Werden Privatpatienten bei Organtransplantationen bevorzugt?
Medienberichten zurfolge hat sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg dahingehend geäußert, dass Privatversicherte bei der Vergabe von Spenderorganen für eine Organ-Transplantation bevorzugt behandelt werden würden. Diese Behauptung weist der Verband der privaten Krankenversicherung strikt als falsch zurück und erklärt, dass es in Deutschland klare Regeln über die Vergabe der Spenderorgane gibt. Diese Regeln sind völlig unabhängig von dem Versicherungsstatus des Patienten, es gibt also definitiv keine Bevorzugung von Privatpatienten.
Dem stimmte auch das Bundesgesundheitsministerium zu, das betonte, dass ausschließlich die medizinische Dringlichkeit entscheide, welcher Patient ein Spenderorgan enthalte und der Versichertenstatus bei dieser Entscheidung völlig unerheblich sei. Die Schlüsse, die Wodarg angeblich aus Zahlen des Ministeriums gezogen hat, sind falsch, so das Bundesgesundheitsministerium.
Wodargs Rechnung, auf der seine Behauptung beruht, sieht so aus: Obwohl nur 10% der Bevölkerung in einer privaten Krankenkasse versichert sind, gingen im Jahr 2005 insgesamt 16% der Spendernieren und 20% der Spenderherzen an privatversicherte Patienten. Darüber hinaus würden Privatversicherte weniger häufig erkranken und würden über eine höhere Lebenserwartung verfügen. Auf diese Ausführungen ging der Verband der privaten Krankenversicherung nicht ein.¬† Wodarg ist selbst Arzt und fungierte längere Zeit als Sprecher der Kommission “Ethik und Recht der modernen Medizin”.
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Sehr geehrte Damen und Herren,
bitte sehen Sie sich auf meiner Homepage die Tabellen der DSO-Zahlen an. Es sind die Zahlen, auf die das Ministerium mich verwiesen hat. Dort finden Sie weitere Zusammenhänge und Daten - falls ihnen an Fakten gelegen ist. Die Zahlen für einige (!) Zentren sind verheerend und es ist mir nicht möglich, die nötigen Nachforschungen selbst anzustellen. Sind die Zahlen falsch, obwohl sie unter den Augen der Aufsicht als offizielle Zahlen veröffentlicht wurden? Oder sind die Zentren bestechlich? Beides wäre schlecht! Es scheint sich noch niemand dafür interessiert zu haben. Versicherung News könnte ja einmal recherchieren?
Mit freundlichen Gruessen
Dr. W. Wodarg