Beiträge aus Mai, 2009
PKV-Wechsel wird ab 1. Juli teurer
Privat Krankenversicherte können noch bis zum 30. Juni bei einem Wechsel der Krankenversicherung ihre Altersrückstellungen zu dem neuen Anbieter mitnehmen. Ab dem 1. Juli ist dies nur noch möglich, wenn der Vertrag nach dem 1. Januar 2009 abgeschlossen wurde. Durch Altersrückstellungen wird verhindert, dass die Krankenversicherungsbeiträge im Alter nicht zu stark ansteigen. Ihre Übertragbarkeit wurde im Rahmen der jüngsten Gesundheitsreform neu geregelt, so dass Versicherte ihr angespartes Geld bei einem Wechsel zu dem neuen Anbieter mitnehmen können. Allerdings werden die Rückstellungen nur im Basistarif, nicht aber in anderen Volltarifen des neuen Anbieters angerechnet.
Experten des Verbraucherportals finanzen.de warnen davor, voreilig die private Krankenversicherung zu wechseln. Auch wenn der Begriff Basistarif günstige Beiträge suggeriert, liegen diese tatsächlich fast immer an der vom Gesetzgeber festgelegten Obergrenze von 570 Euro monatlich – und das bei Leistungen, die dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen.
Im Basistarif Versicherte können nach 18 Monaten in einen Volltarif des gleichen Anbieters wechseln, dann darf dieser aber eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen und die Beiträge neu berechnen.
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Treuebonus bei der Gothaer Krankenversicherung
Als einzige Krankenversicherung belohnt die Gothaer Krankenversicherung die Treue ihrer pflegeversicherten Kunden: Sie können sich im ersten Halbjahr 2010 über einen Scheck in Höhe von 140 Euro freuen, den sie per Post zugesendet bekommen. Voraussetzung: Für sie werden Beiträge in die private Pflegeversicherung bezahlt und sie waren schon am 31.12.2008 und noch über den 31.12.2009 hinaus bei der Gothaer Krankenversicherung pflegeversichert. Alle Versicherten, die diese Voraussetzungen erfüllen, erhalten den versprochenen Treuebonus.
Vorstandschef Michael Kurtenbach freut sich über die vielen Kunden der Gothaer Krankenversicherung, die schon seit Jahren hier versichert sind und will deren Vertrauen nun “mit dem Treuebonus belohnen und weiter festigen.” Dieser Bonus stellt eine besondere Form der Überschussbeteiligung dar, um ihn zu erhalten muss keine weitere Anfrage gestellt werden.
Die Gothaer hat über 3,5 Millionen Mitglieder und verfügt über Beitragseinnahmen von 3,9 Milliarden Euro. Rund 1700 selbstständige Vertriebspartner gehören heute zu ihr.
Keine KommentareVersicherungen wollen einheitliche Stoßstangen
Ab dem kommenden Jahr werden Versicherungen bei der Einstufung der Typklassen auch den so genannten Bumpertest berücksichtigen. Bei diesem Test prallt das Auto nicht wie sonst üblich auf einen Betonblock, sondern auf eine normierte Stoßstange.
Damit wollen die Versicherungen die Autohersteller dazu bringen, dass sie einheitliche Stoßfänger konstruieren, also sämtliche Stoßfänger unabhängig vom Autotyp die gleiche Höhe, Breite und Stabilität aufweisen. Bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Auto wären dann beide Stoßfänger auf gleicher Höhe und könnten Schäden an teuren Teilen wie Lampen oder Motorhaube möglicherweise verhindern oder zumindest abschwächen. Bei Autotypen die diese neuen Stoßfänger nicht besitzen, könnte die Einstufung in eine schlechtere Typklasse folgen.
Trotz dieser neuen Regelung erwartet Audi-Chefdesigner Stefan Sielaff nicht, dass zukünftig alle Autos die gleiche Optik haben werden. “Alle Themen unter einen Hut zu bekommen” – das sei nun die professionelle Aufgabe der Kreativen, so Sielaff.
