fokus auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden gelegt werden.
In der Expertenrunde Future Talk von Steria Mummert Consulting gaben 8 von 10 Versicherungsentscheider an, dass solche Produktpakete bis 2011 deutlich zunehmen werden. Insbesondere für junge Menschen gibt es aktuell noch wenige Kombi-Angebote. Oberländer geht aber davon aus, dass – sollte sich der Trend fortsetzen – schon in den nächsten 5 Jahren die ersten echten One-Insurance-Produkte auf den Markt kommen werden.
Keine KommentareDeutsche Versicherungen ähneln sich stark
Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens 67rockwell kommt zu dem Ergebnis, dass sich die deutschen Versicherungsmarken zu stark ähneln. Die Folge: Verbraucher kennen die Markennamen vieler Versicherungen nicht oder können die einzelnen Produkte nur schwer voneinander unterscheiden. Manche der in der Studie genannten Marken wurden von den Befragten sogar ganz anderen Branchen zugeordnet und gar nicht als Versicherungsprodukt erkannt.
Dr. Stephan Paprottka, Partner und Geschäftsführer von 67rockwell, erklärt, dass den Verbrauchern bei den Versicherungsmarken “der Wiedererkennungswert und eine eindeutige Positionierung im Versicherungsmarkt” fehle. Darunter leide die Attraktivität und das Profil der Versicherungen, was sich negativ auf die Kaufentscheidung auswirke, so Paprotta. Die Konsumenten würden die klassische Werbung der Versicherung “als zu wenig greifbar” empfinden, gefragt seien jedoch eindeutige und unterscheidbare Markenbilder. Positive Ausnahme ist der Direktversicherer Cosmos Direkt. Ihn nehmen die Befragten der Studie zufolge als differenzierte Marke wahr, mit der sie ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis verbinden.
Bei der Studie wurden 5000 Personen über 23 Versicherungsmarken befragt.
Keine KommentareZufriedenheit von Preis und Service abhängig
Einer Studie von MSR Consulting zufolge bestimmt der Preis einen Großteil (58%) der Zufriedenheit eines Versicherungskunden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis von Versicherungen. Aber auch Erfahrungen mit Serviceleistungen und Kontakte mit dem Service haben einen großen Einfluss (42%) auf die Kundenzufriedenheit.
MSR-Senior Consultant Sabrina Simchen-Schubert erklärt, dass erlebte Servicekontakte oder auch ein gut abgewickelter Schadenfall fast die gleiche Bedeutung für die Zufriedenheit der Kunden haben wie ein günstiger Preis. Die maximale Zufriedenheit durch Servicekontakte wird der Studie zufolge erreicht, wenn ein Kunde innerhalb von zwei Jahren vier Mal von der Versicherung kontaktiert wird.
Für Versicherungen bedeuten diese Ergebnisse, dass sie durch gute Serviceleistungen ihre Kundenbindung stärken können, ohne ihre Preise senken zu müssen. Dies gilt zumindest für Bestandskunden. Um Neukunden zu akquirieren ist jedoch ein günstiger Preis als wichtiges Vergleichskriterium unerlässlich.
Für die Studie wurden über 100.000 Interviews aus der MSR-KUBUS-Datenbank ausgewertet.
Keine KommentareGesetzliche Unfallversicherung für Wahlhelfer
Wie die Unfallkasse Nord in Kiel mitteilt, sind Wahlhelfer gesetzlich und kostenlos unfallversichert. Der Trierische Volksfreund weist darauf hin, dass ihre ehrenamtliche Tätigkeit für ihr Bundesland sie vergleichbar mit Arbeitnehmern macht. Der Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung besteht sowohl auf dem Weg zum Wahllokal, bei allen Tätigkeiten am Wahltag als auch auf dem Nachhauseweg. Auch während der Vor- und Nachbereitung der Wahl und bei Fortbildungen ist der Wahlhelfer versichert. In Pausenzeiten zum Essen und Trinken und bei der anschließenden Feier am Wahlabend gilt der Versicherungsschutz dagegen nicht.
Wenn Wahlhelfer einen Unfall haben, müssen sie dem Arzt mitteilen, dass der Unfall sich während einer ehrenamtlichen Tätigkeit ereignet hat. Dann entfällt sowohl die Praxisgebühr von 10 Euro als auch die Vorlage der Krankenversicherungskarte.