Keine KommentareImmer mehr Versicherungsabschlüsse per Internet
Einer Forsa-Umfrage zufolge nutzen Verbraucher das Internet intensiv zu Informationszwecken. Dabei stellte sich heraus, dass 40 Prozent aller Bundesbürger sich online auch über Versicherungen informieren. An erster Stelle standen bei den Deutschen Standardpolicen wie Autohaftpflicht oder Reiseschutz und bevorzugten dabei Direktversicherer.
Auf der Basis der repräsentativen Umfrage teilte der Branchenverband Bitkom mit, dass rund eine Million Bundesbürger schon einmal im Internet eine Versicherung abgeschlossen haben. Entgegen der üblichen E-Commerce-Verteilung handele es sich vor allem um ältere Menschen ab 50 Jahre, die sich online versichert haben. Besonders beliebt waren hier weitgehend standardisierte Leistungen wie Reise-, Auto- oder Rechtsschutzversicherungen. Insbesondere die reinen Direktversicherer nutzen den Online-Verkauf, da sie dank eines schlanken Vertriebs besonders günstige Tarife anbieten konnten. Allerdings bieten auch mittlerweile viele etablierte Versicherungskonzerne ihren Kunden beim Online-Abschluss vergünstigte Konditionen an.
„Bei vielen Versicherungsprodukten ist vor dem Abschluss eine persönliche Beratung sinnvoll und üblich“, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Dies gelte vor allem für Policen rund um die private Altersvorsorge, Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit sowie beim Wechsel der Krankenversicherung. In der Regel wird hierbei von den Versicherern im Internet angeboten, ein Angebot zu erstellen oder mit einem Berater Kontakt aufzunehmen. Hingegen besteht bei einfacheren Produkten wie beispielsweise privaten Haftpflichtversicherungen, Hausratversicherungen oder Zusatzversicherungen für die gesetzliche Krankenversicherung die Möglichkeit, den Vertrag direkt online abzuschließen.
Keine KommentareVersicherung bei Unwetterschäden
In vielen Teilen Deutschlands tobte gestern ein heftiges Unwetter mit Hagelschlag und Orkanböen, das Schäden in Millionenhöhe verursachte. Doch wer kommt eigentlich für diese Schäden auf? Die meisten Unwetterschäden an Häusern, Gartenhäusern, Garagen und Zäunen, sind von der Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Diese zahlt jedoch bei Sturmschäden nur, wenn der Sturm eine Windstärke von mindestens 8 hatte – das muss der Versicherte nachweisen. Bianca Boss vom Bund der Versicherten rät Betroffenen hierzu, Zeitungsartikel über Schäden in der Region zu sammeln und auch die Schäden an benachbarten Häusern zu fotografieren. Tritt ein Sturmschaden in einer bestimmten Häufigkeit und Heftigkeit in einer Region auf, kann eine bestimmte Windstärke angenommen werden. Es besteht auch die Möglichkeit, gegen eine Gebühr ein entsprechendes Gutachten beim Wetterdienst anzufordern. Hagelschäden dagegen werden grundsätzlich von der Versicherung übernommen.
Ausnahme: Für Photovoltaik-Anlagen muss eine besondere Versicherung abgeschlossen werden, obwohl sie fest an das Haus installiert sind. Manche Wohngebäudeversicherungen bieten aber einen Schutz der Anlagen gegen ein Aufpreis an.
Bei Schäden an beweglichen Gegenständen haftet die Hausratversicherung, sofern sich die Gegenstände während des Unwetters im Haus befunden haben. Wurden Autos durch Sturm oder Hagel beschädigt, kommt die Teilkaskoversicherung für die Schäden auf.
Auch die Haftpflichtversicherung kann bei Unwetterschäden von Bedeutung sein, z.B. wenn der Schaden durch eine Unachtsamkeit eines Dritten entsteht oder derjenige sein Haus nicht ordnungsgemäß instandgehalten hat.
Keine KommentareHausratversicherung für Fahrrad rund um die Uhr
Der Bund der Versicherten weist darauf hin, dass Fahrräder jetzt in der Hausratversicherung rund um die Uhr gegen Diebstahl versichert werden können. Es wird empfohlen, bei dem jeweiligen Anbieter der Hausratversicherung nach den neuen Konditionen zu fragen, die dem erweiterten Versicherungsschutz zugrunde liegen.