Keine KommentareHausratversicherung: Stimmige Einbruchsspuren nötig
Wie aus einem Urteil des Landgerichts Düsseldorf hervorgeht, müssen bei einem der Hausratversicherung gemeldeten Einbruchdienstahl tatsächlich stimmige Einbruchsspuren nachgewiesen werden. Ansonsten muss die Versicherung den Schaden nicht regulieren (Az.: 9 O 82/09).
Im konkreten Fall wurden an der Eingangstür Hebelspuren gefunden, doch die Beteiligten, einschließlich dem Versicherten selbst, bezweifelten, dass diese tatsächlich von einem Einbruchversuch an der doppelt verschlossenen Eingangstür der Wohnung stammten. Es konnten keine eindeutigen Spuren eines Einbruchdiebstahls nachgewiesen werden. Dies wäre nur dann der Fall gewesen, wenn die vorhandenen Spuren auch stimmig gewesen wären, d.h. wenn sie geeignet sind, einen Aufbruch der Tür von außen nachzuweisen. Stimmige Spuren sind nach Ansicht der Richter Voraussetzung für eine Schadensregulierung durch die Hausratversicherung.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Keine KommentareSteuer-Nachzahlung für Kurzarbeiter
Wegen der aktuellen Wirtschaftskrise gibt es in Deutschland derzeit rund 1,4 Millionen Kurzarbeiter. Viele von ihnen dürften einem Bericht der WirtschaftsWoche zufolge bei der nächsten Steuererklärung eine böse Überraschung erleben, weil ihr Finanzamt eine nicht unerhebliche Nachzahlung fordern wird. Das Bundesarbeitsministerium kennt die Problematik, auf die schon einige Betriebsräte hingewiesen haben, doch das Problem ist wegen des komplizierten Steuerrechts nicht so einfach zu lösen.
Die Bundesagentur für Arbeit zahlt jedem kinderlosen Kurzarbeiter 60% und jedem kurzarbeitenden Elternteil 67% seines eigentlichen Nettolohns. Dieses Kurzarbeitergeld ist steuerfrei. Der übrigen Anteil des Lohns zahlt weiterhin der Arbeitgeber, der auf diesen Anteil auch direkt Steuern an das Finanzamt abführt. Bei der Jahres-Steuererklärung prüft das Finanzamt jedoch, ob neben dem bereits versteuernden Einkommen noch andere Einkünfte erlangt wurden – das ist mit dem Kurzarbeitergeld der Fall. Die Gesamtsumme aller Einkünfte bestimmt jedoch den Steuersatz, der mit zunehmendem Einkommen steigt. Werden nun alle Einkünfte berücksichtigt, hat der Kurzarbeiter einen höheren Steuersatz als den, mit dem sein Arbeitgeber-Lohn versteuert wurde. Die Differenz zwischen gezahlter Steuer und berechneter Steuer muss der Kurzarbeiter nachzahlen.
Laut WirtschaftsWoche würde diese Nachzahlung bei einem regulären Bruttolohn von 30.000 Euro ohne Kurzarbeit bei jetzt nur noch 50%iger Arbeitszeit rund 200 Euro betragen. Beträgt der eigentliche Bruttolohn 60.000 Euro liegt die Nachzahlung bei halber Arbeitszeit schohn bei rund 1300 Euro.
Keine KommentareRechtsschutzversicherer drängen auf Klage
Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass Arbeitnehmer, die sich mit Hilfe ihrer Rechtsschutzversicherung gegen eine Kündigung wehren wollen, bei der Beauftragung eines Rechtsanwaltes aufpassen sollen. Grund: Bei manchen Versicherungen werden die vollen Anwaltsgebühren nur dann übernommen, wenn der Anwalt mit einer sofortigen Klage beauftragt wird. Versicherte, die den Anwalt zunächst um den Versuch einer außergerichtlichen Einigung bitten, können – sollte es später doch zur Klage kommen – auf einem Teil der außergerichtlichen Anwaltskosten sitzen bleiben.
Da bei einer sofortigen Klage weniger Gebühren anfallen, würden die Kunden so “unnötige Kosten” vermeiden, wenn sie auf den Versuch einer außergerichtlichen Einigung verzichten. Fachanwalt für Versicherungsrecht Axel Pabst erklärte gegenüber “Finanztest”, dass einige Kündigungen allerdings “so offenkundig falsch” seien, dass hier eine außergerichtliche Einigung schnell vonstatten geht.