Unabhängig davon wird empfohlen, auch unter den neuen Bedingungen Fahrräder möglichst in vorhandenen Abstellräumen abzustellen, ansonsten droht weiterhin der Verlust des Versicherungsschutzes. Laut dem Bund der Versicherten bleibt die Sorgfaltspflicht über die Fahrräder, einschließlich der Sicherung der Räder mit einem entsprechenden Fahrradschloss, weiterhin bei dem Besitzer.
Um bei einem Diebstahl den Wert des Fahrrads für einen möglichen Ersatz bestimmen zu können, sollten sämtliche Kaufbelege aufbewahrt werden, die hierüber Aufschluss geben. Marke, Typ, Farbe und Rahmennummer des Fahrrades sollten zudem separat notiert und aufbewahrt werden. Es besteht die Möglichkeit, ein Fahrrad auch bei der Polizei registrieren zu lassen, so dass dort alle wichtigen Daten festgehalten werden.
Nach einem Diebstahl des Fahrrades ist sofort die Polizei zu informieren, die den Vorfall unter einer bestimmten Tagebuchnummer verwaltet. DIese Nummer sollte auch der Hausratversicherung bei der umgehend zu erfolgenden Schadensmeldung weitergegeben werden.
Keine KommentareWeniger Steuern auf Agrardiesel für Landwirte
Die große Koalition will den Landwirten mit Steuerentlastungen bei Agrardiesel in der Wirtschaftskrise helfen. Nach Mitteilung der Fraktionsspitzen von Union und SPD sollen alle landwirtschaftlichen Betriebe zukünftig wieder vom verringerten Mineralölsteuersatz von 25,56 Cent pro Liter profitieren. Außerdem soll für zwei Jahre der 2005 eingeführte Selbstbehalt von 350 Euro pro Betrieb bei der Rückvergütung ausgesetzt werden. Die Steuerentlastung wird zudem nicht mehr wie bislang auf 10.000 Liter pro Betrieb begrenzt.
Volker Kauder (CDU) und Peter Struck (SPD) erklärten, dass die Land- und Forstwirte damit um rund 285 Millionen Euro jährlich entlastet werden sollen. Laut einem Sprecher des Finanzministeriums muss der Staat dadurch Mindereinnahmen von über 500 Millionen Euro hinnehmen, die durch neue Schulden finanziert werden sollen.
Heiner Krehl, Sprecher des Baden-Württembergischen Bauernverbands, sieht in diesen Maßnahmen einen “Schritt in die richtige Richtung”, doch im europäischen Vergleich seien die deutschen Landwirte noch immer benachteiligt: Während in Deutschland der Steuersatz danach immer noch bei 40 Cent pro Liter liegt, müssen die Landwirte in Frankreich nur 0,6 Cent pro Liter Steuern bezahlen. Deshalb sprach sich auch der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, auf einer Großdemo der Bauern in Berlin für eine deutlichere Senkung aus.
Keine KommentareAuch ohne Krankenversicherung Anspruch auf Notfallbehandlung
Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) haben auch Personen ohne Krankenversicherung im Notfall einen Anspruch auf medizinische Versorgung (Az.: B 8 SO 4/08 R).
Im konkreten Fall hatte eine Frau noch keinen Antrag auf Gewährung von ALG II gestellt und war somit nicht krankenversichert. Als ihre 12-jährige Tochter im April 2005 wegen einer stationären Notfallbehandlung ins Krankenhaus musste, wandte sich die Klinik wegen der Kosten an das zuständige Sozialamt in Düren. Die Behörde weigerte sich jedoch, die Kosten für die Krankenhausrechnung zu übernehmen und begründete dies damit, dass Mutter und Tochter grundsätzlich ALG II-Berechtigte seien und deshalb kein Anspruch auf Kostenerstattung bei einer Notfallhilfe gegenüber dem Sozialhilfeträger bestünde. Das Sozialamt sei für ALG-II-Berechtigte nicht zuständig.
Die Richter des nordrhein-westfälischen Landessozialgerichts in Essen äußerten bereits in der Vorinstanz erhebliche Zweifel an der Rechtskonformität der Handlung des Sozialamtes, da das Kind bei einer solchen Vorgehensweise ohne Versicherungsschutz dastehen würde. Deshalb entschieden die Richter derzeit, dass die Krankenhausrechnung im medizinischen Notfall von dem Sozialamt übernommen werden müsse, falls keine andere Krankenversicherung für das Kind bestehe. Dieses Urteil wurde nun vom Bundessozialgericht bestätigt, allerdings wurde der Fall erneut an das Landessozialgericht zurückverwiesen um zu überprüfen, ob es sich bei der Behandlung tatsächlich um eine unaufschiebbare Notfallbehandlung und bei der Familie tatsächlich eine Bedürftigkeit bestanden habe. Wenn dies bejaht wird, muss das Sozialamt für die Behandlungskosten aufnehmen.
Keine KommentareAustritt aus der Rentenversicherung
Die “Bild”-Zeitung weist darauf hin, dass ein Austritt aus der Rentenversicherung generell für Beschäftigte, die der Versicherungspflicht unterliegen, nicht möglich ist. Allerdings können sich bestimmte Personenkreise wie Lehrer und Erzieher, selbstständig tätige Handwerker, die nicht angestellt sind, von der Versicherungspflicht befreien lassen. Die Befreiung beschränkt sich dann allerdings nur auf die jeweilige Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit und erfolgt nur auf Antrag.
Im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung ist ein Austritt aus der privaten Rentenversicherung möglich. Viele, die vor Jahren eine solche Rentenversicherung zur Altersabsicherung abgeschlossen haben, denken über einen Austritt aus der Rentenversicherung nach, da sie in der heutigen Zeit die Prämien aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht mehr bezahlen können.
Der “Bild”-Zeitung zufolge macht der aus der privaten Rentenversicherung Austretende Verluste, da er nur den derzeitigen Rückkaufswert ausbezahlt bekommt. Je nach Gesellschaft kann es zwischen fünf und zwölf Jahren dauern, bis man überhaupt erst die eingezahlten Beiträge wieder zurückbekommt. Allerdings kann durch einen Verkauf der Versicherung mehr erzielt werden, da der Wert der Versicherung höher als der Rückkaufswert ist. Ein Käufer kann die Versicherung weiter nutzen und somit wird auch keine Vorfälligkeitsentschädigung fällig.
Keine KommentareKrankenkassen werben mit Regelleistungen
Einem Bericht der “Bild”-Zeitung zufolge werben viele gesetzliche Krankenkassen mit leeren Versprechen. Durch den seit Januar für alle gesetzlichen Kassen gleich hohen Beitrag von 15,5% versuchen viele Versicherungen stärker als bislang um Kunden werben. Der Bericht bezieht sich auf ein Vergleich der Stiftung Warentest von 113 Krankenkassen, bei dem sich herausstellte, dass einige Versicherungen vorgeschriebene Standardleistungen als “Zusatzleistung” bewerben.
So warb z.B. die “Barmer” mit häuslicher Krankenpflege und Pflegeversicherung als “Zusatzleistung”, obwohl es sich hierbei um Regelleistungen handelt, die allen Versicherungen zusteht. Ähnliches gilt für die BKK Mobil Oil, die in ihrer Werbung Akupunktur bei Schmerzen im Lendenwirbelbereich als Extraleistung herausstellte. Einige Kassen bewarben Zusatzleistungen (u.a. Schutziumpfungen für Auslandsreisen), aber strichen die Leistung noch in der gleichen Saison. Andere Zusatzleistungen werden tatsächlich nur unter bestimmten Bedingungen gewährt. So gilt das Angebot von 250 Euro für neue Mitglieder von der BKK VBU nur dann für eine vierköpfige Familie, wenn diese ein Jahr lang “gesundheitsbewusst” gelebt hat.
Als Beispiele für tatsächliche Zusatzleistungen nennt die Stiftung Warentest die Beteiligung von Krankenkassen an Gesundheitskursen zu Bewegung, Ernährung oder Entspannung usw., die Gewährung eines Gesundheitsbonus für die regelmäßige Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen, weniger Praxisgebühr bei der Teilnahme an einem Hausarztprogramm oder die Mehrleistung für ambulante homöopathische Versorgung.