Rechtlich ist die Frage ungeklärt, einige Gerichte wie das Amtsgericht Essen-Borbeck verurteilten auch schon Versicherungen zur Kostenübernahme für außergerichtliches Vorgehen. Die Stiftung Warentest rät, vorab den Anwalt die Kostenfrage mit dem Versicherer klären zu lassen und erst dann den Auftrag zu erteilen. In der Regel übernehmen die Anwälte diese Abklärung kostenlos.
Keine KommentareExperten lehnen Erhöhung der MwSt ab
Eine Berechnung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), die im Auftrag der “Berliner Morgenpost” durchgeführt wurde, ergab, dass eine starke Erhöhung der Mehrwertsteuer die Erholung der Konjunktur in Deutschland massiv behindern könnte. Sogar ein moderater Anstieg der Steuer könnte sich negativ auf die Konjunktur auswirken, doch eine große Erhöhung von 6%, wie DIW-Präsident Klaus Zimmermann vorgeschlagen hatte, sei Gift für die Konnjunktur, schreibt die “Berliner Morgenpost”.
RWI-Forscher Roland Döhrn bestätigte gegenüber dem Blatt, dass er eine solch drastische Erhöhung für “wirtschaftlich sehr schädlich” halte. Würde die Mehrwertsteuer tatsächlich um 6% auf 25% angehoben werden, würde sich das im Jahr der Erhöhung mit einer Einbuße von 1,5% auf das Wirtschaftswachstum auswirken. In den darauffolgenden vier Jahren würde das Wirtschaftswachstum um 0,1% geringer sein als unter den aktuellen Bedingungen.
Zimmermann erwartet mit einer Mehrwertsteuer-Erhöhung zusätzliche Einnahmen von 50 Milliarden Euro. Den Berechnungen des RWI zufolge würde ein geringeres Wirtschaftswachstum allerdings mit höherer Arbeitlosigkeit und damit auch weniger Einnahmen hier einhergehen.
Keine Kommentare3 gesetzliche Krankenkassen zahlen Prämien
Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass drei kleinere gesetzliche Krankenkassen ihren Mitgliedern Prämien zahlen. Hierbei handelt es sich um die IKK Südwest, die BKK ALP plus und die hkk. Die Prämien werden möglich, wenn die Kassen weniger Geld ausgeben, als sie aus dem Gesundheitsfonds erhalten. Den Kassen bleibt selbst überlassen, wie und in welchem Abstand sie solche Prämien abrechnen und auszahlen. Während die IKK Südwest schon die ersten Schecks an ihre Mitglieder verschickt hat, zahlt die BKK ALP plus die Prämie an ihre Mitglieder halbjährlich und die hkk nachträglich für ein gesamtes Jahr aus.
Allerdings erhalten Arbeitslose oder ALG-II-Empfänger bei der BKK ALP plus und bei der IKK Südwest keine Prämie. Wer mit den Beitragszahlungen in Verzug ist, ist von der Prämienzahlung laut Gesetz sowieso ausgeschlossen, so die Stiftung Warentest.
Prämien sind nicht langfristig festgelegt, sondern können jederzeit reduziert oder wieder ganz gestrichen werden. Sobald die Kasse z.B. durch einen großen Ansturm von neuen Mitgliedern wieder mehr Geld für Leistungen und Service benötigt, ist kein Geld mehr übrig, das als Prämie an die Mitglieder ausgeschüttet werden kann.
Keine KommentareRentenversicherung: Keine Beitragssenkung 2012
Die Stiftung Warentest weist auf die neusten Prognosen der Deutschen Rentenversicherungen hin, die eine Beitragssenkung im Jahr 2012 unwahrscheinlich machen. Laut den Prognosen steigt die Zahl der Arbeitslosen von aktuell 3,5 Millionen im nächsten Jahr auf 4,6 Millionen. Dadurch sinken die Beitragseinnahmen der Deutschen Rentenversicherung und es wird nicht mehr möglich sein, die Rücklagen bis Ende 2011 auf 1,5 Monatsausgaben aufzufüllen. Eine Senkung der Beiträge 2012 setzt aber eine gute Rücklage voraus.
Die Rücklage beträgt aktuell 16,2 Milliarden Euro und bleibt im laufenden Jahr den Schätzungen zufolge auch unverändert. Experten gehen aber davon aus, dass die Rücklage bis Ende 2011 auf 11,2 Milliarden Euro schrumpft, was 0,7 Monatsausgaben entspräche.
Ursprünglich wurde im Rentenbericht der Bundesregierung von 2008 erwartet, dass 2012 der Rentenbeitrag von derzeit 19,9% auf 19,2% gesenkt werden kann.
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