Keine KommentareBayern fordert Haftpflichtversicherungspflicht für Finanzberater
Am Mittwoch forderten Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Verbraucherministerin Beate Merk (beide CSU), dass Finanzberater zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung verpflichtet werden sollen. Damit solle “im Zweifel schlecht beratenen Verbrauchern” Ersatz geboten werden, erklärte Merk. Inkompetenze Finanzberater sollen somit über die Versicherung für Verluste ihrer Kunden in die Pflicht genommen werden.
Nach dem Treffen mit Verbraucherschützern in der Münchner Staatskanzlei forderten Seehofer und Merk zudem die gleichen Standards für Finanzberater wie sie schon für Versicherungsmakler vorliegen. Demnach soll der Begriff “Finanzberater” zukünftig nicht mehr von jedem ohne Vorbedingungen benutzt werden dürfen. Derzeit kann jeder als Anlage- oder Finanzberater tätig sein, ohne eine Vorbildung oder Qualifikation nachweisen zu müssen. Merk kritisierte, dass es deshalb “immer noch zu viele unfähige und unseriöse Berater, die die schnelle Provision und nicht die individuellen Bedürfnisse der Anleger im Auge haben” gebe, schreibt “Die Süddeutsche”.
Angesichts der Komplexität der Finanzmärkte und der mit Finanzprodukten verbundenen Risiken müsste es Merk zufolge strengere gesetzliche Vorgaben geben. Auch Seehofer schloss sich der Forderung an, unseriösen Beratern schnell das Handwerk zu legen.
Keine KommentareSonderkündigungsrecht in der GKV
Einem Urteil des Hessischen Landessozialgerichts zufolge hat ein gesetzlich Krankenversicherter ein Sonderkündigungsrecht, wenn mit Beginn seiner Mitgliedschaft der Beitragssatz erhöht wird (Az.: L 1 KR 219/06).
Im konkreten Fall hatte eine 55-jährige Frau aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zum 1. April 2004 die gesetzliche Krankenkasse gewechselt. Die Betriebskrankenkasse, deren neues Mitglied sie war, hob ebenfalls zum 1. April 2004 den Beitragssatz von 12,8% auf 13,8% an, woraufhin die Frau auf ihr Sonderkündigungsrecht verwies und kündigen wollte. Die Krankenkasse widersprach mit der Begründung, dass die Mitgliedschaft der Frau mit dem erhöhten Beitragssatz begonnen habe und somit keine Erhöhung des Beitragssatzes während der Mitgliedschaft vorliege.
Dieser Argumentation folgten die Darmstädter Richter jedoch nicht. Ihrem Urteil nach habe die Klägerin rechtswirksam von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht, das auch dann gelte, wenn Mitgliedschaftsbeginn und Beitragserhöhung auf den gleichen Tag fallen. Durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz soll eine Beitragssatzerhöhung eben gerade mit dem Risiko einhergehen, dass Versicherte ihre Krankenkasse wechseln. Das Gericht ließ keine Revision zu.
Keine KommentareBanker bei Versicherungen sehr unbeliebt
In wirtschaftlich unsicheren Zeiten, in der die FInanzbrache von zahlreichen Skandalen erschüttert wurde, wird es für Bankmanager immer schwieriger entsprechende Versicherungen zu finden. Wie das “Handelsblatt” berichtet, verlangen die Versicherungsunternehmen inzwischen massiv gestiegene Prämien für Managerhaftpflichtversicherungen. Demnach sind die Prämien in den letzten Monaten um 20-40% gestiegen, die Preise für Managerhaftpflicht und Rechtsschutz haben sich teilweise verdoppelt.
Die Erschütterungen der letzten Monate hat die Branche vorsichtiger werden lassen: Einige Anbieter bieten überhaupt keine Versicherungen für Banken mehr an, andere beurteilen die Prämien immer noch als zu niedrig. Laut Georg Klinkhammer vom DVS Deutscher Versicherungs-Schutzverband prüfen die Versicherungen derzti die Konditionen besonders gründlich. Klinkhammer erwartet für die nächsten Vertragserneuerungsrunden ein härteres Ringen um Vertragsinhalte, so das “Handelsblatt”.
In Deutschland haften Versicherungen bei einer großen Bank mit einer Deckungssumme von bis zu 500 Millionen Euro, die Versicherungsprämie beträgt hiervon mindestens 1%. Um sich gegen falsche Entscheidungen ihrer Manager zu schützen, zahlen die großen Dax-Unternehmen demnach häufig mehrere Millionen Euro an Versicherungsprämien.
Keine KommentareÜberflüssige und unverzichtbare Versicherungen
Wer sich von unnötigen Versicherungen trennt, kann pro Jahr bis zu 400 Euro einsparen. Doch auf keinen Fall sollte am falschen Ende gespart werden. Die Zeitschrift “Finanztest” gibt deshalb Hilfestellung bei der Auswahl der wichtigen und überflüssigen Versicherungen. Grundsätzlich sollte sich demnach jeder – unabhängig von Alter, Familienstand und Lebenssituation – vor existentiellen Risiken schützen wie z.B. durch eine Krankenversicherung, Privathaftpflichtversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Risikolebensversicherung (für alle, die für den Unterhalt anderer Personen aufkommen müssen).
Je nach persönlicher Lebenssituation können zusätzliche Versicherungen sinnvoll sein, wie z.B. eine Seniorenunfallversicherung für allein lebende Senioren, eine Bauherrenhaftpflichtversicherung für Bauherren, eine Wohngebäudeversicherung für Hausbesitzer, eine Hausratversicherung bei wertvollem Hausstand oder eine Verkehrsrechtschutzversicherung für Autofahrer. Hier empfiehlt sich jedoch immer eine sorgfältige Prüfung der Versicherungskonditionen bei den einzelnen Anbietern, um die Police auszuwählen, die am besten zu den individuellen Bedürfnissen passt.
Daneben gibt es laut “Finanztest” jedoch auch Versicherungen, die in der Regel überflüssig sind. Dazu gehört z.B. die Insassenunfallversicherung, da Mitfahrende über die Kfz-Haftfpflichtversicherung des Fahrers mitversichert sind. Auch die Leistungen eines Autoschutzbriefes sind häufig schon in der Autoversicherung enthalten. Um Leistungen von der Reisegepäckversicherung zu erhalten, müssen strengste Auflagen erfüllt werden, die einen Diebstahl des Gepäcks eigentlich von vorneherein verhindern und darüber hinaus deckt auch die Hausratversicherung einen großen Teil des Reisegepäcks ab. Ausbildungs- und Kapitallebensversicherungen sind laut “Finanztest” häufig unflexibel und teuer und bringen weniger Rendite als andere Sparformen.
Keine KommentareKreditversicherungen werden deutlich teurer
Durch die erhöhten Forderungsausfälle als Folge der Wirtschaftskrise werden Kreditversicherungen in Deutschland Medienberichten zufolge um bis zu 30% teurer. Außerdem wurde die Höhe des Selbstbehalts deutlich angehoben. Übernahmen Kreditversicherer vor der Krise noch 85% des Risikos, sind es jetzt häufig nur noch 60% oder weniger. Laut dem Vorstandsvorsitzenden von Coface Deutschland, Benoit Claire, ist dies eine Anpassung der Verträge an eine veränderte Risikosituation. Demnach hat sich die Zahl der Ausfälle in Deutschland im Zeitraum von Oktober 2008 und März 2009 um 103% erhöht. Das Schadensvolumen von Coface habe sich im ersten Quartal im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2008 verdreifacht, Grund hierfür sei der massive Einbruch des Exportgeschäfts.
Mit diesem Ausfallrisiko liegt Deutschland nun zum ersten Mal über dem weltweiten Durchschnitt mit der Folge, dass es wie 32 andere Staaten im Länderranking des Unternehmens herabgestuft wurde. Deutschland, Frankreich, Japan und die USA werden nur noch mit A2 bewertet, berichtet “Die Welt”, während China, Großbritannien, Indien, Italien und Spanien sogar nur noch eine A3 erhalten.
Wirtschaftsverbände kritisieren, dass die Versicherungen mit ihren Preiserhöhungen die Finanzkrise noch weiter verschärfen. Auch wenn die Versicherungen diese Vorwürfe zurückweisen, räumen sie ein, dass in manchen Branchen wie der Auto-, Stahl- und Chemieindustrie sowie der Speditionsbranche und dem Maschinen- und Anlagenbau besonders kritisch geprüft wird.
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